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Dienstag, 6. November 2012

Autismus und Teamarbeit

Sind Autisten wirklich solche Einzelgänger, wie ihnen immer nachgesagt wird? Oder sind sie vielleicht doch teamfähig?
Diese beiden Fragen sind nicht so einfach zu beantworten. So wie Autisten ihre Probleme mit Mitmenschen haben, so haben es NT's zum Teil auch. Daher ist es etwas, was den Menschen ausmacht. 
Und doch, erlebe ich in meinem Team immer wieder, dass Teamarbeit doch möglich ist. Jedoch nicht so, wie viele es sich vorstellen, wie Teamarbeit aussehen sollte.
Es wird viel diskutiert und formuliert. Das Ergebnis ist dann meistens eher mager. Denn die Arbeit als solches bleibt auf der Strecke. Nichts desto trotz ist es möglich. Ich sehe, dass sie sich gerne über die Aufgaben unterhalten die sie von mir erhalten. Was aber wichtig ist, dass sie immer wieder kontrolliert werden. Dies ist nicht böse gemeint, sonder muss einfach sein. Nur so kann ich sicherstellen, das die Arbeiten auch gemacht werden. 
Jedoch ist es so, dass nach einer Teamarbeit wieder Einzelarbeiten durchgeführt werden. Denn Teamarbeit ist extrem anstrengend. Alleine arbeiten ist, so habe ich herausgefunden, besser für Autisten. Da können sie sich besser entfalten, da die Diskussionen wegfallen. Diese sind es, welche Kopfschmerzen und Schwindel herbeiführen können. Was sehr unangenehm ist. Sich einfach auf eine Arbeit konzentrieren, ist also besser.
Dies geht, da ich für eine Stiftung arbeite, welche Autisten weiterbildet. Doch wie sieht es in der Industrie aus? Da gibt es keine Personen, welche sich mit Autisten auskennen. Für sie sind Sitzungen und Diskussionen normal, ja sogar wichtig. Ich selber, habe jahrelang so gearbeitet. Es war immer sehr anstrengend, da ich viel nicht verstanden habe. Nicht das Fachliche, nein, das Zwischenmenschliche. Denn es ging immer weniger um die Sache, als wer was wie macht. Jeder versuchte sich immer ins beste Licht zu rücken, und sich wichtig zu machen. So habe ich es jedenfalls verstanden. Ob es so war, weiss ich nicht. 
Dadurch habe ich mit der Zeit versucht, mich vor den Sitzungen zu drücken. Ich erfand immer wieder Ausreden. Irgendwann war ich dann mal wieder beim Chef im Büro. Danach konnte ich mir eine neue Stelle suchen. Klar, das war nicht nur wegen der Sitzungen. Aber ich konnte mich einfach nie richtig mit den Arbeitskollegen unterhalten. Scheinbar wirkte ich immer komisch auf sie. Fachwissen alleine reicht nicht. Es geht vielmehr um die sogenannten Soft-Skills. Also um die Art wie jemand ist. Sein Wesen. Und genau dazu gehört die Teamarbeit. Sie ist in der Industrie extrem wichtig. Niemand kann heute mehr grosse Projekte aleine bewältigen, und an alles denken. Dafür hat der Tag einfach zu wenig Stunden. Und so viel Energie hat auch kein Mensch. 
Autisten haben aber genau da Mühe. Sie wollen, oder meine, sie müssen alles alleine machen. Dann entstehen Terminverzögerungen, Fehler und Probleme. Dies alles führt früher oder später zu einem Burn-out oder einer Kündigung, oder wie bei mir, zu beidem. 
Teamarbeit ist möglich, wenn es Zweierteams sind. Dass habe ich herausgefunden. Das geht. Auch muss die Aufgabe klar eingeteilt sein. Also, wer was macht. So klappt es. Mehr als zwei Personen in einem Team, dann wird's schon schwierig.
Ich selber, arbeite am liebsten alleine. Klar, ich muss an Sitzungen. Diese sind jedoch anders, als wie gewohnt. Sie bringen mich weiter. Sie zeigen mir, was ich tun muss. Da erhalte ich indirekt meine Arbeit. Doch erledigen, tue ich sie meistens alleine. Denn so weiss ich was ich wie wann gemacht habe. Manchmal arbeite ich auch im Team. Dann sind wir aber auch maximal zu Zweit. Das geht. 
Autisten sind meiner Erfahrung nach wirklich am besten, wenn sie alleine arbeiten, sich aber mit anderen austauschen können. So entstehen immer wieder interessante Idee und Ansätze. Dies zu nutzen, wäre etwas, was ich mir von der Industrie wünschen würde. 

Samstag, 3. November 2012

Autismus und der Perfektionismus

Perfektionismus ist so eine Sache für sich. Es gibt viele, welche von sich behaupten, dass sie Perfektionisten seinen. Nun dies mag zum Teil sicher stimmen. Aber sicher nicht bei allen.
Für viele ist es doch einfach nur ein Argument, ums ihr Handeln zu rechtfertigen. Sie versuchen alles so gut wie möglich hinzukriegen. Egal was. Dafür brauchen sie Zeit, die sie eigentlich nicht haben. Doch sie machen es trotzdem so genau wie möglich. Dabei überlegen sie sich nicht, ob weniger manchmal nicht mehr wäre. Denn viele Male ist es doch so, das "gut" auch reicht. Es muss nicht immer alles perfekt sein.
Dies führt zu einem enormen Stress. Besonders Mütter sind meiner Erfahrung nach davon betroffen. Sie wollen es immer allen recht machen. Denn Kindern, dem Mann, Gästen und am Arbeitsplatz. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen. So habe und erlebe ich NT's. Sie sind immer danach bestrebt, es allen recht zu machen. Aber für sich schauen sie nicht. Das eigene ICH kommt zu kurz.
Autisten wird nachgesagt, sie seinen perfektionistisch. Wir erledigen immer alles ohne Fehler. Alles ist immer perfekt. Dies widerspricht meiner eigenen Erfahrung mit Autisten, als auch mit mir selber. Natürlich machen wir auch Fehler oder es ist nicht immer alles perfekt. Es geht meistens darum, dass eine Aufgabe erledigt werden muss. Wie ist egal. Wichtig ist nur, das sie erledigt ist. Ich selber stelle mir die Frage, ob es perfekt ist nie. Denn eine Aufgabe ist eine Aufgabe. Davon hängt für mich nicht viel ab. Wichtig ist mir nur, dass ich sie erledige. Das soll nicht heissen, dass sie schlampig ausgeführt wird. Einfach nicht perfekt. Wobei es auf die Art der Aufgabe ankommt. Staubsaugen oder die Wohnung aufräumen sind so Aufgaben. Die erledige ich einfach. Punkt. Dabei verbrauche ich nicht meine ganze Energie, nur dass wirklich alles super sauber und aufgeräumt ist. Das ergibt keinen Sinn. Sauber und ordentlich ja, aber nicht perfekt.
Auf Arbeit sieht es sicher einwenig anders aus. Da muss es passen. Aber, auch nicht immer perfekt. Wichtig ist nur, das alles ordentlich gemacht ist. So das es stimmt. Aber stundenlang an einem Formular basteln, oder an einem Text feilen, das muss nicht sein.
Meine Erfahrung ist auch, das viele Autisten das genau so handhaben. Sie wollen einfach die Aufgaben erledigt wissen. Mehr nicht. Ist eine Aufgabe erledigt, so hat man wieder Zeit für sich. Dies ist sicher einer der Gründe, wieso wir nicht unbedingt perfektionistisch sind. Geht es aber um das Spezialinteresse, dann sieht es anders aus. Da muss alles stimmen. Da muss man alles wissen. Perfektion ist da die Maxime. Dies kann dann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Sogar so viel Zeit, das für anderes fast keine mehr bleibt. Daher wird das Andere einfach erledigt, ohne sich viele Gedanken darüber zu machen.  Das wirk auf andere sicher komisch. Ist für uns aber normal. Denn unsere Interessen sind halt verschieden. Unser Interessen an einer Sache ist wichtiger, als das Interesse der anderen an etwas anderem.
Perfektionismus ist meiner Meinung nach eine Ausrede dafür, dass man nicht weiss, wann genung ist. Die Relation zwischen Aufwand und Ertrag wird nicht erkannt. Denn nicht immer führt maximaler Einsatz zu maximalem Ertrag. Häufig ist es doch so, das der Ertrag bescheiden ausfällt. Weniger ist als manchmal doch mehr.

Freitag, 2. November 2012

Autismus und die Belastbarkeit

Wahrend meiner fast 20 Jahren in welchen ich arbeite, ist mir etwas aufgefallen. Ich habe immer einfach gemacht, was ich machen musste. Aber eben doch nicht immer. Manchmal wollte ich tun, was ich tun wollte. Das konnte diskutieren sein, oder im Netz surfen. Je nach dem. Auch tat ich mir immer schwer, mit Befehlen. Ich empfand diese immer als mühsam. Viele der Befehle, das weiss ich heute, waren gar keine. Nein, es waren Bitten. Doch ich habe das nicht verstanden.
Immer machen zu müssen, immer zu entsprechen, das hatte seine Spuren hinterlassen. Dies endete in einem 6 monatigen Klinkaufenthalt. Heute bin ich dafür dankbar.
Dies hat mir gezeigt, dass ich doch nicht so belastbar bin, wie ich immer glaubte. Im Gegenteil. Ich vertrage keine Stress mehr. Nicht einmal mehr Bitten, welche sehr bestimmt gesagt werden. Meine Belastbarkeit ist nicht mehr diejenige, welche sie einmal war.
Heute arbeite ich für eine Stiftung, welche Autisten abklärt und sie fit für eine Ausbildung macht. Meine Erfahrung aus meiner eigenen Vergangenheit versuche ich an sie weiterzugeben. Dies ist nicht immer einfach, da ich ja auch meine Vorgaben, und Ziele habe. Ich versuche aber, den Klienten nicht mehr zuzumuten, als ich selber tun könnte. Dies ist aber nicht immer einfach. Da jeder Mensch verschieden ist, und auch eine eigene Vergangenheit hat.
Muss ich etwas machen, was ich nicht verstehe, wieso, oder ich nicht will, das wird es schwierig. Ich habe dann einfach kein Willen, es zu tun. Wieso sollte ich etwas machen, was für mich keinen Sinn ergibt? Nun, ich weiss, dass das nicht immer geht. Doch ich versuche, dass es nicht häufig dazu kommt.
Kann ich jedoch etwas machen, was ich will, oder mir sogar Spass bereitet, dann kann ich Stunden damit verbringen. Dann spielt Zeit keine Rolle mehr. Genau das erlebe ich auf Arbeit selber. Gebe ich denn Jungen etwas, was sie nicht interessiert, dann sind sie nicht motiviert, oder aber sie verweigern die Arbeit. Immer etwas passendes zu finden, ist daher nicht so einfach. Jedoch kann ein Gespräch jeweils einiges klären.
Belastbarkeit ist also so eine Sache für sich. Denn sie ist meiner Meinung nach nicht so einfach zu messen. Will man etwas machen, dann ist alles egal. Muss man etwas machen, dann klappt es nicht oder nur mühsam. Autisten reagieren da noch viel extremer, als NT's. NT's haben das auch, aber sie können sich der Sache eher fügen, als Autisten. Wollen wir etwas nicht machen, dann tun wir es auch nicht. Das hat nichts mit Sturheit zu tun. Nein, es fehlt das Verständnis. Mehr nicht. Dies führt aber immer wieder zu Diskussionen. Klar, kann man wenn man arbeitet, nicht immer machen, was man will. Jedoch ist ein Arbeiter dann am besten, wenn er das machen kann, was er ab besten kann. Oder was ihn am meisten interessiert. So einen Arbeitsplatz zu finden, ist für Autisten nicht einfach.
Doch es gibt immer wieder einen Weg, so einen Platz zu finden. Klar ist aber, dass wir nicht nur fordern können, nein, wir müssen auch geben. Das kann die Zuverlässigkeit sein, das grosse Fachwissen, die Präzision.
Wir brauchen, wie ich schon so viele Male geschrieben habe, mehr Verständnis und Geduld. Wir sind nicht so einfach zu verstehen. Jedoch wenn Barrieren einmal überwunden sind, können beide Seiten davon profitieren. Dann wird die Belastbarkeit zu einer Nebensache.

Donnerstag, 1. November 2012

Autismus und Licht

Einen Lichtschalter betätigen ist für einen NT etwas, worüber er sich keine Gedanken macht. Ausser, es wird kein Licht.
Für mich ist das betätigen eines Lichtschalters jedoch nicht so einfach. Nicht, dass ich nicht auf einen Schalter drücken könnte. Nein, es ist vielmehr, was danach passiert. Es wird Licht.
Und genau das ist das grosse Problem. Die meisten Lampen sind einfach zu hell. Das es extrem störend und auch unangenehm. Für NT's ist das meistens kein Problem, solange das Licht nicht blendet.
Für mich ist eigentlich jede Lampe zu hell. Es sei denn, ich weiss, dass ich sie selbst gedimmt habe.
Und dies ist nur bei mir im Wohnzimmer der Fall.
Muss ich einen Lichtschalter betätigen, so schliesse ich immer zuerst die Augen. Damit vermeide ich das Unangenehme. Dies habe ich mir antrainiert, und es funktioniert ganz gut. Damit kann ich heute ohne Probleme Licht machen. Nun, das Licht machen, ist eine Sache, aber eine ganz andere ist es, in einem Raum zu sein, in welchem, zumindest für mich, sehr helles Licht ist. Meistens kann ich nicht einfach das Licht ausschalten, da ich dann entweder nichts mehr lesen kann, oder aber es noch andere Personen im Raum hat, die eben dieses Licht brauchen.
Für mich gibt es eigentlich nur eine einzige Form von Lichtquelle, welche ich ohne Probleme vertrage. Das ist die Kerze. Ihr Licht ist sehr angenehm. Die Neonröhren und Glühlampe sind für mich viel zu hell.
Ich habe meine Wohnung so eingerichtet, dass ich niemals direktes Licht habe, immer nur indirekt.
Aber es gibt eine Ausnahme. Meine Leselampe. Doch selbst die ist dimmbar. Aber sie ist hinter mir. Somit habe ich eigentlich wieder keine direkte Beleuchtung in meine Augen.
Es ist zum Teil fast ein wenig schmerzhaft, das helle Licht der Neonröhren oder Glühlampen.
Das Selbe ist auch beim Autofahren. Da blenden mich die entgegenkommenden Fahrzeuge auch häufig, was auch sehr unangenehm ist. Ich versuche eigentlich immer, auf die andere Seite zu schauen, wenn immer möglich.
NT's können sich das fast oder gar nicht vorstellen, dass man so empfindlich auf normales Licht regieren kann. Sie sind froh, wenn es schön hell ist. Ich denke, wir sind eher froh, wenn das Licht gedämpft und indirekt ist. Das ist auch so ein Beispiel, welches an einem Arbeitsplatz zu Problemen führen kann. Das falsche Licht kann einem daran hindern, nichts zu tun oder nur sehr wenig.
Daher ist es wichtig, dass genau dieses Thema im Büro oder auch zu hause angesprochen wird. Licht ist nicht nur schön und angenehm. Nein, es ist schmerzhaft und ermüdend.
Meiner Erfahrung nach, kann man meistens etwas dagegen unternehmen. Lösungen zum Thema Licht gibt es genügend.

Montag, 29. Oktober 2012

Autismus und die Unflexibilität

Unflexibel ist so ein Unwort. Ich selber habe so meine Mühe damit. Denn ich kenne niemand, welcher absolut unflexibel ist. Doch sind der Flexibilität Grenzen gesetzt. Das Problem ist die eigene Vorstellung, wie etwas sein sollte oder sogar muss.
Autisten wird dies aber immer mal wieder vorgeworfen. Die Leute meinen, dass wir uns nicht auf Unvorhergesehenes einstellen könnten. Dies ist ein Irrglaube. Diejenigen, welche ich kenne, können damit sehr wohl umgehen. Die Frage ist immer nur die, wie es kommuniziert wird. Sehr kurzfristige Änderungen sind sicher nicht ratsam. Aber mit ein wenig mehr Zeit, klappt es immer. Damit meine ich einpaar Stunden.
Ich selber, habe gelernt, mich sehr flexibel zu geben. Dies ist sicher ein grosser Vorteil. Heute ist es nicht mehr so einfach, einfach nur sein Ding zu machen. Dabei noch zu denken, dass die Welt weiss, was man wann wie will. Das funktioniert nie. Doch leider ist es eine Angewohnheit von Autisten, dass sie genau das denken. Ich selbst, nehme mich davon nicht aus. Denn ich habe meine eigene Vorstellung, wie was sein muss, oder was sein kann. Meistens, ist es aber so, dass meine Vorstellung nicht mit der Realität übereinstimmt. Das führt dann wieder zu Stress. Denn damit umgehen, ist nicht so einfach.
Diejenigen Autisten, welche ich täglich auf Arbeit erlebe, sind nicht so unflexibel, wie es in der Theorie immer geschrieben steht. Sie machen Mittag, wann sie Zeit und Lust haben. Klar, ist es immer etwa die selbe Zeit. Aber wer macht das schon nicht? Dann, essen sie nicht immer das Gleiche. Die Pause dauert auch nicht immer gleich lang. Das Gesprächsthema ist da sicher ausschlaggebend. Auch gehen sie nicht immer auf die Minute genau nach Hause.
Das alles sind kleine Beispiele aus meinem Arbeitsalltag, welche zeigen, das Autisten durchaus flexibel sein können. Jedoch gibt es sicher auch andere. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben, dass muss es genau so sein, sonst gibt es Stress. Erlebt habe ich das aber so noch nie.
Ich selber habe das auch nicht so extrem. Ich mache auch nicht immer alles zur gleichen Zeit. Auch mit meiner Freundin ist es manchmal so, dass es kurzfristige Änderungen im Programm gibt. Das ist nicht schlimm, und irritiert mich auch nicht. Es gehört einfach dazu, und ist in Ordnung.
Unflexibel sind sicher viele Autisten nicht so sehr, wie gesagt wird. Doch sind der Flexibilität Grenzen gesetzt. Ist immer alles unstetig und chaotisch, so ist dies sehr schlecht. Denn so was irritiert mich sehr, und führt zu extremen Stress. Denn eine bestimmte Kontinuität brauche auch schon. Ich muss mich einfach auf bestimmte Dinge verlassen können. Dazu gehören sicher, dass ich an meinen freien Tagen lesen kann, und auch meinen Haushalt machen kann. Diesen mache ich immer am gleichen Tag zur gleichen Zeit. Auch einkaufen fahre ich immer an den gleichen Tagen. Dies muss so sein. Klar, wenn es mal nicht so ist, ist es nicht so schlimm. Aber es sollte nicht zur Regel werden. Doch für solche Dinge ist jeder selbst verantwortlich.

Freitag, 26. Oktober 2012

Autismus und die Gesichter

Das erkennen von Gesichter ist so eine Sache für sich. Gesichter sind für mich selber nicht wirklich wichtig. Ich sehe sie, wenn sie auf einige Distanz von mir sind. Jedoch ab einer bestimmten Nähe, nehme ich sie nicht mehr wahr.
Sie sind dann wie in einem Nebel. Dies trifft aber nur zu, wenn ich eine Person vor mir habe. Sind es aber mehrere Personen, so sehe ich die Gesichter gar nicht mehr. Meine Wahrnehmung endet bei der Brust der Personen. Daher ist es auch nicht möglich, das ich die Mimiken der Personen wahrnehmen kann. Wie auch? Ich sehe sie ja nicht. Damit ich aber gleichwohl etwas mitbekomme, konzentriere ich mich auf die Stimme. Sie gibt mir Auskunft, wie es der Person geht, oder wie sie etwas meint.
Dieses System ist nicht perfekt. Da sich die Personen dessen nicht bewusst sind. Also sprechen sie einfach, ohne auf ihre Stimme zu achten.
Was bei den Gesichtern schwierig ist, sind die vielen Reaktionen. Sie zu interpretieren ist fast unmöglich. Selbst wenn ich mich einmal wirklich darauf konzentriere, gelingt es mir nicht. Ich habe mich sehr lange mit der Mimik befasst, muss heute aber zugeben, dass ich sie nicht interpretieren kann. Also lasse ich es bleiben.
Was an den Gesichtern jedoch das Schwierigste ist, sind die Augen. Damit kann ich gar nichts anfangen. Augenkontakt ist für mich absolut sinnlos. Denn es sind einfach Kugeln. Mehr nicht. Damit kann man sehen, aber das war es dann auch schon damit. NT's jedoch brauchen genau diesen Kontakt. Sie sehen in den Augen mehr, als nur das Sehorgan. Ich selbst vermeide den Augenkontakt bei allen Personen, ausser bei meiner Freundin. Da geht es. Ist ja aber auch etwas anderes.
Dazu kommt, da ich die Gesichter nicht sehen, wie will ich die Augen sehen. Wenn ich es mal probiert hatte, so kostete es mich eine extreme Anstrengung. Die Mühe war und ist mir der Lohn nicht wert. Denn ich habe nichts davon. Es nur für den anderen zu tun, ist nicht mein Ding. Seit ich weiss, was mir Mühe macht, und mich auch sehr anstrengt, lasse ich solche Sache bleiben. Ich will mich nicht mehr überfordern. Seither habe ich ein angenehmeres Leben, welches nicht immer nur Stress bedeutet.
Was ich auch meide, sind Ansammlungen von vielen Menschen. Da wird es echt schlimm. Ich kriege immer Panikattacken. Dies ist nicht wirklich angenehm. Die Menschen sprechen alle durcheinander und schauen sich an. Das ist für mich bis heute zu viel. Trotz all den Trainings, welche ich absolviert hatte, kann ich es bis heute nicht. Doch da ich das ja weiss, kann ich es vermeiden, wenn immer möglich. Klar, immer geht nicht. Denn ich muss einkaufen gehen, oder mal was essen. Doch dies beschränke ich auf ein Minimum, oder zu Zeiten in denen nicht viele Menschen vorhanden sind.
Gesichter sind also ein schwieriges Thema. Denn die NT's begreifen das nicht wirklich. Genau das macht uns zu komischen Menschen. Denn sie verstehen nicht, wieso wir ihnen nicht in die Augen schauen. Sie meine, wir haben etwas zu verbergen. Dabei ist es einfach so, dass wir es nicht können. Mehr ist da nicht dahinter.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Autismus und die Antriebslosigkeit

Wie kann die Antriebslosigkeit entstehen? Kann sie irgendwie umgangen werden?
Antriebslosigkeit ist ein schwieriges Thema. Denn für viele wirkt es, als ob man faul ist, und keine Lust hat, etwas zu tun. Doch dieser Eindruckt täuscht häufig.
Ich selber habe das schon viele Male selber bei mir erlebt. Eigentlich wollte ich etwas erledigen, doch ich fand immer wieder eine Grund, es nicht zu tun. Auch flüchtete ich mich immer und immer wieder in Ausreden, wieso ich etwas nicht erledigt habe. Am Anfang mag das ja noch akzeptiert werden, doch mit der Zeit nicht mehr. Dann kommen die Vorwürfe und die Diskussionen. Aber selber dagegen war ich gewappnet. Ich erfand immer wieder neue Ausreden.
Schlussendlich musste ich eingestehen, dass ich mit vielen Dingen einfach überfordert war. Ich wollte es mir einfach nicht eingestehen, dass ich nicht alles konnte. Damit meine ich, dass ich die Arbeit und das Privatleben unter einen Hut bringen musste. Es wurde mir mit den Jahren einfach zuviel. Auf Arbeit musste ich immer voll dabei sein, und privat auch. Immer für alle da sein, doch nie für mich. Hatte ich einmal Zeit nur für mich, so wollte ich nicht auch noch administratives erledigen, sondern einfach nur, was ich wollte.
Dabei stapelten sich mit der Zeit die Problem. Bis es nicht mehr ging. Danach erfolgte der Zusammenbruch.
Gegen Aussen musste das alles wie antriebslos gewirkt haben. Als ob ich nicht mehr wollte und keine Lust mehr auf nichts habe.
Heute bin ich mit dem Thema Antriebslosigkeit bei Autisten vorsichtig. Denn meiner Erfahrung nach, hat es meistens einen tieferen Grund, wieso jemand nicht mehr Lust hat, etwas zu machen. Und sei es nur am Morgen aufstehen. Selbst das kann zu einer Tortur werden. Dabei macht man sich aber auch Vorwürfe, wieso man nichts auf die Reihe kriegt. Doch es ist ein Teufelskreis. Das Eine ergibt das Andere. Mit der Zeit, kann man nichts mehr erledigen, auch wenn man eigentlich noch will.
Diese Abwärtsspirale ist nicht so einfach zu durchbrechen. Ich musste wieder von Grund auf lernen meine Post zu öffnen, oder EMails zu beantworten. Einfach wieder am normalen Leben teilnehmen. Selbst einkaufen, konnte ich nicht mehr. Ich musste alles wieder lernen. Dieser Prozess erforderte sehr viel Geduld und auch Wille. Einfach war es nicht. Insgesamt, hat es fast ein Jahr gedauert, bis ich wieder wirklich selbstständig war, und auch wieder etwas machen wollte.
Heute arbeite ich wieder, und führe alleine einen Haushalt. Zudem habe ich eine sehr liebe Freundin gefunden. Doch dies alles konnte ich nur erreichen, dank Therapien und viel Zeit.
Mag jemand einfach nichts mehr erledigen oder aufstehen, ist es meiner Erfahrung nach am besten, sich in Therapie oder gar in eine Klinik zu begeben. Das liest sich jetzt hart, aber es hat mir sehr geholfen mich wieder im Leben zurecht zu finden.

Montag, 22. Oktober 2012

Autismus und Mobbing

Das Thema Mobbing ist ein heikles Thema. Denn wer gibt schon gerne zu, das er gemobbt wird. Wobei Mobbing nicht immer bewusst durchgeführt werden muss.
Ich habe schon für viele Firmen gearbeitet. Hatte viele verschieden Positionen inne. Egal aber, welche Stelle ich gerade inner hatte, ich war nie wirklich glücklich. Wieso das so war, wusste ich damals noch nicht.
Meine Arbeitskollegen hatten mich immer ganz normal behandelt. So meinte ich es jedenfalls. Auch das Verhalten der Chefs war für mich normal. Doch heute muss ich mit eingestehen, dass es so nicht war.
Weder ich noch meine Arbeitskollegen und Chefs wussten, dass ich ein Autist bin. Ich habe immer gemacht, was mit gesagt wurde. Jedoch immer nur, wenn ich es wollte. Für mich sinnlose Dinge, machte ich nicht, oder nicht richtig. Das führte immer wieder zu Problemen.
Auch wurde ich ausgenutzt. Denn ich war so was wie der gute Teufel. Wenn ich jemandem helfen konnte, so machte ich das. Egal, ob Putzfrau oder CEO. Mir waren die Funktionen egal. Was zählte, war, dass ich helfen konnte. Der Gedanke dahinter war, dass wir eine Firma sind. Ich dachte und denke nicht in Abteilungen, sondern immer im Ganzen. Das kam jedoch nicht immer gut an. Denn viele verstanden nicht, wieso ich das mache. Wichtig ist doch nur, was die Abteilung erreicht. Ich sah das aber anders. Denn mich interessierte nur das Firmenergebnis. Denn diese bezahlte mir den Lohn, und nicht die Abteilung.
Das Ganze ging so weit, bis ich nicht mehr konnte, und ein Burn-Out hatte. Alles wurde mir zuviel.
Während dieser Zeit wurde das Asperger-Syndrom festgestellt. Diese Diagnose gab mit die Antwort auf so manche Frage. Heute weiss ich, dass mich die Personen auf Arbeit nicht verstehen konnten, und ich sie nicht. Wir sprechen einfach nicht die gleiche Sprache. Auch wenn sie Deutsch ist.
Autisten sind meiner Meinung nach die ersten Opfer, wenn es um Mobbing geht. Wir sind einfach anders. Die Komischen. Wer weiss, dass er Autist ist, kann Aufklärung betreiben. Manchmal hilft es. Doch diejenigen, wie ich, die es nicht wissen, brechen irgendwann zusammen.
Autisten brauchen nun einmal eine geeignete Arbeitsumgebung. Doch wenn diese gegeben ist, sind wir zuverlässig. Auch meine Ehrlichkeit war nicht immer von Nutzen. Meine Sprache ist sehr direkt. Ich sage, was ich denke. Das ist auf Arbeit nicht erwünscht. Es muss immer alles diplomatisch sein. Sind die Leute auf Arbeit jedoch informiert, dann könnte es klappen.
Meiner Meinung nach, wissen die HR-Verantwortlichen alles über Studienabschlüsse und weiss nicht was, aber das Thema Autismus ist immer noch nicht bekannt. Ich selber setzt mich so gut ich kann ein, dass der Autismus bekannt wird. Und wir eine Stimme bekommen. Denn es ist wichtig, dass auch wir uns der Öffentlichkeit stellen. Denn nur wir wissen, wie es ist, Autist zu sein.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Autismus und das Verständnis

Verstehen NT's die Art, wie Autisten die Welt wahrnehmen überhaupt? Wie kann man ihnen die erklären?
Ich habe schon viele Male erlebt, wenn ich jemandem sagte, dass ich Autist bin, dass die Person irritiert war. Die Leute waren und sind erstaunt darüber. Denn sie haben immer noch das Bild vom stummen Autisten im Kopf. Sie können sich nicht vorstellen, das ein Autist sprechen kann. Und das erst noch fliessend. Es bedarf dann doch einiger Erklärungen, was der Unterschied ist.
Für mich sind es sicher die Sache mit der Mimik und der Gestik. Sie haben für mich keine Bedeutung. Es ist so, wie wenn das Gesicht ausgeblendet ist. Ich sehe es fast nicht. Ich sage immer, dass es ist, wie wenn das Gesicht unter einer Maske ist. Diese hat ja auch keine Regungen. Bei den Gestiken ist es so, dass ich das einfach als Gefuchtel interpretiere. Ich verstehe nur sehr wenige Gestiken. Diese musste ich mir beibringen. Mehr will ich auch nicht lernen. Denn bis jetzt, bin ich eigentlich ganz gut durch das Leben gekommen.
Eine der Fragen, welche immer kommt, ist: "Bist du ein Genie?". Tja, das ist so ein leidiges Thema. Denn Autisten sind eigentlich keine Genies. Sicher gibt es welche, doch die Mehrzahl ist es sicher nicht. Jedenfalls ist dies meine Erfahrung mit vielen Autisten, welche ich kenne.
Sie wollen aber gleichwohl, dass ich ihnen etwas spektakuläres biete. Es ist dann wie im Zirkus. Ich frage sie dann immer, wie schnell sie lesen können. Danach sage ich ihnen, wie schnell ich lese. Dass ist dann der grosse Unterschied. Sie haben so ihr Spezielles. Für mich aber ist es normal. Das erkläre ich ihnen dann.
Denn, so schnell wie ich lesen kann, so wenig verstehe ich Mimiken. Das ist der Preis dafür. Aber nicht nur. Es ist auch das ganze emotionale. Ich kann mich nicht in andere Personen hineinversetzen. Ich habe also keine Empathie. Das ist dann für viele nicht nachvollziehbar. Denn es ist scheinbar normal, dass man das kann. Es erfordert dann wieder einiges dies zu erklären.
Eigentlich besteht so eine Diskussion immer aus Erklärungen. Das ist anstrengend und mühsam. Denn ich sehe mich nicht als etwas Spezielles. Nein, ich bin einfach wie ich bin. Mehr nicht. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Nur sind sie bei uns halt anders gelagert. Wir können Dinge die NT's nicht können, und umgekehrt. Doch zusammen sind wir stark. Teams aus NT's und Autisten ist eigentlich der Jackpot. Doch viele Arbeitgeber scheuen genau das. Denn wir haben den Ruf, schwierig zu sein. Dies stimmt sicher. Können wir uns jedoch mit unserem Gebiet befassen, dann sind wir eine Bereicherung.
Heute arbeite ich, mit Autisten zusammen. Was mit selber viel Spass macht. Denn ich lerne auch immer wieder Neues. Zudem ist es viel weniger anstrengend, da die Konventionen nicht gelten. Wir haben unsere eigenen Regeln. Und das klappt bis heute sehr gut. Ich erlebe selber, dass wir viele können, es braucht nur Verständnis und Zeit. Dann klappt es auch mit Autisten.

Montag, 15. Oktober 2012

Social Media

Heute sind die Social Medias sehr wichtig geworden. Die Leute können sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Facebook & Co. sind allgegenwärtig. Jeder sollte oder muss dabei sein. Wieso eigentlich? Geht es nicht auch ohne?
Für viele ist eine Account bei einem Sozialen Netzwerk Pflicht und auch ein Muss. Denn alle Freunde sind auch da. Also muss man auch mitmachen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Der scheinbare Vorteil ist, dass man so mit vielen Menschen gleichzeitig in Kontakt treten kann. Doch ist es wirklich ein Vorteil? Denn es verursacht nur Stress. Ständig werden Statusmeldungen überprüft oder irgend etwas Sinnloses gepostet. Dies kann das Leben nicht sein. Der ständige Druck online zu sein, und was mitzuteilen, kann auf Dauer ermüdend sein.
Die Frag ist doch, wer liest das alles. Interessiert es überhaupt die sogenannten Freunde überhaupt? Ich denke, eher nicht. Denn wer 100 oder mehr Freunde hat, hat eigentlich doch keine richtigen. Denn so viele Menschen kann man gar nicht wirklich kennen. Diejenigen, welche man wirklich kennt, trift man sicher auch mal im echten Leben. Oder man telefoniert zusammen.
Es scheint aber so, als ob genau das veraltet ist. Man ist nicht mehr IN.  Die Kommunikation ist also irgendwie langweilig und auch monoton geworden. Dazu kommt, dass viel kommuniziert und ausgetauscht wird, aber nichts gesagt wird. Die Informationen haben keinen Inhalt. Es sind einfach Hüllen. Doch man muss das tun, damit man dabei ist.
Der Druck der auf solchen  Personen lastet, muss immens sein. Denn immer wieder zu posten muss mühsam sein.
Was passiert aber, wenn sich so ein Person von den SM abmeldet? Ich denke, nichts. Denn sie hat dann wieder ein lebenswertes Leben. Frei vom Zwang, immer zu müssen. Es gibt wichtigere Dinge, als zu posten. Beispielsweise mit guten Freunden ein Glas Wein trinken, und über alles möglich zu diskutieren. Dabei muss man nicht müssen.
Dazu kommen bei den SM die Spiele. Sie sind so ausgelegt, dass man nur weiterkommt, wenn möglichst viele Freunde das Selbe spielen. Sonst wartet man sehr lange, bis wieder etwas gebaut ist. Beschleunigen kann man es, indem man Sachen mit echtem Geld kauft. Dabei kann sehr viel Geld verbraucht werden. Und dies nur, damit man ein Level weiter ist. Kein Wunder, verlieren Firmen wie Zynga immer mehr Kunden. Es ist einfach idiotische Spiele, welche viel Zeit brauchen, und echt nichts bringen. Im Gegenteil, man ist dann ständig online und damit beschäftigt etwas zu errichten. Dabei sollte man sich noch die ganze Werbung anschauen. Das kommt noch dazu.
SM sind eigentlich nichts anders als Infromationskraken welche Werbung verkaufen.