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Mittwoch, 13. Februar 2013

Asperger und das Reden II

Reden ist nicht die Stärke von uns Asperger. Sprechen jedoch schon. Wir können sprechen und sprechen. Irgendwann wird es dem Gegenüber zuviel. Dadurch können wir leicht als arrogant oder egoistisch betrachtet werden.
Die wie spricht man mit den Anderen, ohne dass sie sich komisch vorkommen? Dies ist nicht so einfach. Denn es erfordert einiges an Wissen über die NT's wie sie kommunizieren. Das ist nicht so einfach. Besonders in hektischen Situationen. Es brauch auch einiges an Training.
Ich kann sehr sehr viel sprechen. Zuviel manchmal. Ich merke dies aber nicht. Nur dann, wenn es mir gesagt wird. Dies macht jedoch nur meine Frau. Sie kann mich unterbrechen, ohne dass ich mich komisch vorkomme. Ich verstehe dann, dass ich mal wieder zuviel gesprochen haben. Also bin ich dann ruhig, Meistens wechseln wir das Thema. Das hilft meistens ohne Probleme.
Doch der Weg dazu war nicht so einfach. Ich musste zuerst selber erkennen, dass ich zuviel spreche. Aber ich, wie ich es dem Gegenüber klar machen kann, dass es mich unterbrechen darf oder sogar soll.
Gelernt habe ich das in einer Therapie welche speziell für Autisten ist. Es war eine spezielle Therapie. Denn ich war nicht alleine. Wir waren eine kleine Gruppe von 10 Personen. Auch kriegten wir viele Unterlagen. So wie in der Schule. Wir haben auch Hausaufgaben gekriegt. Diese wurden dann in der nächsten Therapiestunde besprochen. Die Aufgaben waren immer praktische Übungen. Diese haben mir sehr geholfen.
Obwohl ich zugeben muss, dass ich es auch heute noch nicht vollständig im Griff habe. Es ist nicht so einfach. Häufig verliere ich mich in einem Detail der Diskussion. Dann spreche ich und spreche ich. Obwohl das Thema schon lange durch ist. Aber ich merke es nicht. Wenn ich es aber merke, so entschuldige ich mich für meinen verbalen Durchfall. Das hilft immer. Die Entschuldigung wird immer angenommen.
Sprechen aber Asperger untereinander, so passiert etwas Sonderbares. Details sind dann wichtig. Alles wird genau besprochen. Dass kann dann doch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ist aber ein NT dabei, dann wird es schwierig für diesen. Denn er ist in Unterzahl. Also muss er sich das Ganz über sich ergehen lassen. Oder er verlässt die Diskussion.
Für mich ist das diskutieren mit Asperger viel einfach als mit NT's. Denn es geht immer nur um Fachthemen. In meinem Fall also Informatik. Dabei spielt das Gebiet nicht so eine Rolle. Alles ist recht. Ich spreche in meiner Position als Projektleiter sehr viel mit Asperger. Da wir nur Asperger anstellen. Also sind die Personen in meinem Team alle Asperger. Das macht das Arbeiten nicht immer einfach, aber angenehmer. Da ich nicht immer auf Konventionen achten muss. Es geht rein nur um die Information. Das macht alle viel einfacher. NT's müssen immer alles noch schön verpackt haben. Sie wollen immer gut dastehen. Asperger ist das egal. Sie wollen einfach ihre Fragen beantwortet haben. Wie ist egal. Sie können so lange nachfragen und diskutieren, bis alles klar ist. Das erfordert sehr viel Zeit. Jedoch ist das in Ordnung. Denn ich bin ja auch so.
Reden lernt man nur, indem man es immer und immer wieder macht. Auch eine Therapie kann sehr gut helfen. Ebenfalls Bücher zu diesem Thema. Sie müssen nicht einmal für Autisten sein. Am besten sind Bücher von NT's über NT's. Also ganz normale Bücher zum Thema Kommunikation. Dies kann ich nur empfehlen.

Montag, 11. Februar 2013

Asperger und die Bequemlichkeit

Das Leben richten sich viele einfach so ein, dass sie nicht viel darüber nachdenken müssen. Es ist so eingerichtet, dass viele Dinge einfach sind. Sei es einkaufen, auf Arbeit fahren oder die Freizeit verbringen. Dass ist natürlich.
Doch was ist, wenn man sich einfach hinter der Diagnose versteckt? Wenn man sie als Vorwand braucht, damit man ein angenehmes Leben hat. Die Anderen schauen dann schon, dass es einem gut geht. So muss man sich nicht um die Unangenehmen Dinge kümmern. Sei es Rechnungen bezahlen, oder einfach nach hause gebracht werden. Man kann einfach sagen, das es nicht geht.
Das ist für mich die falsche Einstellung. Sie entzieht einem die Unabhängigkeit. Sie macht einem abhängig von Andern. Man kann sein Leben nicht so gestallten wie man will.
Ich selbst war eine Zeit lang auch abhängig von Anderen. Ich konnte nichts mehr selber tun. Das war nicht gerade angenehm. Ich konnte über Nichts mehr bestimmen. Es wurde einfach bestimmt was ich machen und wohin ich gehen soll. Mit viel Energie und Wille, habe ich das aber zum Glück überwunden. Heute kann ich wieder alles selber bestimmen. Diagnose hin oder her. Ich verstecke mich nicht hint ihr. Sie diente mir nur dazu, dass ich verstand, was ich bin, und wieso ich so bin, wie ich bin. Mehr nicht.
Ich erlebe immer wieder, dass sich Leute aber genau hinter der Diagnose verstecken. Dass sie diese als Vorwand brauchen, dass sie ein bequemes Leben haben. Das kann es nicht sein. Wie Asperger sind auch Menschen mit einem eigenen Willen. Wieso sollte man sich den nehmen lassen. Und das freiwillig? Verstehen tue ich das nicht.
Bequemlichkeit ist nicht schlecht. Dagegen habe ich nichts. Ich selbst, habe mir mein Leben so bequem wie möglich eingerichtet. Und doch habe ich es selbst gemacht. Ich bestimme, was ich mache, und was nicht. Aber ich bin auch bereit, und mache das auch, manchmal darauf zu verzichten. Denn es kann nicht immer nach meinem Willen gehen. Nicht immer so, wie ich es gerade will. Da muss ich flexibel sein. Mir macht das aber auch Spass. Sonst wird das Leben eintönig und langweilig. Abwechslung ist genau das Richtige. Immer in Mass, aber doch sollte sie sein.
Da sich NT's nicht in unsere Lage versetzen können, sind sie auch unsicher, wenn wir sagen, das und das geht nicht. Wir können das nicht. Für mich zählt das nicht. Es ist zu einfach. Es sei denn, es wird logisch begründet. Ich kann auch einiges nicht. Kann es aber begründen, wieso ich es nicht kann, oder es mir Mühe bereitet. Jedoch versuche ich es immer wieder, genau diese Dinge zu überwinden, oder zumindest zu versuchen, dass ich es doch kann. Das ist meistens frustrierend, da es nicht klappt. Aber ich gebe nicht auf. Irgendwann klappt es sicher. Es ist nur eine Frage der Zeit.
Sich in seinem eigenen Mitleid suhlen bringt nichts. Es führt nur dazu, dass sich das Umfeld irgendwann abwendet. Sie sind es mit der Zeit leid, immer nur Rücksicht zu nehmen. Das ist für mich auch ein Zeichen, dass wir eigentlich als Menschen betrachtet werden, und nicht als Autisten. So geht es mir auf jedenfall. Ich will nicht bemitleidet werden. Sondern so akzeptiert werden, wie ich bin. Als Mensch, und nicht als Asperger.
Mein Umfeld weiss das. Sie sprechen das Thema Asperger auch nicht an. Nur dann, wenn ich komisch reagiere, dann fragen sie nach. Sonst nicht. Meistens kenne ich den Grund, erkläre ihn kurz, und gut ist. Dann geht es einfach weiter. Sich hinter der Diagnose zu verbergen kommt für mich nicht in Frage. ich stehe dazu, und versuche, so gut ich kann, normal zu wirken. Das ist kein Theater, sonder einfach der Versuch mir mein Leben so angenehm wie möglich zu gestallten.
Bemitleidet zu werden ist sicher angenehm. Doch ich kann darauf verzichten. Ich will kein Mitleid, sondern einfach nur so leben wie ich es für richtig halte. Wie ich denke, das mein Leben sein soll.
Meine Frau unterstützt mich dabei sehr. Sie gibt mir immer wieder das Gefühl, dass so wie ich bin, es in Ordnung ist. Sie unterstützt mich auch, wenn ich mal nicht weiter weiss, oder nicht mehr aus meinen Gedanken raus komme. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Sie ermöglich mir ein sehr schönes Leben. Ohne ihre Hilfe, wäre ich nicht da, wo ich bin. Jedoch musste ich ihr zu Beginn einiges erklären. Sie hat das alles akzeptiert. Klar, für sie ist es auch nicht immer einfach, aber sie versucht, so gut sie kann, mich zu unterstützen. Ich wiederum gebe ihr so viel wie ich kann. So ist es ein Geben und Nehmen. Ich denke, dass ist es was eine Beziehung ausmacht. Auch wir müssen geben, und nicht immer nur nehmen. Ich erlebe das häufig, dass Asperger nur nehmen, aber nicht geben. Nicht weil sie nicht wollen, sondern, weil sie nicht sehen, wozu das gut sein soll. Für sie stimmt es ja. Aber wie sieht es mit den Anderen aus? Das scheint vielen egal zu sein. Mir jedenfalls ist es nicht egal, wie es meiner Frau geht. Mir ist es auch nicht egal, was auf Arbeit los ist.
Asperger sehen häufig nicht, dass das Leben auch eine Herausforderung ist. Dass man etwas leisten muss, damit man etwas zurück kriegt. Sie nehmen einfach immer alles als gegeben hin. Hauptsache sie können tun und lassen was sie wollen. Das ist meiner Meinung nach falsch. Auch wir können, wenn wir uns in die Gesellschaft integrieren wollen, nicht einfach tun und lassen, was wir wollen.

Freitag, 8. Februar 2013

Asperger und das lebendig begraben sein

Der Titel dieses Posts scheint auf den ersten Blick etwas makaber zu wirken. Doch er trifft genau das, was ich ab und zu erlebe. Autisten wird nachgesagt, dass sie in der sogenannten eigenen Welt leben. Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Welt. Niemand weiss, wie diejenige des Anderen aussieht. Niemand kann vollständig verstehen, was im Anderen vorgeht. Bei uns Autisten ist es aber doch so, dass wir manchmal so reagieren, wie es die Anderen nicht erwarten. Aus ihrer Sicht völlig komisch und unlogisch. Sie verstehen uns nicht. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass wir nicht gut kommunizieren können. Dass wir uns nicht gut ausdrücken können.
Doch zurück zu meinem Titel. Im Normalfall lebe ich einfach. Ich erledige das, was ich muss. Seien es Einkäufe, waschen oder arbeiten. Alles verläuft ganz normal. Ohne Probleme. Doch manchmal kann es vorkommen, dass ich mich nicht mehr bewegen kann. Nichts mehr tun. Nichts mehr sagen. Nicht mehr viel sehe. Die Welt verschwindet einfach.
Dieser Zustand ist sehr mühsam. Denn ich merke, dass ich dagegen nicht ankomme. Egal was ich auch unternehme. Ich kann diese Mauer nicht einreissen. Nicht durch sie hindurch. Das ist besonders dann mühsam, wenn ich mit meiner Frau unterwegs oder bei ihr bin. Se merkt, dass ich komisch bin. Das ich nicht mehr reagiere. Doch dagegen gibt es eine Lösung. Diese wirkt bei mir am besten. Sie muss mich einfach berühren, und etwas liebes sagen. Das wars. Mehr ist nicht. Dann wird die Mauer einfach zerstört, und alles geht wieder wie normal weiter.
Dies ist jedoch einfacher geschrieben, als getan. Denn es ist nicht immer einfach, dass sie das tut. Es ist nicht immer gleich ersichtlich, dass ich so bin. Das Dumme ist nur, dass ich es ihr nicht sagen kann, weil all meine Sinne blockiert sind. Ich kriege fast nichts mehr mit. Ich kann mich, wie geschrieben, auch nicht mehr bewegen. Es ist wirklich so, dass ich in meinem Körper lebendig begraben bin. Innerlich trage ich einen immensen Kampf aus. Doch all die Mühe bringt nichts. Ich muss vor mir selber kapitulieren. Muss aufgeben, und auf Rettung warten.
Meistens passiert das, wenn ich unterwegs bin. Also mit anderen Menschen zusammen bin. Wenn viel um mich herum ist. Aber es kann auch sein, dass es zu hause passiert, wenn ich alleine bin. Nicht so oft, aber doch, es kann auch vorkommen. Dann heisst es einfach abwarten. Mehr kann ich nicht tun. Es geht nach einigen Minuten dann schon wieder vorbei. Die Zeit bis dahin jedoch ist mühsam. Denn ich bin dann einfach. Verdammt zum warten. Zum warten in mir selbst. Manchmal bekomme ich eine SMS oder irgend win Geräusch schreckt mich auf. Dass ist dann die Rettung. Irgend ein Impuls von Aussen. Ich erschrecke mich dann aber sehr. Das ist auch nicht so angenehm. Jedoch besser, als lebendig begraben zu sein. Besser als einfach nichts gegen sich ausrichten zu können.
In der Zeit des lebendig begraben seins, kann ich auch nicht denken. Gar nichts. Der Zustand ist eigentlich fast nicht zu beschreiben. Mit einer eigenen Welt hat das jedenfalls nichts mehr zu tun. Es ist ein Zustand es Nichts. Des wie nicht  existieren.
Meiner Frau habe ich das erklärt. Denn ich denke, es ist wichtig, dass sie weiss, das mir das passieren kann, und dass es nicht gegen sie ist. Es ist halt so. Asperger ist und bleibt eine Behinderung. Das ist ein Teil davon. Jedenfalls bei mir. Wie es Anderen ergeht, und ob sie das auch haben, weiss ich nicht. Denn dieser Zustand ist wie geschrieben, nur sehr schwer zu beschreiben. Ich brauchte auch lange, bis ich erkannte, dass das nicht normal ist. Es ist wie ein Anfall. Ich merke, wenn es passiert, kann aber nichts dagegen unternehmen. Meine Sinne werden plötzlich blockiert.
Daher ist es wichtig, dass das Umfeld Verständnis dafür hat. Dass es so etwas nicht auf sich bezieht. Sondern eifach akzeptiert, dass das ein Teil des Menschen ist. Und das es ihm selbst unangenehm ist.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Asperger und eigene Ideen

Ideen zu haben ist etwas schönes. Jedoch ist des doch meistens so, dass es bei der Idee bleibt. Sie wird nicht umgesetzt. Sei es aus Zeitmangel oder einfach an fehlendem Willen. Ideen bereichern das Leben. Sie geben einem auch Hoffnung für Neues. Jedoch, was ist, wenn man keine Ideen hat? Wenn man einfach so lebt?
Ideen setzten voraus, dass man sich etwas vorstellen kann. Dass man sich auch in jemanden Anderen hineinversetzten kann. Nicht nur, aber im Alltag ist das häufig der Fall als man denkt. Jedoch auf der Arbeit wird das mit den Ideen je nach Beruf sogar verlangt.
Asperger tun sich meiner Erfahrung nach sehr schwer mit neuen Ideen. Sie machen einfach, was ich ihnen sage. Selten kommt es vor, dass sie mir eigene Vorschläge und Ideen präsentieren. Dies ist für mich auch nicht immer einfach. Denn auch ich habe nicht immer neue Ideen im Kopf. Jedoch, bringe ich keine Ideen, so arbeiten sie nicht weiter. Es braucht viel, einen Asperger dazu zu bringen, etwas Eigenes in ein Projekt einzubringen. Etwas Eigens zu entwickeln und dann auch dazu zu stehen.
Ideen setzten noch etwas Wichtiges voraus. Kommunikation. Was bringt einem die schönste Idee, wenn sie niemandem mitgeteilt werden? Wenn man sie mit niemandem teilt? Nichts. Es sei denn, es geht nur um einem selbst. Die anderen sind einem egal. Ich denke, das mag bei einem Hobby gehen. Jedoch auf der Arbeit oder in einer Partnerschaft, ist es nicht gut, nur an sich zu denken.
Ideen müssen auch nicht so sein, dass man gleich die ganze Welt retten will. Es kann einfach ein einfacher Satz oder sonst etwas schönes sein. Irgend eine Aufmerksamkeit oder eine kleine Geste.
Auf der Arbeit ist es manchmal doch so, dass man nicht weiterkommt. Dann wird nach Ideen gefragt. Asperger sind da nicht an erster Stelle. Sie warten lieber ab, und machen dann, was beschlossen oder gesagt wird. Ich denke, das hat nicht unbedingt mit dem Mangel an Ideen zu tun, sondern vielmehr mit der Kommunikation. Ich erlebe immer wieder, dass sie sich nicht getrauen etwas zu sagen, oder nicht wissen wie sie es sagen sollen.
Dabei wäre es ganz einfach. Einfach sagen. Mehr nicht. Denn, über das was gesagt oder vorgeschlagen wird, kann diskutiert werden. Alles, was nicht gesagt wird, kann auch nicht behandelt werden. Daher ist es eigentlich für Asperger wichtig, dass sie lernen zu kommunizieren. Denn so wird es auch mit den Ideen klappen. Ideen kommen mir meistens im Gespräch mit anderen Menschen in den Sinn. Sie bringen mich auf Neues. Es ist viel einfacher sich mit anderen auszutauschen, und daraus etwas Neues zu machen, als einfach alles selber zu denken und überlegen.
Ideen bereichern die Welt. Auch Autisten können dazu sehr viel beitragen. Sie müssen sich nur getrauen, auch ihre eigenen Ideen mitzuteilen. Ich erlebe immer wieder dass Asperger gute Ideen haben, welche mich immer erstaunen.

Montag, 4. Februar 2013

Asperger und das wie aussehen

Der Spruch, Kleider machen Leute, hat was für sich. Den Menschen ist es nicht egal wie sie aussehen. Sie beurteilen nach dem Aussehen. Sie leiten von den Kleidern den sozialen Status ab. Auch, was die Person arbeitet. Kleider sind wichtig. Jedoch denke ich, dass ihnen eine zu grosse Bedeutung beigemessen wird. Denn nicht jeder der gut angezogen ist, ist auch gut. Nicht jeder, welcher versifft angezogen ist, ist schlecht. Den Menschen einfach nach dem Aussehen zu beurteilen ist für mich zu kurz gegriffen.
Asperger geben nicht viel auf Kleidung. Sie tragen im Normalfall immer das Selbe. Wieso andere Kleider anziehen, wenn die die ich trage, passen? So die Frage. Viele haben sogar vom den gleichen Kleidern mehrere Stücke. Bloss keine Änderungen. Was passt, das passt.
Ich sehe immer wieder, dass Asperger gar keine grossen oder überhaupt keinen Wert auf ihr Äusseres legen. Nicht das die ungepflegt sind, nein, sie legen einfach keine Wert auf ihr äusseres. Sie wollen gar nicht gut aussehen. Dies hat sicher auch damit zu tun, dass sie sich nicht vorstellen können, wie sie auf andere wirken. Zudem ist es ihnen sicher auch egal.
Ich kenne das von mir selber auch. Jahrelang habe ich keinen grossen Wert auf mein Äusseres gelegt. Ich zog einfach an, was mir passte. Was andere dabei dachten, war mir egal. Gut, es ist mir heute auch noch egal. Jedoch habe ich die Freude an schönen coolen Kleidern entdeckt. Auch an Schuhen. Ich mag es heute, mich gut anzuziehen. Es macht sogar Spass, sie zu überlegen, was ich anziehen werde.
Klar, für die Arbeit, habe ich immer mehr oder weniger das Selbe an. Da muss die Kleidung einfach praktisch sein. Mehr nicht. Jedoch im Privaten, da sieht es anders aus. Seit ich verheiratet bin, lege ich grossen Wert auf mein Äusseres. Nicht nur, was die Kleidung betrifft, sondern auch, was die Hautpflege betrifft. Alles muss passen. Ich gebe mir, wenn ich mich mit meiner Frau treffe, immer grosse Mühe, gut auszusehen. Mir ist es wichtig, dass ich meiner Frau gefalle. Ich mache das aber nicht nur für sie, nein, auch für mich. Denn ich fühle mich so einfach besser. Dies ist neu für mich. Ich habe mir niemals vorstellen können, dass das ein so gutes Gefühl bewirken kann. Nun, ich kann es jedem empfehlen. Es lohnt sich.
Jedoch ist es so, dass das nicht überbewertet werden soll. Denn ich mache es nur für meine Frau. Sonst für niemanden. Gehe ich zur Arbeit oder einkaufen, ist es mir eigentlich egal, was ich anhabe. Wichtig ist nur, dass es passt. Die Alltagskleider sind bei mir alle praktisch und bequem.
Asperger könnten sich das Leben schon ein wenig erleichtern, wenn sie mehr auf ihre Kleider und ihr Äusseres achten würden. Dies ist besonders in der normalen Arbeitswelt wichtig. Denn die NT's achten sehr darauf. Ihnen ist es nicht egal, wie sie aussehen. Sie nehmen einem ernster, wenn man passend angezogen ist. Sie beachten einem eher. Dies ist,w ie gesagt, auf der Arbeit wichtiger, als im privaten. Wobei ich mir immer wieder die Frage stelle, wieso im Privaten nicht auch. Man ist ja mit dem Menschen zusammen, den man liebt. Also kann man sich ja extra für sie gut anziehen. Ich finde, es ist gerade im Privaten wichtig, dass man einander gefällt, und sich nicht einfach gehen lässt. So zeigt man auch, dass einem der Partner wirklich etwas bedeutet. Denn zusammen sein, bedeutet ja nicht, zusammen bleiben. Klar, von den Kleidern alleine hängt so was nicht ab. Aber es geht um die Einstellung zu einander. Wie man sich dem Andern präsentiert. Wie man miteinander umgeht. Das sind sicher auch wichtige Faktoren.
Asperger das jedoch klar zu machen, ist nicht so leicht. Sie sehen den Sinn nicht ein. Wieso sich für andere gut anziehen. Meistens gefällt ihnen das, was sie anhaben, oder aber sie denken gar nicht darüber nach. Wie auch immer. Das Allerwichtigste jedoch ist, dass man sich in den Kleidern wohl fühlt. Denn das strahlt man auch gegen Aussen aus.

Samstag, 2. Februar 2013

Asperger und das verbale Erbrechen

Sprechen liegt in der Natur des Menschen. Er braucht es, um mit anderen zu kommunizieren. Er braucht es um seine Wünsche, Ängste und weiss nicht was alles mitzuteilen. Sprechen ist also etwas ganz natürliches. Jedoch kennen NT's eine Grenze. Sie sprechen nicht ununterbrochen mit anderen Menschen. Sie lassen sie auch zu Wort kommen. Im Normalfall funktioniert das hin und her ohne grosse Probleme.
Asperger sind da ein wenig anders. Ein Stichwort genügt, und wir können einfach sprechen und sprechen. Ohne Pause. Ohne Unterbruch. Das Gegenüber hat das Nachsehen. Wir können nicht unterbrochen werden, weil wir nicht darauf reagieren. Die Signale, welche der Andere aussendet, kommen bei uns nicht an.
Dies führt immer wieder zu Problemen. Das Gegenüber wird irgendwann unserer Reden müde, oder hört nicht mehr zu. Schlimmer ist es, wenn das Gegen über das Gefühl bekommt, dass wir einfach sprechen, aber es uns egal ist, wem wir es sagen. Jedoch können wir darauf keine Rücksicht nehmen. Dabei ist zu beachten, das wir es nicht können. Das heisst nicht, das wir es nicht wollen.
Auf der Arbeit mag das ja noch gehen. Da wird man schnell mal als redselig oder komisch abgetan. Im Privaten jedoch sieht es anders aus. Der Partner hat ja auch das Recht, etwas zu sagen. Das kann dann zu Spannungen führen. Der Parter fühlt sich dann sicher in die Enge getrieben, oder nicht beachtet. Das kann zu Streit führen. Das jedoch, macht alles nur noch schlimmer. Ich habe das selber viele Male erlebt. Ich kann dann nicht mehr aufhören zu sprechen. Auch wenn das gegenüber sagte, es reicht. Ich habe einfach nicht mehr aufgehört. Immer weiter gemacht. Irgendwann, war genung, und ich war wieder alleine.
Heute jedoch weiss ich es, und lasse mich unterbrechen. Sag meine Frau, dass es reicht, so höre ich auf. Beleidigt bin ich nicht. Denn ich weiss, dass sie Grenzen hat. Dass, wenn sie sagt es reicht, genung ist. Sie macht das auch hin und wieder. Dafür bin ich ihr dankbar. So lerne ich auch, wann genung ist. Jedoch gelingt es mir nicht immer. Hinterher entschuldige ich mich für mein Gefasel. Sie ist jedoch so, dass sie immer sagt, ich müsse mich nicht entschuldigen. Ich sei halt so. Sie habe mich mit alle meinen Macken geheiratet.
Ich denke dieses Beispiel zeigt, dass wir einerseits Verständnis brauchen, aber auch Grenzen. Beides zusammen ermöglich einen angenehme Beziehung. Nicht nur der Partner muss sich uns anpassen, und mit unserer Art leben, auch wir müssen Verständnis für ihn haben. Es ist ein geben und nehmen. Mir war es wichtig, dass ich meiner Frau gesagt habe, auf was sie achten soll, und wie reagieren. Ich habe ihr eine Art Betriebsanleitung gegeben. Klar, ist es so, dass es für den Partner nicht immer einfach ist. Denn sie sind auch nur Menschen. Menschen haben Emotionen, Gefühle und Gedanken. Da kann es leicht passieren, dass sie sich unsicher oder verletzt fühlen. Dem muss man auch Rechnung tragen. Jedoch können wir so einen Konflikt mit ein paar lieben Worten wieder entschärfen. Es geht nicht darum, das wir uns blossstellen. Es geht darum, dass wir dem Parter erklären, dass es eigentlich nichts mir ihm zutun hat. Sondern es mit dem Asperger-Syndrom zutun hat. Also mit der Behinderung. Diese Behinderung ist unter anderem die Kommunikation. Das hilft dann.
Ich habe mir angewöhnt zu sagen, dass wenn ich zuviel spreche, man einfach STOPP sagen muss. Dan weiss ich das genung ist. Nun, das Wort STOPP ist für NT's nicht so einfach auszusprechen. Sie sind es nicht gewohnt jemanden so krass zu unterbrechen. Jedoch bei mir hilft es. Ich stoppe dan mitten im Satz. Für mich geht das in Ordnung. Ich will es ja so. Also passt es. Nur das Gegenüber hat so seine liebe Mühe damit. Denn sie denken, dass ich mich beleidigt fühle. Dem ist nicht so. Ich denke, das hat mit der Empathie zu tun. Also damit, sich in den Anderen hineinzuversetzen.
Da ich ein logisch denkender Mensch bin, kann ich damit nicht so viel anfangen. Also sage ich es immer wieder, das das mit dem STOPP ok ist. mit der Zeit klappt es dann ohne Probleme. Spätestens nachdem das Gegenüber merkt, das gar nichts passiert. Ich nicht ausraste oder sonst irgendwie komisch reagiere. Also wenn nichts passiert.
Asperger müssen und sollen unterbrochen werden. Jedoch ist dies nicht immer einfach. Es braucht von den Partnern oder Kollegen trotz allem immer wieder viel Verständnis und Wille. Einfach sind wir nicht. Hat der Partner jedoch herausgefunden, wie wir ticken, so ist ein angenehmes Leben mit uns möglich.

Freitag, 1. Februar 2013

Asperger und genau die Aufgabe

Aufgaben sind dazu da, dass sie erledigt werden. Das liegt in der Natur dieser. Jedoch ist es nach den Erledigen der Aufgabe nicht einfach damit getan, nichts mehr zu tun. Oder gar einfach darauf zu warten, die Nächste zu bekommen.
Dies erlebe ich immer wieder. Asperger haben Mühe, sich vorzustellen, was als nächstes kommen könnte. Oder wie die Aufgabe weiterentwickelt werden könnte. Dies zeigt sich besonders bei der Entwicklung von Software. Da geht es nicht darum, einfach eine Funktion zu programmieren. Nein, es geht darum, das Ganze zu sehen. Dieses Ganze wiederum besteht aus vielen kleinen Programmen.
Auch geht es nicht darum, die Aufgabe oder das Programm so schnell wie möglich zu schreiben, sondern, dass es sich in das Ganze einfügt. Ich erlebe immer wieder das die Aufgabe schnell schnell erledigt wird, und man sich dann wieder seinen eigenen Interessen hingibt. Dafür ist die Arbeit nicht da. Jedoch verstehe ich auch, wieso. Denn ich selbst war auch mal so. Die Aufgabe schnell erledigen, und gut ist. Nein, es geht darum, ein Produkt zu produzieren. Also um etwas Grösseres. Es geht darum, dass man auch zeigt, was man kann.
Asperger müssen da mehr angeleitet werden, als NT's. Sie brauchen ständig einen neuen Imput, was gemacht werden muss. Ist dieser vorhanden, arbeiten sie den ganzen Tag ohne Probleme. Sie erledigen alle Arbeiten gut und gewissenhaft. Lässt man jedoch die Zügel locker, so beginnen sie wieder ihr eigens Ding zu machen, und die Qualität leidet. Sie sehen einfach nicht was es alles braucht.
Dies ist meiner Meinung nach nicht so schlimm. Das Umfeld muss es einfach wissen. Dann geht es schon. Dann sind Asperger sehr gute Mitarbeiter. Sie brauchen einfach viel mehr Betreuung. Sie brauchen viel mehr Unterstützung.
An einem normalen Arbeitsplatz, ist dies sicher nicht gewährleistet. Da muss man eifach Leistung bringen. Da ist man auf sich selbst gestellt. Jedoch gibt es Einrichtungen, welche nur Asperger nimmt. Ein Beispiel ist die Firma Specialisterne. Sie ist in diversen europäischen Ländern tätig.
Ich selber arbeite für die Stiftung Autismuslink. Diese klärt Asperger auf ihre berufliche Eignung ab. Ob sie überhaupt arbeiten können, und wenn ja, was. Denn nicht jeder Asperger ist auch ein IT-Mensch. Also bieten wir auch Büro und Kunst an. Es zeigt sich, dass diese Menschen sehr viel leisten können, wenn sie das richtige Umfeld haben. Sie arbeiten an ihren Projekten und lernen auch, mit anderen zu kommunizieren. Asperger unter sich ist kein Problem. Es ist auch so, das in unsere Stiftung mehr Asperger als NT's sind. Dies gibt es so eigentlich nirgends. Im Normalfall sind die Asperger immer in der Unterzahl.
Durch das richtige Umfeld, lernen sie auch, das, wenn eine Aufgabe erledigt, es sicher eine neue gibt. Sie Fragen dann, was es als nächstes zu tun gibt. Oder aber, sie sitzen einfach da. Dann muss man erkennen, dass sie nicht weiter kommen, oder aber fertig sind. Nach einem Gespräch geht es dann ohne Probleme weiter. Es hat sich gezeigt, das dies ein sehr guter Weg ist, Asperger  den ganzen Tag an einer Aufgabe beschäftigt zu wissen. Sie arbeiten so gerne. Denn sie wissen, dass sie jederzeit Rat holen können. Und das nichts passiert, wenn sie fragen, oder einfach nicht mehr weiterwissen.
Asperger brauchen die Unterstützung. Sie brauchen Hilfe, wie eine Aufgabe erledigt werden kann. Ist diese gegeben, klappt es meistens ohne Probleme. Was es also braucht, ist Geduld und Kraft. Denn es ist nicht immer leicht, sie dazu zu bewegen, auch weiter zu machen. Jedoch lohnt sich der Einsatz. Das Ergebnis ist jeweils erstaunlich.

Dienstag, 29. Januar 2013

Asperger und das Egalsein

Wenn man sich Mühe gibt, so, kann man im Leben viel Gewinnen, aber auch viel verlieren. Es kann sein, dass ich der Einsatz nicht lohnt, jedoch kann es auch sein, dass man dafür belohnt wird. Manchmal kann es aber auch sein, dass sich die Mühe erst mit der Zeit auszahlt. Es muss nicht immer gleich sofort sein.
Doch manchmal kann es sein, dass man der Person immer und immer wieder deine Chance gibt, ohne, dass es Folgen hat. Einmal jedoch ist Schluss. Das wird nicht immer erkannt. Asperger erkennen solche Signale nicht oder nur sehr schwer. Sie machen einfach weiter und weiter wie bis her. Irgendwann jedoch ist es zu spät, und man wird entlassen. Das Erstaunen ist dann jeweils gross. Ich selber kenne das nur zu gut. Ich wurde schon einige Male entlassen. Jedes Mal suchte ich eine Grund. Immer und immer gab ich den anderen Schuld. Jedoch muss ich heute erkennen, dass ich auch meinen Teil dazu beigetragen habe.
Heute erkenne ich, dass es wichtig ist, dass man Asperger die Situation klar erklärt. Aber ohne, dass sie unter Druck geraten. Sonst kann es sein, dass sich die Person ganz verschliesst, und erst recht nichts mehr tut. Das wird dann wieder als interesselos aufgefasst. Die Abwärtsspirale dreht sich weiter und weiter. Man kommt nicht mehr aus dieser Spirale raus. Man wird entlassen. Die Folgen können nicht sehr berechenbar sein. Es kann zu einer Depression führen oder aber auch dazu, dass einem Alles egal ist.
Ich habe selber erlebt, dass es mir nach einer Kündigung immer egal war. Ich konnte dann wieder machen, was ich wollte. Endlich wieder frei. Heute denke ich, dass das die falsche Einstellung ist. Denn sie bringt ausser noch mehr Probleme nichts. Asperger sind meistens nur an ihren eigenen Dingen interessiert. Sie wollen nur ihr Ding machen. Was die Anderen darüber denken, ist ihnen egal.
Den Betroffenen klar zu machen, dass das eine falsche Einstellung ist, ist gar nicht so einfach. Denn es erfordert sehr viel Überzeugungsarbeit. Aber ich bin davon überzeugt, dass es gelingen wird. Nicht bei allen, aber sicher bei einigen.
Was es einfach braucht, ist sehr viel Geduld der Angehörigen. Was man uns klar machen muss, ist, dass unsere Arbeit, welche wir am Arbeitsplatz leisten, wichtig für die Gesellschaft ist. Es spielt keine Rolle, was für eine Arbeit es ist. Sie ermöglicht einem Geld zu verdienen, ein eigenständiges Leben zu führen. Der Staat muss so nicht für einem aufkommen. Dies ist es, was für mich wichtig ist. Ich will der Gesellschaft etwas zurückgeben. Dies ist es, was man vielen klar machen muss. Sie sehen nicht ein, wieso sie etwas tun sollen, und erst noch das, was sie nicht interessiert.
Egalsein ist für mich nicht sehr angenehm. Ich für mich suche immer einen Grund, dass mir Dinge, Aufgaben oder sonst was, nicht egal sind. Ich versuche mich immer den Herausforderungen zu stellen. Dies ist für mich auch nicht immer einfach. Aber ich denke, dass es mir nach all den Jahren doch einigermassen gelingt.
Asperger sollten auch sagen, wenn ihnen etwas nicht passt, oder sie mit etwas nicht einverstanden sind. Denn, das Einfachste, ist zu reden. Ein Gespräch ist das Wertvollste in so einem Moment. Es braucht nur ein wenig Mut und Übung. Mit der Zeit, wird es selbstverständlich. Das ist meine Erfahrung. Und, um diese bin ich heute sehr froh. Sie erleichtert mir so vieles. Klar, gelingt es mir nicht immer. Aber ich arbeite daran. Nicht nur ich, nein, auch meine Frau gibt mir immer wieder die Hoffnung und den Mut dazu.

Samstag, 26. Januar 2013

Asperger und das nicht zu Ende bringen

Gestern habe ich über das zu Ende bringen von Aufgaben geschrieben, und was es bedeutet.
Viele von uns haben sogenannte Spezialinteressen. Sei es Fahrpläne lernen, programmieren oder sonst was. Diese Interessen sind einfach da. Ich habe auch meine Spezialinteressen. Diese sind für mich jedoch nicht so, dass ich mich nur mit ihnen befasse. Jedoch ist es so, dass ich mich so viel wie möglich mit ihnen befasse. Kann ich mich mal nicht mit ihnen befassen, ist das auch nicht so schlimm.
Spezialinteressen haben aber einen Vorteil. Niemand fragt danach. Niemand will Ergebnisse sehen. Eigentlich ist es doch so, dass sie gar kein Ende haben. Man kann sich endlos mit ihnen befassen.
Man muss also nie damit aufhören. Kein Ergebnis abliefern. Niemandem Rechenschaft ablegen.
Das steht im krassen Gegensatz zu dem was in derArbeitswelt oder in einer Beziehung angesagt ist. Da müssen ja Ergebnisse geliefert werden.
Jedoch ist es auch schön, mal nicht immer nur Ergebnisse zu liefern. Mal nicht erklären zu müssen wieso man was wie gemacht hat. Es geht einfach nur um einem selbst. Um das, was man wirklich machen will. Das, was einem gefällt und auch wirklich interessiert. Es ist aber, und das verwechseln viele, nicht ein Hobby. Nein, es ist mehr als das. Es ist wie ein Drang sich mit etwas Bestimmtem zu befassen.
Eines meiner Spezialinteresse, ist dieser Blog. Ich schreibe gerne, also habe ich damit begonnen. Obwohl ich die Artikel, welche ich schreibe, immer fertig schreibe, so ist dieser Blog doch nie zu Ende. Ich kann so lange und so viel schreiben, wie ich will. Die Artikel sind also jeweils nicht das Ende, sondern einfach ein Teil des Ganzen. Das Ganze jedoch ist nie zu Ende. Für mich ist das super. Denn ich muss mich nicht auf das Ganze konzentrieren, sondern kann einfach schreiben, wann und was ich will.
Für Angehörige kann es echt mühsam sein, wenn wir uns viel mit unseren Spezialinteressen befassen. Sie verstehen nicht, wieso sie für uns so eine grosse Bedeutung haben. Wieso genau das und nicht etwas anderes. Nun, wir wissen es meistens selbst nicht. Es spielt auch keine Rolle, wieso das und nicht etwas anderes. Wichtig ist nur, dass wir etwas haben, was uns Freude und Spass macht. Es ist für uns auch nicht sinnlose Zeitverschwendung, sondern sinnvoll.
Etwas mal nicht zu Ende bringen ist auch schön. Keinen Zwang zu haben, etwas abzuliefern. Einfach tun können was einem Spass macht. Meistens ist es ja so, dass wir uns mit irgendwie sinnvollen Sachen beschäftigen. Gut, einen Fahrplan zu lernen mag für viele komisch wirken. Jedoch ist es das nicht. Er hat eine bestimmte Logik und Struktur. Auch ist es praktisch, wenn man mal keine Handy oder sonst was zur Verfügung hat. Wieso also nicht. Auch meinen Blog mag für viele komisch wirken. Denn ich habe keine festes Thema. Sondern schreibe einfach, was ich will. Ich habe keine Vorgaben. Das ist es was befreiend ist. Keine Regeln, ausser meine.
Regeln, welche man selber aufstellt sind nicht unbedingt schlecht. Denn wer sagt, dass die Regeln, welche andere aufstellen einen Sinn ergeben? Eben. Also können wir uns sehr gut mit unseren Interessen befassen. Wir müssen dabei keien Rücksicht auf eine Chef oder sonst wer nehmen. Nur wir und das Interesse.

Freitag, 25. Januar 2013

Asperger und das zu Ende bringen

Etwas zu beginnen, dass ist für viele etwas Schönes. Sie können mit ganzem Elan an die Aufgabe gehen. Jedoch mit der Zeit ist es doch so, dass das Interesse abnimmt. Wieso immer das? Wieso nicht eimal wieder etwas anderes? Dies erlebe ich häufig selbst. Am Anfang bin ich begeistert, etwas Neues zu machen. Doch mit der Zeit will ich endlich wieder etwas Neues machen. Doch das geht natürlich nicht immer. Die Arbeit oder die Aufgabe muss zu Ende gemacht werden. Denn das Ergebnis wird ja erwartet. Dies ist es dann, was mich immer wieder neu motiviert. Das Ergebnis. Ich will sehen, wie die anderen darauf reagieren. Auch ist es doch so, dass man stolz auf das Ergebnis und das geleistete sein darf.
Leider erlebe ich immer wieder, dass es Asperger gibt, die mit einer Aufgabe beginnen, sie ihnen aber nicht passt, und sie dann einfach fern bleiben oder sie sich verweigern. Sie beachten die Sache nicht mehr, und wollen einfach nur ihr Ding machen. Das geht im Privaten sicher besser, als auf Arbeit. Da ist ein gewisser Ehrgeiz und Durchhaltewille gefragt. Ich bin auch nicht immer von allem begeistert, was ich machen muss. Jedoch sehe ich es dann einfach als meine Aufgabe an. Schliesslich werde ich dafür bezahlt, also mache ich es. Manchmal ist es doch auch so, dass eine Aufgabe die mir nicht gefällt, sich als sehr interessant und lehrreich herausstellt. Man kann nicht von Beginn an sagen, wie sie sich entwickelt, und was man daraus lernen kann.
Etwas zu Ende bringen, das fällt vielen schwer. Sie sehen nicht ein, wieso sie überhaupt etwas machen sollen. Sie sehen nicht ein, für mas das Ergebnis gut sein soll. Nun, ich denke, es hat auch damit zutun, dass sie einfach ihr Ding machen wollen. Dass sie sich nicht einordnen können. Sich nicht anleiten lassen wollen. Einfach nur dasitzen, gamen oder sonst was tun, ist nicht der Sinn von Arbeit.
Privat gibt es ja auch so viele Dinge, welche erledigt werden müssen. Sei es Rechnungen bezahlen, einkaufen oder einfach mal wieder sauber machen. Diese Arbeiten müssen auch begonnen und beendet werden. Ob es einem passt oder nicht. Ich denke, es geht mehr um die Einstellung zu einer Aufgabe. Ich bin meistens positiv eingestellt. Ich sehe Aufgaben als Möglichkeit. Als Chance. Also nutze ich sie. Auch alltäglich Sache, wie Oben beschrieben, machen mir Freude. Es kommt nur auf die Einstellung drauf an. Es komt nur drauf an, dass man ein Ziel vor Augen hat.
Habe ich die Aufgaben erledigt, kann ich mich ja wieder meinen Dingen zuwenden. Aber ich bin dan froh, dass ich alles erledigt habe. Dies ist für mich auch eine Art Therapie. Denn ich will nicht einfach in meinen Gedanken versinken, und nur mein Ding machen. Nein, zum Leben gehört mehr dazu, als einfach nur sein Ding zu machen.
Etwas zu Ende bringen ist nicht schwer. Man muss es einfach tun. Sich bewusst werden, dass danach wieder etwas neues kommt. Je mehr man macht, desto mehr lernt man. Lernen ist das, was mich interessiert. Je mehr desto besser. Jedoch, immer nur lernen bringt auch nicht. Das Gelernte muss auch geübt werden. Dies geht am einfachsten, indem man die Sachen immer wieder macht. Hat man es drauf, kommt das Nächste. So ergibt sich mit der Zeit ein riesen Wissen aber auch Erfahrung.
Dies ist aber nur möglich, wenn das Begonnene auch zu Ende gebracht wird. Dies musste ich auch lernen. Doch heute, kann ich es. Und bin jeweils echt froh, wenn ich wieder etwas geschafft habe. Wenn auch andere sagen, dass ie froh darum sind, dass es erledigt ist. Es ist ein geben und nehmen. Wer gibt, der wird mehr kriegen, und wer nicht gibt, dem wird auch das noch genommen. Dies kann dann zu Frust und Resignation führen. Es wird zu einer Abwärtsspirale. Das Gegenteil jedoch ist meiner Meinung nach das, was der Mensch will. Je mehr man macht, und auch damit zufrieden ist, desto mehr wird einem gegeben. Dabei geht es nicht mal so sehr um Arbeit selbst, nein es geht um Vertrauen und Anerkennung. Vertrauen ist meiner Meinung das, welches wichtig ist. Denn ohne Vertrauen in den anderen, geht es einfach nicht.