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Freitag, 31. Juli 2015

Asperger und die Genügsamkeit

Manchmal frage ich mich, wieso die NT immer mehr wollen. Wieso sie immer das Neuste haben müssen. Sie sind mit dem was sie haben nie zufrieden. Wollen immer etwas anders. Nun, sie sind eben auf die Welt ausserhalb von sich fixiert. Sie haben nur diese eine Welt. Ich aber habe noch eine andere Welt. Innen.
Ich bin mit dem zufrieden was ich habe, bin. Muss nicht immer jedem Trend nachrennen. Bin genügsam. Das ist etwas das viele nicht verstehen. Wie kann man einfach zufrieden sein mit dem was man hat? Sie verstehe nicht, das mir meine innere Welt wichtiger ist. Das mir meine Gedanken wichtiger sind. Nicht das Haben, sondern das Sein ist mir wichtig.
Wenn ich TV schaue sehe ich nur noch Werbung. Sehe all die Produkte die man haben MUSS. Die Welt ist voll der Werbung. Überall wird einem gezeigt was angesagt ist. Das zeigt den NT, das sie OUT sind, wenn sie das Zeugs nicht kaufen. Nun, mir sagt das alles nichts. Ich schaue, dass ich mit dem was ich habe auskomme. Klar, kaufe ich mir auch mal Schuhe oder sonst was. Aber das ist selten. Denn ich muss mein Geld ja nicht einfach sinnlos ausgeben. Wieso auch?
Was bringt mir das? Den NT scheinbar viel. Sie fühlen sich dann besser. Für den Moment. Dann müssen sie das Nächste kaufen. Kaufen kaufen kaufen. Sie sind einfach nicht genügsam. Verstehe ich nicht. Muss ich auch nicht. Solange sie mich in Ruhe lassen, ist mir ihr Verhalten egal. Ich wundere mich nur ab ihrem Verhalten.
Genügsamkeit ist in der heutigen Zeit etwas das nicht mehr gefragt ist. Die Wirtschaft muss florieren. Muss brummen, wie es heisst. Nun, mir ist das egal. Denn ich will nicht einfach so sein wie die NT. Dieses Verhalten verstehe ich nicht. Ich lebe so, wie ich es für richtig halte. Die NT leben so wie sie denken das es passt. Ich denke, keiner hat das Recht dem anderen zu sagen, was richtig und was falsch ist.
Nur, die NT geben nicht auf. Sie verführen weiter durch ihre Werbung. Durch den Gruppendruck. Gut, das mir das egal ist. Mich berührt das innerlich nicht einmal. Es hat eben auch Vorteile ein Autist zu sein. Ich bin viel weniger empfänglich für das was die NT wollen. Registriere viele nicht. Genügsamkeit ist für mich auch eine Tugend. Sie gehört zu einem ruhigen Leben. Ständig denken was man kaufen muss hindert einem doch daran zu leben. Man muss immer müssen. Zu viel Stress für mich. Ich mag es einfach. Kein Leben das nach Aussen orientiert ist. Ein einfaches ruhiges Leben.
Autist sein ist für mich in dieser Welt ein Segen. Es ermöglicht mir so zu leben wie ich denke das es für mich passt. Dank der Diagnose habe ich gelernt auf mich zu hören. Zu hören was ich will und was nicht. Etwas davon ist die Genügsamkeit. Denn es heisst, weniger ist mehr. Dem kann ich nur beipflichten. Es ist doch so. Wer weniger ausgibt, hat mehr. Nicht nur Geld, sondern auch Ruhe und Gedanken für wichtigeres als das was man gerade dringend haben muss damit man scheinbar Beachtung von den anderen kriegt.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Asperger und das Extrovertierte

Das Extrovertiertsein ist in der heutigen Welt wichtiger den je. Der der laut ist hat Vorteile. Er kriegt was er will. Kann tun was er will. Nur, was passiert wenn jemand das nicht ist? Wenn jemand einfach nur zuhört und die entscheidende Frage stellt? Dann wird er nicht beachtet. Wird nicht gehört. Wieso? Weil der der laut ist, weiss, dass er nichts weiss. Das ist doch das Problem heute. Die NT hören nur auf die NT welche laut sind. Welche immer nur fordern. Welche den anderen das Gefühl geben, das sie im Recht seien. Selber denken ist nicht. Denn wer laut ist, so denken die NT, denkt für sie.
Nun, ich denke für mich. Ich brauche keinen der für mich denken. Wieso auch? Nur, ich bin einer der Stillen. Einer der viel reden kann, aber ich sage am liebsten nichts. Sprechen ist nicht meins. Denn, es ist anstrengend. Bin ich deswegen weniger Wert, als die die laut sind? Sind wir Autisten weniger wert, als die Extrovertierten? Nein, sicher nicht. Es kommt doch immer drauf an was man tut. Wie man es tut. Denn still sein, kann auf lange Sicht eher zum Ziel führen als laut sein. Wieso? Weil die die laut sind, oft nichts können. Das merken die anderen irgendwann schon. Stille Arbeiter sind meist besser. Sie sind nicht still, weil sie etwas zu verbergen haben. Sondern, weil sie so sind.
Das hat meiner Meinung nach auch mit Bescheidenheit zu tun. Denn wer bescheiden ist, der hat mehr vom Leben. So denke ich das jedenfalls. Auffallen ist nicht meins. Ich bin lieber leise. Das ist auch nicht so anstrengend. Ich muss mich so auch nicht immer rechtfertigen. Verstricke mich nicht im Widersprüche. Aber die die laut sind, die sind nicht bescheiden. Die wollen immer nur. Aber eben, immer nur wollen zeigt doch, das sie nichts geben können. Denn, die Stillen sind es doch, die geben. Die nicht fordern, wenn andere fordern. Die tun wie ihnen geheissen. Das aber ist scheinbar nicht mehr gefragt. Die heutige Welt will die lauten. Die die immer nur fordern. Die die immer nur nehmen. Lebe ich in einer Welt umgeben von NT die nicht mehr geben können? Es scheint so. Selfies als Beispiel. Viele feiern sich selber. Stellen sich selber gerne dar. Sind Narzissten. Wollen sich wohlfühlen. Wenn nicht, sind sie weg. Naja, laut sein bedeutet für ich auch, das diese NT keinen Durchhaltewillen haben. Das sie nicht wissen, was sie können und was eben nicht. Jeder Mensch hat Schwächen und Stärken. Zu denen sollte man stehen können. Aber wer kann das heute noch? Zu den Schwächen stehen? Das ist nicht mehr angesagt. Wenige können das. Es zählt doch nur noch die sogenannte Verpackung. Wie sich jemand präsentiert. Sich gibt. Nicht mehr, was er kann. Das wollen die anderen nicht sehen. Sie wollen selber nur immer gut dastehen. Aber zugeben, dass sie was nicht können? Nein. Die Extrovertierten machen scheinbar immer alles richtig. Sie meinen sie seinen perfekt. Das aber ist niemand. Jeder ist doch einfach nur Mensch. Das ist doch das was zählen sollte, der Mensch. Und nicht, wer am lautesten ist.

Sonntag, 26. Juli 2015

Asperger und das Geschrei

Wenn ich so durch eine Stadt gehe. Einkaufen gehe, dann ist immer irgendwo ein Geschrei. Ein Chaos. Laut. Hektik. Alles ist immer grell. Ich bin manchmal froh, wenn ich wieder zu hause bin. Denn da ist es ruhig. Das Geschrei muss nicht sein. Nun, ist es ein Geschrei? Für die NT nicht. Für mich schon. Denn ich höre viel besser als die meisten Menschen. Das hat seinen Vorteil, aber auch seinen Nachteil. Denn ich kann so Musik hören wie die NT es nicht können. Ein Genuss. Aber die Kehrseite ist, das die Welt für mich sehr laut ist. Das sie mich blind macht. Wortwörtlich. Wenn es zu laut ist, sehe ich nichts mehr. Weiss nicht mehr wo ich bin. Das ist nicht angenehm.
Nun das hängt sicher auch damit zusammen, dass ich keine Filter habe. So wie die NT. Das heisst für mich ist so ziemlich alles Geschrei. Aber am extremsten sind die kleinen Kinder. Nichts gegen sie, aber sie sind für meine Ohren einfach zu laut. Viel zu laut. Aber auch die Erwachsenen, wenn sie sprechen sind laut. Viele Stimmen. Viel Lärm. Immer raschelt was. Immer pfeift was. Die Welt ist ein Sammelsurium von Lärm und Chaos.
Nun, dennoch begebe ich mich in sie. Gehe einkaufen, ins Kino, Museum. Wieso auch nicht? Ich will ja auch was tun. Was sehen. Das ist der Preis. Denn ich muss das aushalten, wenn ich was tun will. Was sehen will. Der Preis ist das ich manchmal vor lauter Lärm Schwindel kriege. Nichts sehen kann. Aber meine Frau ist bei mir. Sie weiss wie sie die Situation retten kann. Nur dank ihr kann ich das alles tun. Denn alleine würde ich sicher nichts tun. Denn ich brauche jemand der mich aus dem Zustand nimmt, in den ich kommen kann, wenn alles zu laut wird. Geschrei.
Zu hause ist es ruhig. Das ist auch gut so. Denn ein Ort an dem es ruhig ist brauche ich. Ich denke, das ich da nicht der einzige bin. Das es euch auch so geht. Denn Autisten, viel die ich kenne, ertragen den Lärm das Licht nicht. Aber genau so ist die Welt. Laut hell. Die Welt der NT halt. Sie haben sie so gebaut, dass sie für sie stimmt. Was auch ok ist. Denn sie sind die Mehrheit. Wir nur wenige gegen sie. Naja, da heisst es einfach durch. Sie anpassen, so gut es eben geht. Das ist aber nicht immer einfach. Denn oft kann ich nichts tun, wenn mir alles zu viel wird. Wenn sich mein Zustand ändert. Das passiert einfach. Deshalb brauche ich jemand an meiner Seite der mich aus diesem Zustand herausholt. Wie eben meine Frau. Sie weiss nach all den Jahren, wie sie mit mir umzugehen hat. Nun, es muss für sie auch nicht immer einfach sein, aber dennoch ist sie an meiner Seite. Dafür bin ich ihr auch dankbar. So kann ich auch mal das Geschrei länger ertragen. Muss nicht immer flüchten. Denn das kann es ja auch nicht sein. Flüchten. Wieso solle ich immer flüchten wenn die Welt laut ist? Ich muss lernen in ihr zu leben. Nun, klar nicht im Extrem, aber dennoch so, dass ich nicht zu stark behindert werde. Das aber gelingt nur, mit dem Verständnis meines Umfeldes. Denn alleine geht es nicht. Ich denke aber das kenne nicht nur ich. Denn wir sind auf die NT angewiesen. Ich jedenfalls. Das musste ich erkennen. Das ich nicht alles alleine kann. Nicht alles alleine tun muss. War nicht einfach. So ertrage ich also auch das Geschrei bis zu einem bestimmten Punkt. Nun, der ist aber abhängig wie müde ich bin. Wie gestresst. Aber das kennt ihr sicher auch. Denn nicht jeder Tag ist gleich. Sprich mal erträgt man die Umgebung besser mal nicht.

Freitag, 24. Juli 2015

Asperger und Neues

Neues ist immer so eine Sache für sich. Denn es bedeutet Veränderung. Das ist aber etwas was ich nicht mag. Leider aber ist das Leben voll von Neuem. Denn jeden Tag ändert sich was. Jede Situation ist neu, auch wenn sie ähnlich ist, so ist sie dennoch neu. Nun, so ist das Leben die reinste Herausforderung. Eine aber der sich jeder stellen muss. Denn ich kann ja nicht einfach nur zu hause sein. Warten. Nein, ich muss raus. Muss arbeiten. Will es auch. Ich denke das ist der Punkt. Das Wollen. Denn damit fängt ja alles an. Wenn man nicht will, kann man auch nicht. Es ist eine Frage der Einstellung.
Nur, manchmal bringt mir die Einstellung auch nichts. Denn zu viel Neues ertrage ich nicht. Das bringt mich durcheinander. Wieso? Weil ich zu viel denken muss. Alles neu ordnen. Nein, das verstehen die NT nicht. Sie nehmen alles so wie es ist. Sie verstehen nicht, das es Menschen gibt, die damit sehr grosse Probleme haben. Probleme die nicht selbstgemacht sind, sondern eben von den NT. Sie nehmen keine Rücksicht. Wieso sollten sie auch? Sie wissen ja nicht wie das ist. Sie denken nur an sich. Denken nur an das was sie wollen. Was für sie stimmt. Verstehen nicht, das genau dieses Verhalten dazu führen kann, dass man nicht mehr kann. Es ist nicht so, dass ich das oft erlebe. Aber es kann vorkommen.
Im Moment sicher nicht. Da ich ja Ferien habe. Auch das ist was Neues. Musste mich zuerst wieder an die Ferien gewöhnen. Alles neu strukturieren. Das erforderte einige Tage. Aber jetzt habe ich was davon. Naja, es ist halt alles eine Frage der Organisation. So jedenfalls sehe ich das. Einfach nur mal so tun. Das geht nicht. Alles muss durchdacht sein. Denn so ist das Neue dann nicht mehr neu. Eben, weil ich es im Kopf schon bedacht habe. Das passt so. Aber ich kann ja nicht den Tag voraussehen. Das heisst ich muss mich jeden Tag wieder auf was Neues einstellen von dem ich keine Ahnung habe. Das ist nicht einfach. Ich denke, ich bin da nicht alleine. Vielen wird es sicher ähnlich ergehen. Denn Autisten leben in ihrer Welt. Ja sicher, aber ich lebe auch in der Welt der NT. Was ich als nicht schlecht ansehe. Aber anstrengend. So ist das Leben nun mal. Es ist nicht einfach und dennoch will ich es nicht anderes. Denn Herausforderung muss sein. Sonst wird es mir langweilig. Ich mag es, wenn ich herausgefordert werde. Aber nicht zu arg. Denn dann schaltet sich mein Verstand ein. Alles wird dann kalt und abgeklärt. Das ist ein Selbstschutz. Dieses ertragen die meisten nicht. Sie fragen sich dann, wieso ich so bin. Sie kommen aber nicht auf die Idee, dass mich die Situation überfordert und ich sie nur noch mit extremer Hirnleistung zu lösen versuche. Aber dennoch Neues muss sein. Ich jedenfalls bin froh, dass es so ist. Denn was wäre das Leben sonst? Langweilig.

Mittwoch, 22. Juli 2015

Asperger und die vielen Gedanken

Denken ist normal. So denke ich jedenfalls. Aber ich denke oft zu viel. Zu tief. Alles muss genau durchdacht werden. Alles muss seine Ordnung haben. In den Gedanken.
Es kann sein, dass ich wochenlang nicht mehr aus einem Gedanken finde. Diese Gedanke kann banal sein. Welche Uhr trage ich wann. Was esse ich wann. Solche Gedanken. Aber auch über die Welt oder mein Leben. Denken denken. Naja, es scheint mir als ob das ein Teil meiner Behinderung ist. Denn, ich denke das sich NT nicht solche Gedanken so lange machen. Das sie einfach tun, aber nicht denken. Für mich ist das nicht verständlich. Denn ich lebe durch die Gedanken. Das Denken. Es ist das Einzige, was ich habe. Was ich kann. Aber die Welt sieht davon nichts. Hat nichts davon. Das Denken, die vielen Gedanken sind meine Welt. Eine Welt die nicht sichtbar ist. Die nur ich sehen kann. Die Bilder.
Ob ich darunter leide? Nun, ja manchmal schon. Denn ich sehe, dass ich nicht das tun kann, was ich will. Das ich gefangen in meinen Gedanken bin. Das ich nicht anwesend bin. Auch wenn es mein Körper ist. So ist es mein Geist nicht. Ich bin in meiner Welt, auch wenn ich das nicht wahrhaben will. Denn ich höre es nicht gerne, das ich abwesend bin. Für mich bin ich immer anwesend. Aber das sehen die NT nicht so.
Nur die die mich kennen, verstehen das. Wenn ich nicht anwesend bin. In Gedanken. Manchmal schaffe ich es sogar meine Gedanken umzusetzen. Was selten ist. Aber das Wenige reicht, damit ich ein scheinbar normales Leben leben kann. Denn für mich ist das Wenige, wirklich wenig gegenüber dem, was ich denke. Vieles versuche ich einfach durch rohe Gewalt. Mit meinem Willen. Denn, wenn ich etwas will, lasse ich nicht ab bis ich das erreicht habe was ich will. Das gehört aber auch zu den Gedanken. Da hat der Wille seinen Ursprung. Denn ohne Gedanken keinen Willen. Er muss wissen was zu tun ist. So jedenfalls sehe ich das. So lebe ich seit über 40 Jahren. Wieso auch nicht? Ich meine es ist eine andere Art zu leben. NT, so erlebe ich sie, handeln und denken nicht so viel. Aber sie handeln! Ich denke, das ist einer der grossen Unterschiede. Sie sind nicht ständig von den vielen Gedanken blockiert. Ich schon. Aber nur scheinbar. Ich muss denken. Denken, damit ich leben kann. Damit ich wenigstens was tun kann.
Doch es erfordert viel Verständnis von der Umgebung. Von den Menschen mit denen ich arbeite. Leben. Denn ohne sie könne ich nicht so leben wie ich eben lebe. Ihnen gebührt der Dank. 

Montag, 20. Juli 2015

Asperger und die Liebe

Immer mal wieder lese ich, das es nicht sicher sei, ob Asperger liebe können. Nun, ich verstehe nicht, wie die auf so was kommen. Denn ich kann ja auch fragen, können NT lieben?
Für mich ist es keine Frage ob wir liebe können, die Frage ist doch, wie zeigen wir das. Es wir allgemein behauptet indem wir Dinge kaufen oder herstellen. Nun, das deckt sich mit meinen Erfahrungen nicht. Ich weiss, dass ich lieben kann. Das ich meine Frau von ganzem Herzen liebe. Ich brauche keine Bücher die behaupten wir habe damit Mühe oder können es nicht. Nur, weil wir es nicht so zeigen wie NT heisst das noch lange nicht, das wir das nicht auch können. Ja empfinden können.
Ich jedenfalls kann es.
Die Liebe ist etwas, das man nicht beschreiben kann. Sie ist einfach. Wieso also sollten wir diese nicht auch empfinden können? Mit welchem Recht schreiben NT so was? Ich meine, wenn ich die Nachrichten schaue, denke ich oft, dass die Menschen nicht lieben können. Bei dem Terror und Chaos das sie veranstalten. Aber eben, das ist meine Sichtweise. Ich verstehe auch nicht, wieso es scheinbar Regeln gibt, wie man Liebe ausdrückt. Ist sie nicht bei jedem Menschen einzigartig? Ich denke schon. Denn man liebt keinen Menschen auf die selbe Weise gleich. Jeden liebt man anders. Das jedenfalls ist meine Erfahrung. Denn lieben heisst doch auch, aufeinander eingehen. Sich nicht immer in den Vordergrund stellen. Nun, es heisst aber, das wir das nicht können. Wir Autisten. Nun, ich denke wie können das genau so gut wie die NT. Das auch wir Liebe geben können. Aber auch brauchen. Auch wenn die Signale nicht sie selben sind. Liebe aber ist Liebe. Sie macht keinen Unterschied.
Ich jedenfalls kann mir ein Leben ohne meine geliebte Frau nicht vorstellen. Will ich auch nicht. Wir müssen uns auch aufeinander einlassen. Sie auf mich und ich mich auf sie. Was ist daran so schwierig? Ich meine es ist doch nicht so schwer, dem anderen zuzuhören. Zu lernen wie das andere denkt. Wie es fühlt. Nun, scheinbar eben schon. Für mich jedenfalls nicht. Denn, mir ist es wichtig, dass wir einander verstehen. Aber auch, das wir einander so lieben, wie wir eben sind. Das ist es doch, was die Liebe ausmacht. Den anderen nicht ändern wollen. Aber auch das Treu sein. Egal was passiert. Ich denke, wenn es um Treue geht, sind wir besser als die NT. Aber eben, das sind meine Gedanken, ob das so ist, weiss ich nicht. Mir jedenfalls ist die Treu in der Liebe extrem wichtig. Denn sie zeigt die wahre Liebe. Sie darf nicht gespielt sein. Sie muss echt und wahrhaftig sein.
Die Liebe zu meiner Frau ist auch das, was mich antreibt. Aber auch, was mir das Gefühl gibt, nicht einfach ein Behinderter zu sein. Nicht einfach der Autist. Nein, sie sagt immer mal wieder, das ich einfach nur ihr Ehemann sein. Nicht der Autist. Das ist für mich sehr wichtig. Denn das kann meiner Meinung nach nur die Liebe. Sie überwindet alle Grenzen. Wenn man sich liebt, spielen solche Dinge wie Autist oder nicht, keine Rolle mehr. Danke für deine Liebe Frau!

Samstag, 18. Juli 2015

Asperger und das Loben

Menschen brauchen Lob. Das ist etwas das ich nicht kenne. Denn ich brauche es nicht. Ja, ich weiss ja nicht einmal wann ich geben soll. Was ich loben oder sagen soll.
Das macht die Sache nicht einfach. Denn ich weiss, dass NT auf Lob angewiesen sind. Wieso, weiss ich nicht. Aber sie scheinen das zu brauchen. Das kann auch einer der Gründe sein, wieso sie lieber unter sich sind. Denn da kriegen sie Lob. Das was sie brauchen. Autisten wie ich, können das nicht geben. Ich kann es nicht einmal lernen. Denn ich müsste jede Situation lernen. Das ist dann doch zu viel. Also lasse ich es.
Ich versuche aber so gut ich kann etwas Positives zu sagen. Ob das Lob ist, weiss ich nicht. Aber ich denke, das ist ein Anfang. Nun, ich versuche aber dennoch zu lernen was Lob ist und wie es verteilt wird. Nur, das kann ich nicht alleine. Meine Frau hilft mir dabei. Sie macht mich ab und zu darauf aufmerksam, das mal wieder ein Lob angebracht wäre. Das sie das wie alle anderen auch braucht. Nun, wenn sie mich auffordert, dann versuche ich was nettes zu sagen. Aber eben, es ist nicht von mir sondern von ihr aus. Das ist ja nicht das Selbe. Ich versuche aber, dass ich es auch ohne sie schaffe. Aber wie geschrieben, werde ich es nie wirklich können. Denn ich weiss nicht wann und wie. Ganz zu schweigen vom WAS. Naja, für mich ist es kein Problem. Denn ich kenne Lob nicht. Brauche es auch nicht. Loben tue ich nur mich selber. Aber von den anderen kann ich es nicht annehmen. Das mag auch daran liegen, dass ich nichts annehmen kann. Und wenn nur schwer. Denn, was nicht von mir ist, ist eben nicht von mir. Und da ich nur mich habe, ist alles was von Aussen kommt schwer anzunehmen.
Ich lerne aber von meiner Frau, dass ich das eben auch soll und darf. Sie ist da sehr geduldig. Das ist es auch, was wir Autisten doch brauchen. Geduld. Geduld der NT. Denn ohne diese würde das zusammenleben nicht möglich sein. Ich weiss, das ich nicht einfach bin. Aber ich bemühe mich, so gut ich eben kann, auch ein wenig normal zu sein. Was mir aber selten gelingt. Ich bin eben wie ich bin. Meine Frau scheint das aber nicht zu stören. Naja, das ist sicher auch einer der Gründe, wieso sie meine Frau ist. Denn ich denke, das kann eben nur die eigene Frau. Einem so lieben wie man ist. Anderes kann ich mir das nicht vorstellen.
Nur so kann ich langsam erlernen, was Lob ist. Wie ich es austeilen muss oder soll.
Was aber bei ihr im Kleinen klappen könnte, heisst nicht, dass ich das auch sonst anwenden kann. Denn dann sind es andere Menschen. Andere Situationen. Das ist nicht einfach. Vielleicht ist das auch der Grund, wieso ich mich bis jetzt noch nie an das Thema Lob gewagt habe. Aber der Anfang ist gemacht. Mal sehen, wie sich die Sache weiter entwickeln wird. Meine Erkenntnis ist, das die Menschen, NT, Lob brauchen. Viel Lob. Denn nur so fühlen sie sich verstanden und ernst genommen. Also versuche ich es so gut ich kann. Auch wenn ich es nicht nachvollziehen kann. Nicht um meinet Willen, sondern meiner Frau zuliebe.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Asperger und Entspannen

Entspannen ist so eine Sache für sich. Kann ich das überhaupt? Ich weiss es nicht. Denn ich denke immer was. Muss immer was tun. Entspannen ist, wenn ich mal ein paar Minuten nichts tue. Das kann es aber auch nicht sein.
Für mich ist Entspannen aber nicht das was für die NT entspannen ist. Kein Lärm. Kein Licht. Keine Hektik. Das ist für mich entspannen. Für mich spielt es keine Rolle ob ich zu hause bin, oder ob ich arbeite. Wenn das stimmt, dann kann ich mich entspannen. Ich brauche nicht Ruhe wie die NT. Quasi entspannen auf Befehl. Ferien. Nein, das ist nicht mein Ding. Denn ich mache gerne immer was.
Wie an diesem Blog schreiben. Wieso auch nicht? Auch das ist für mich entspannend. Denn, ich schreibe gerne. Für mich ist es auch Gedanken loslassen. Nicht an alles denken zu müssen. Denn, was geschrieben ist, muss ich nicht mehr denken.
Entspannen ist für mich als Autisten also nicht in dem Sinne möglich wie für die NT. Aber ich denke, ich bin da nicht alleine. Auch wenn der Alltag immer gleich ist, ist das entspannend. Denn ich muss nicht denken, was ich wann wie mache. Ich weiss es einfach. Ist aber nicht Alltag, muss ich darüber nachdenken. Alles neu ordnen. Nun, das kommt ja nicht allzu oft vor. Somit spielt es für mich keine Rolle. Ich stresse mich nicht selber. Nehme den Tag so, wie er eben ist. Denke nicht zu viel darüber nach. Muss ich auch nicht. Denn ich erwarte von mir nichts. Wieso sollte ich? Ich meine, der Rest des Jahres ist ja schon genug anstrengend. Da muss ich in den Ferien nicht auch noch stressen. Mich stressen.
Ruhe ist keine NT. Die machen immer Lärm. Alles an der NT Welt ist laut. Die können nicht anderes. Wieso, weiss ich nicht. Ich jedenfalls habe es gerne still. Keine Stimmen. Keine Geschrei. Nichts. Das aber habe ich nur zu hause. Nur da. Aber eben, wenn ich was will, muss ich raus. Das ist nicht immer einfach. Besonders, wenn ich müde bin. Aber was sein muss, muss eben sein. Muss ja auch einkaufen. Besorgungen machen. Ohne geht es nicht. Damit habe ich mich aber arrangiert. Denn ich mache das ja schon seit vielen Jahren. Somit ist es kein Problem. Aber entspannend ist es nicht. Froh wieder zu hause zu sein. Sicher doch. Denn ich kann nicht zu lange draussen sein. Im Lärm der NT. In ihrer Hektik. Ich denke, damit bin ich nicht alleine. Denn die Welt der NT ist komisch. Vieles verstehe ich nicht. Muss ich auch nicht verstehen. Wieso auch? Ich habe meine eigene Logik. Die reicht mir. Muss nicht noch die anderen verstehen. Mit dem was ich bin, habe ich schon genug zu tun.
Entspannen ist auch schön. Ich versuche mich darin. Übe. Denn ich will das auch mal können. Richtig entspannen. Das was die NT darunter verstehen. Ob es mir gelingen wird?`Keine Ahnung. Ich denke aber nicht. Aufgeben aber tue ich nicht. Wenn ich Ferien habe, kann ich das gut üben. Denn wenn ich arbeite, geht es ja nicht. Da habe ich zu viel anderes.

Dienstag, 14. Juli 2015

Asperger und die laute Welt

Gehe ich durch eine Stadt ist es laut. Überall ist Stimmengewirr. Piepen. Rascheln. Geschrei. Das ist manchmal echt störend. Denn wieso kann die Welt nicht einfach ruhig sein? Den NT aber scheint das nichts auszumachen. Es ist ja ihre Welt. Sie brauchen den Lärm. Für mich aber ist das unangenehm. Ständig von Lärm gepeinigt zu werden.
Ich verstehe auch nicht, wieso alles Lärm machen muss. Wieso alles laut sein muss. Egal wo ich hingehe, es ist immer laut. Das zeigt mir, das die Welt den NT gehört. Das sie nicht wissen das es Menschen gibt, die das kaum ertragen können. Sie wissen nicht, das ihre Welt andere stört. Ja nervt. Denn ich muss manchmal aus dieser Welt flüchten. Nach hause. Da ist es so wie es sein muss. Ruhig. Geordnet.
In der NT Welt herrscht ein riesiges Chaos. Für mich. Alles ist ungeordnet. Auch das macht Lärm. Nur hören das die NT nicht. Alles macht ein Geräusch. Die NT hören das nur nicht. Stille. Ja selbst die ist nicht leise. Aber sie ist ertragbar. Das verstehen die NT nicht. Sie brauchen scheinbar den Lärm. Besonders andere Stimmen. Sonst haben sie Angst. Fühlen sich alleine. Ich fühle mich in dem ganzen Lärm blind und gefoltert.
Naja, nur, ich kann das nicht ändern. Muss mich wenn ich was will, raus. Muss mich durch die NT Welt kämpfen. Auch wenn das gegen Aussen nicht sichtbar ist, so ist es in Kampf im Innern.
Das ständige Geschrei. So nehme ich die NT wahr, ist manchmal kaum auszuhalten. Wenn ich müde bin ist es noch extremer. Wieso? Weil mein Gehör dann besser wird. Viel besser. Entgegen dem was immer behauptet wird. Wer müde ist, hört weniger. Nein, ich viel besser. So gut, das ich alles höre. Leises wird laut. Lautes wird unerträglich. Wie ein Rockkonzert. Nur, wenn ich das sage, versteht das niemand. Denn die NT können das nicht nachvollziehen. Wie auch? Sie haben das ja nicht. So muss ich halt Verständnis für sie haben. Anders geht es nicht. Sonst würde ich nur zu hause sein. Was ich ja nicht will. Denn auch ich will ein so normales Leben wie es nur irgendwie geht. Will auch Teil der Welt sein. Auch wenn sie laut ist. Wenn sie hektisch ist. Da muss ich durch. Denn ich weiss, am Ende des Tages bin ich zu hause. Bin da wo ich mich erholen kann.
Manchmal brauche ich das Chaos der Welt. Aber nicht deren Lärm. Das Chaos ja. Denn ich will mich dem aussetzen. Nur um zu sehen ob ich es kann. Ob ich damit zurecht komme. Ob ich Fortschritte mache. Das aber gelingt mir nicht immer.
Der Lärm der Welt ist etwas was ich nicht haben müsste. Aber die NT schon. Sie bauen Gegenstände die lärmen. Die Piepen. Die Pfeifen. Verstehe ich nicht. Ich würde alles ruhig bauen. Kein Lärm. Nichts. Der Lärm ist auch dafür verantwortlich, dass ich manchmal die Welt nicht sehen kann. Blind bin. Denn da ich Klang sehen kann ist es nicht immer einfach sich durch so eine laute Welt zu begeben. Je mehr Lärm desto weniger sehe ich. Auch wenn ich die Augen voll aufmache, so sehe ich dennoch fast nichts. Das verstehe die NT auch nicht. Deshalb wäre eine ruhige Welt besser.

Sonntag, 12. Juli 2015

Asperger und die Ordnung im Kopf

Alles muss ich im Kopf ordnen. Sobald sich etwas verändert, muss ich alles wieder anpassen. Alles neu machen. Das ist anstrengend. Das ist mühsam. Die NT haben das nicht. Sie nehmen das was ist so wie es ist. Sie haben es einfacher. Ich nicht. Wenn sich alles immer verändert, führt das irgendwann zu einer Überlastung. Denn ich weiss nicht mehr, was ist und was nicht. Baue mir dann meine eigene Welt. Die aber ist nicht mehr vereinbar mit dem was die NT Realität nennen. Das führt dazu, dass ich mich immer mehr in meinem Welt zurückziehe. So weit, das alles was von Aussen an mich herankommt, als störend empfunden wird. Das ich das als Vernichter meiner Welt ansehe. Als Gegner. Diesen muss ich bekämpfen. Das ist für mich nicht angenehm, aber für die anderen sicher noch weniger. Sie verstehen nicht. Ich auch nicht.
Aber so ist es wenn ich keine Ordnung im Kopf habe. Die Ordnung kann nur durch Ruhe und keine Veränderungen wieder hergestellt werden. Ferien sind da ein gutes Mittel. Denn dann bin ich zu hause. In einer Welt in der nicht Chaos herrscht, sondern Ruhe. In der ich nicht ständigen Veränderungen unterworfen bin. Ich kann einfach leben und muss nicht immer alles neu ordnen.
Das ist für mich wichtig. Denn meine Fähigkeit mich neuen Gegebenheit anzupassen ist stark eingeschränkt. Das ist ein Teil meiner Behinderung. Das ist aber auch das, was mir ermöglicht schnell und komplex zu denken. Denn nur so kann ich einen scheinbar normalen Alltag leben. Ich muss ständig denken. Habe nur zu hause meine fixen Abläufe. Da muss ich nicht denken. Sonst eben schon.
Das ist aber auch gut so. Denn ich brauche die Herausforderung. Aber eben, nicht zu viel und zu lange. Denn sonst verliere ich mich in mir.
Ordnung im Kopf ist für mich aber auch eine Befreiung. Im Sinne von, ich muss mal nicht denken. Keine Ideen haben. Kann einfach sein. Muss mal nicht für jemanden denken. Da sein. Probleme lösen. Denn das ist auch nicht immer einfach. Besonders dann nicht, wenn das den ganzen Tag so geht. Tag für Tag. Nein, irgendwann muss ich all das Chaos ordnen. Am Wochenende. JA sicher. Aber mit der Zeit reicht das auch nicht mehr.
Die Ordnung im Kopf ist auch wichtig, damit ich wieder neue Idee sammeln kann. Damit ich wieder klar sehen kann. Meine Bilder. Denn, wenn ich sie nicht habe, dann kann ich nichts tun. Sie brauche ich, damit ich arbeiten kann. Sie sind mein Werkzeug. Unordnung und Chaos versperren mir aber die Sicht auf sie.
Deshalb ist Ruhe und Dunkelheit wichtig. Nur so kann ich sie wieder sehen. Mit der Zeit kann ich sie auch in lauter Umgebung sehen. Aber nicht lange. Ein paar Wochen. Wenn wieder alles zu chaotisch wird, verliere ich den Sichtkontakt. Naja, damit aber lebe ich schon mein ganzes Leben. Komme aber immer noch nicht so recht damit klar. Es ist etwa so, wie wenn man einen Arm ab und zu nicht gebrauchen kann. Oder die Augen nicht öffnen kann. Das muss nicht sein. Ist nicht angenehm. So aber ist es, wenn ich meine Bilder nicht habe.
Habe ich aber Ordnung im Kopf, dann habe ich sie. Kann wieder Ideen in die Welt bringen. Meinen Beitrag leisten. Was mir sehr wichtig ist. Denn, Ordnung muss sein. Auch im Kopf.