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Samstag, 26. Mai 2018

Asperger und Alice im Wunderland

Lange Jahre dachte ich, dass Alice im Wunderland einfach eine Kindergeschichte ist. Nun, letzthin habe ich das Buch mal gelesen und wurde eines Besseren belehrt. Es ist kein Kinderbuch. Im Gegenteil, es ist ein Buch für Erwachsene. Es ist ein Buch, das Einblick in eine Welt gibt, die normalen Menschen verborgen bleibt. Eine Welt, in welcher, alles möglich ist, und alles anderes ist. Eine Welt, die nichts mit der bekannten Welt zu tun hat. Darin ist ja alles mühsam. Alles ist komisch. Fremd.
Naja, ich war erstaunt was in diesem dünnen Buch so alles drin steht. Aber ein Sache ist mir aufgefallen, es gibt kein Licht. Keine Dunkelheit. Nun, das ist etwas, dass der normale Mensch nicht kennt. Er braucht Licht. Aber auch die Dunkelheit. Obwohl er diese fürchtet.
Für mich war es aber nichts Abnormales. Eine Welt ohne Licht und Dunkelheit. Meine Welt ist auch so. Es gibt beides nicht. Und doch ist sie. Ist ist sichtbar. Wenn auch nur für mich. Es ist für viele nicht vorstellbar, dass so was existiert. Aber nur weil sie es nicht sehen können, heisst es ja nicht, dass es sie nicht gibt. Die Welt die anders ist.
Auch hat Alice im Wunderland doch einiges mit uns Autisten zu tun. Denn es ist eine Welt, die Anders ist. Eine Welt aber, in welcher das Anderssein, das Normale ist. Was wäre, wenn unsere Welt so wäre. Eine Welt, in welcher wir die Normalen sind? Das wäre nicht gut. Denn was wären wir dann? Normal? Will ich nicht sein. Du etwas? Ich bin gerne wie Alice. Nur eben in der verkehrten Welt. Aber dennoch komme ich irgendwie damit klar. Auch wenn es nicht immer einfach ist. Wenn es mir manchmal sehr schwer fällt. Denn, ich merke auch, dass mich die Welt der Normalen immer weniger interessiert. Das sie mir egal ist.
Nicht, dass ich jetzt einfach einen auf Umweltsünder mache, oder was zu zerstören will. So wie die NT. Nein, sie berührt mich nicht mehr. So nach dem Motto, sei Teil der Welt, ohne, dass sie Teil von dir ist. Ist nicht so einfach zu verstehen. Aber denke darüber nach. Denn, es lohnt sich, und eröffnet dir auch eine neue Sichtweise. Es ist nicht so, das ALLES an der NT-Welt schlecht ist. Aber doch einiges. Zum Beispiel verstehe ich nicht, wieso die so egoistisch sind. Wieso sie immer von etwas profitieren müssen, damit sie sich auch bemühen etwas zu tun. Sie wollen immer nur, dass sich alles um sie dreht. Komisch. Ich denke nicht so. Wieso sollte ich? Du etwas?
Jedenfalls ist Alice im Wunderland ein wunderbares Buch. Ein Buch das besser ist, als so manches das zum Thema Autismus geschrieben ist. Man muss es nur anders lesen. Nicht mit den Augen eines NT, sondern aus der Sicht der Welt in einem. Einer Welt, die keiner ausser man selber sehen kann.
In der Dinge möglich sind, die nicht möglich sind. Dinge die nicht existieren. Kommt dir das bekannt vor? Wenn ja, lies es mal, wenn du es nicht schon gelesen hast. Doch, es gibt mehrere Versionen. Nicht die kindliche, sondern diejenige, die die beste Übersetzung ist (insel taschenbuch 42, Lewis Caroll, ISBN 978-3-458-31742-5), meiner Meinung nach.
Ich musste viel über dieses Buch nachdenken. Und, es hat mir eine andere tiefere Sichtweise ermöglicht. Eine Sichtweise, die ich wusste, dass ich sie habe, aber sie nie gebraucht habe. Es ist bis jetzt eine interessante Erfahrung die Welt, auch die eigene in sich, neu zu entdecken und zu sehen.
Nur eine Sache, kann ich leider in der sogenannten realen Welt nicht ändern, das mit dem kein Licht, keine Dunkelheit. Leider ist da immer Licht. Nun, die Sonne als solches stört mich nicht. Aber das ganze Kunstlicht. Grauenhaft. Ich weiss nicht, wie die NT so was aushalten können.
So, das waren einpaar kurze Gedanken zu Alice im Wunderland.
Danke fürs lesen. 

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