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Freitag, 21. April 2017

Asperger und Software entwickeln

Software entwickeln ist keine einfach Sache. Jeder der das mal versucht hat, wird schnell feststellen, das es sehr viel zu üben und lernen gibt. Aber ist ein Irrglaube, dass alle Autisten das einfach können und auch wollen. Denn die meisten sind nicht dafür geeignet. Dabei geht es nicht im Intelligenz. Ist ja bei den NT auch nicht anders. Die machen ja auch nicht nur eine Sache. Wieso also sollten wir dies tun? Aber eben, es ist eine Lehrmeinung die ich nicht teile. Denn meine Erfahrung lehrt mich eines Besseren.
Was braucht es, um Software zu entwickeln? Nun, sicher das Wissen und die Erfahrung. Aber das ist nicht alles. Es geht vor allem darum, sich vorzustellen, was der Benutzer will. Wie er die Software einsetzt. Wie er sie bedienen soll. Alles Dinge, die nicht so einfach für Autisten sind. Besonders die Sache mit dem Benutzer. Den, man muss sich in die Lage und Situation einer solchen Person versetzen können. Und, man muss planen können. Weit voraus. Denn, eine Sache ist eine Software nie. Fertig. Es gibt immer Fehler. Dinge die verbessert werden können. Neue Anforderungen.
Wie auch immer. Es ist ein Beruf wie jeder andere auch. Klar ist es auch manchmal Kunst. Es ist auch Leidenschaft. Aber braucht es diese nicht bei anderen Berufen auch? Sicher. Also ist doch das Softwareentwickeln nicht anders als eine Tätigkeit die bezahlt wird. Die Anforderungen und Termine hat. Die auch qualitativ gut sein muss.
Wieso schreibe ich das alles eigentlich? Nun, ich arbeite ja als Softwareentwickler. Wieder. Nach all den Jahren in den ich nichts mehr geschrieben habe. Ich dachte, ich werde das nie mehr tun. Was mein Plan war. Nun, er ist fast aufgegangen. Aber wie das Leben so ist. Es hat seine eigene Logik.
Also musste ich mich wieder in sie Sache reingeben. Wieder Freude entwickeln. Was nicht einfach war. Dafür habe ich Monate gebraucht. Aber jetzt habe ich es geschafft. Habe wieder meine Spass daran. Sehe die Sache mehr als ein Hobby das bezahlt wird. Klar, es ist keine Hobby, aber ich halte es im Geiste so. Wieso? Nun, so kann ich auch Dinge tun, die ich nicht mehr tun will oder wollte.
Denn die Softwareentwicklung hat mich unter anderem in die Klink gebracht. Also wollte ich das alles vermeiden. Nur nicht mehr coden. Aber ich tue es wieder. Mit Freude.
Ja, ich lerne sogar nach Feierabend manchmal noch zu hause. Probiere was aus. Oder denke nach, was ich am nächsten Tag einbauen will. Welche Probleme ich noch lösen muss. Aber nicht so, dass mich das alles belasten würde. Sondern aus Spass an der Sache.
Ich denke, das ist das Wichtigste. Das einem das, was man tun Spass macht. Dass man es gerne macht. Auch wenn man es nicht tun will. Aber es dennoch sinnvoll ist.
Was für mich wichtiger ist, als was ich will. Mir geht es darum, dass ich was für andere tun kann. Das ich einen Mehrwert erbringen kann. Das kann eben auch Software sein. Und ich lerne so auch viel über die Menschen. Denn, ich muss mit ihnen sprechen. Ihre Bedürfnisse verstehen. Aber auch mal NEIN sagen können, wenn die Sache zu gross wird.
Alles in allem ist Software entwickeln nicht anders als Teamarbeit. Es ist wie einen Text schreiben. Des halb nennt man das Werkzeug dafür auch Programmiersprache. Sprache. Die hat ihre Regeln. Ihre Gesetze. Wie unsere Sprache auch. Im Grunde genommen ist es nicht anders, als das was ich jetzt gerade tue. Einen Text schreiben. Nur mit dem Unterschied, das man noch was damit machen kann. Was mit meinen Texten ja nicht der Fall ist. Man kann ihn lesen und darüber nachdenken. Mehr auch nicht. Insofern ist also nichts Spezielles an der Softwareentwicklung. Ausser, dass die Welt immer mehr davon braucht. Alles muss immer digitaler werden. Deshalb kann es nicht schaden, sich die Sache mal anzuschauen und auszuprobieren. Einen Versuch kann es ja wert sein.

Sonntag, 16. April 2017

Asperger und spezielle Bedürfnisse

Ich weiss nicht, wie es dir geht. Aber ich lese immer mehr, dass es immer mehr Menschen gibt, die spezielle Bedürfnisse einfordern. Einfach weil sie denken, sie seine anders. Ist das Zeitgeist? Ist das einfach ein Ausdruck der Individualität die die Menschen entdecken? Ich weiss es nicht. Was ich aber weiss, ist, dass es für uns so nicht einfacher wird. Es gibt so viele Bedürfnisse, die heute die Menschen, NT, haben, dass wir als Minorität einfach nicht mehr gehört werden. So kommt es mir jedenfalls vor. Muss nicht stimmt. Ist einfach mein Eindruck.
Ich werde immer und immer wieder gefragt, was für Bedürfnisse den Autisten haben. Wie muss ihr Arbeitsplatz aussehen. Wie eine Wohnung? Keine Ahnung, wie das für andere Autisten sein muss. Ich denke, es gibt nicht DEN Arbeitsplatz. DAS Bedürfnis. DIE Wohnung. Das muss doch jeder für sich selber entscheiden. Oder nicht? Für mich sind solche Fragen überflüssig. Denn es gibt das Selbe auch nicht für die NT. Sie sind auch alle verschieden. So wie wir auch. Wieso also dieses Fragen? Nun, sicher aus Nicht-Wissen. Denn sie meinen, dass Autist Autist ist. Sie irren.
Was aber könnten den spezielle Bedürfnisse sein? Nun, bei mir ist es sicher die Ruhe. Das Licht. Nur keine Licht. Oder aber, das ich genau weiss, was ich zu tun habe. Das heisst, nicht, dass ich die Lösung kenne, sondern nur, was ich zu erledigen habe. Oder die Wohnung. Nun, sie muss ruhig sein. Im Grünen. Sicher nicht in der Stadt. Aber das sind alles Dinge, die ich selber bestimmt habe. Nicht aus der Literatur habe. Vieles wie mein Leben ist, hat sich auch einfach ergeben. Manchmal ist es doch besser nicht zu viel über alles nachzudenken, sondern einfach zu leben.
Die Bedürfnisse von Autisten können genau so wenig alle erfüllt werden, wie die der NT auch.
Was mir aber auffällt, ist das es unter den NT immer mehr Menschen gibt, die Welt mit ihren Bedürfnissen terrorisieren. Sie wollen, dass alle so sind wie sie. Das alles so eine muss, wie sie es wollen. Nun, ich denke, die sind sich einfach nicht bewusst, dass es noch andere Menschen mit anderen Bedürfnissen um sie herum hat. Wohl bemerkt, NT, nicht Autisten. Wobei ich mich frage, ob nicht viele NT auch immer mehr durch ihr komisches Verhalten zu Autisten werden. Aber das ist ein anderes Thema.
Wie auch immer. Ich jedenfalls, versuche so wenig wie es nur geht, mir Gedanken zu machen, was für spezielle Bedürfnisse ich brauche. Das mach das Leben doch nur komplexer. Muss nicht sein. Ich mach es einfach. Je mehr Bedürfnisse erfüllt werden müssten, desto mehr Menschen sind in die Sache involviert. Muss nicht sein. So wenig Mensche wie es nur geht. Aber nicht Null. Auch ich brauche Menschen um mich. Auch so was. Denn viele denken, wir Autisten wollen keine Menschen um uns herum. Sie irren. Sicher mag es solche geben, aber sicher nicht alle.
Manchmal denke ich, dass es für die Welt besser wäre, wenn die NT endlich mal wieder denken würden. Den sogenannten gesunden Menschenverstand gebrauchen würden. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass dieser der Welt abhanden gekommen ist.
Das wäre eines meiner Bedürfnisse. Das die NT wieder ruhiger werden. Das sie wieder realisieren, dass sie nicht alleine sind. Das sich nicht alles um sie dreht. Sondern, dass wir eine Gesellschaft sind, in der jeder seine Aufgabe hat. Das die Menschen einfach wieder menschlicher werden. Das wäre mein Bedürfnis und auch mein Wunsch.

Mittwoch, 12. April 2017

Asperger und sich selber überwinden

Früher habe ich dies nicht verstanden. Wie soll ich mich selber überwinden. Ich bin doch kein Hindernis. Wie also kann ich mich selber überwinden?
Bis ich erkannt habe, dass sich die meisten Menschen selber im Wege stehen. Sie wollen etwas und tun es nicht. Sie denken aber handeln nicht. Aus Faulheit? Als Trägheit? Ich weiss es nicht. Was ich aber vermute, ist, dass die meisten Menschen eines nicht wollen. Veränderungen. Also tun sie nichts oder nur das, was sie kennen und können.
Beendet so was Leiden? Nein, sicher nicht. Geht es um das Beenden von Leiden? Dem Meisten nicht. Sie leiden, weil sie meinen, es gehört zum Leben. Es muss so sein. Das heisst, sie geben sich auch keine Mühe mal zu überlegen, wie sie Leiden beenden können. Nicht nur ihres, sondern auch das anderer. Klingt nach Buddha. Ich weiss. Darum geht es mir aber nicht.
Sondern, wie kann ich selber in der Welt mehr leisten. Wie kann ich mehr vom Leben haben? Wie es besser geniessen? Nun, das ist nicht einfach für mich. Denn ich bin oft, sehr oft, einfach in meinen Gedanken gefangen. Will was tun, kann nicht. Da ich nicht exakt weiss, was mich erwartet. Kling öde. Ist es manchmal auch. Doch dann sage ich mir, dass ich es wenigstens versuche. Mir Mühe gebe. Auch wenn es oft nicht von Erfolg gekrönt ist. Muss es das immer sein? Nein, sicher nicht.
Ich musste lernen, wieder in einer NT-Welt zu arbeiten. Musste lernen, dass ich wieder einfach ein Mitarbeiter bin. Dass ich genau ein Gebiet habe. Nicht wie früher mehrer. Ich konnte mitbestimmen, was im Geschäft entschieden wurde. Heute nicht mehr. Ich musst mich dafür selber überwinden. Musste einsehen, das es eine neue Chance ist. Klar, ich habe ein paar Monate gebraucht. Aber was ist das schon gegen die Jahre zuvor. Sprich, ich musste mich geistig neu ausrichten. Was ich noch immer tue. Ich musste ein Teil meines Denkens ändern. Musste Interesse und Freude für das entwickeln, was ich tue. Softwareschreiben. Aber nicht für irgend wen, sonder für die Leute mit denen ich zusammenarbeite. Das musste ich zuerst einsehen. Musste einsehen, dass ich einfach ein Teil eines Grösseren bin. Das es nicht darum geht, was ich will, sondern wie ich meinen Beitrag leisten kann. Wie ich helfen kann. Ich schweife ab.
Zurück tum Thema. Nun, also, sicher selber überwinden erfordert eine Sache. Arbeit. Man muss lernen an sich zu arbeiten. Über sich nach zu denken. Zu meditieren. Zu sein. Kein Lärm. Das ist ja was, womit viele NT so ihre Probleme haben. Die müssen immer was tun. Es muss immer irgendwo Musik sein. Ein Video. Der TV. Hauptsache keine Ruhe. Nur, so kann man sich eben nicht überwinden. Einsehen, dass man selber die ein Teil des Leides ist, welches man hat. Klar, nicht alles. Aber es ist ja auch immer eine Frage der Einstellung. Sind immer alle anderen Schuld, oder erkenne ich, das ich es auch sein kann.
Was ich entscheide, entscheide ich. Dazu muss ich stehen. Eine wichtige Erkenntnis. Die vielen logisch erscheint, in der Praxis aber nicht umgesetzt wird. Denn, NT weisen meistens die Schuld von sich. Sie sind es nicht gewesen. Wozu haben wir sonst Gerichte? Anwälte? Die Schuldfrage.
Menschen sind oft sehr mit dem verhaftet, was sie besitzen. Was sie meinen zu sein. Sie können oft nicht loslassen. Das ist auch ein Teil des Überwindens. Erkennen, dass alles nur temporär ist. Nichts ist für immer.
Dazu kommt, das auch NT immer nur vom ICH sprechen. MEIN. Egal was. Alles ist MEIN. Auch wenn es nicht so ist. Sie können diesen Gedanken nicht überwinden. Würden sie es tun, dann würden sie erkennen, dass das Leben einfach wird. Aber Achtung. Es geht mir nicht um Gleichgültigkeit oder Egoismus. Es geht einfach darum, dass wir mit so vielen Dingen belastet sind, die uns im Grunde genommen nicht gehören und um die wir uns auch keine Sorgen machen müssen. Fällt das weg, im Kopf, so wirst du merken, dass es ein anderes Leben ist. Ein Leben das freier ist. Im Geiste. Das wieder Ressourcen frei macht für anderes. Für die Familie, Arbeit oder einfach nur für sich selber.
Probiere es einfach aus. Es ist nicht einfach und braucht sehr viel Übung. Und, Rückschläge gehören dazu. Auch ich kann es nicht perfekt. Muss auch nicht sein. Denn trotz Autismus bin ich eines. Ein Mensch.

Samstag, 8. April 2017

Asperger und der Vollmond

Wenn sich jetzt einige von euch fragen, was dieser Titel soll, so fragst du dich zurecht. Es geht mir jetzt nicht darum, etwas über den Vollmond zu schreiben. Sondern er soll etwas aufzeigen.
Etwas, das ich habe. Das ich erst vor ein paar Jahren entdeckt habe. Nun, es geht um eines meiner Lieblingsthemen. Die Aussenwahrnehmung. Was also hat der Vollmond damit zu tun, wirst du dich jetzt fragen. Für mich, sehr viel.
Denn, ich kann die Umwelt die Umgebung, nicht wahrnehmen. Nichts. Ich weiss nicht, bin ich Draussen, oder Drinnen. Bin ich neben jemandem oder nicht. Nichts. Das ist auch der Grund, wieso ich mich durch die Welt tasten muss. Einfach weil ich sie nicht wahrnehmen kann.
Was hat das mit dem Mond zu tun? Sehr viel. Mehr, als mir lieb ist. Denn, ich merke, wenn es vor dem Vollmond ist. 2 Tage zuvor. Ich kann nicht mehr schlafen. Mein Kopf fühlt sich an, als ob er im Dauerstress ist. Kann nicht mehr abschalten. Alles in den Beinen kribbelt. Ist dann aber Vollmond dann ist alles wieder vorbei.
Nur das was ich Oben geschildert habe, kann ich von der Aussenwelt merken. Ausgerechnet den Mond! Etwas, das nicht mal auf diesem Planeten ist. Schon verrückt. Für mich ist es das. Ich wusste dass mein Leben lang nicht. Bis ich eines Tages untersucht habe, wieso ich immer zu einer bestimmten Zeit im Monat nicht schlafen konnte und kann. Es hing wie gesagt, immer mit der Zeit 2 Tage vor dem Vollmond zusammen. Was habe ich unternommen um dem Herr zu werden? Nichts. Es gibt einfach nichts. Weder Temesta noch sonst was. Ist so. Ich kenne es nicht anders.
Was aber hat das alles mit dem Autismus zu tun, wirst du dich jetzt sicher fragen. Wieso schreibt der so was? Nun, eben, es geht um die Aussenwahrnehmung. Die ist, bei uns eben anders als bei den NT. Nur, dass ich gar keine habe. Das ich nichts registrieren kann. Für mich ist das kein Problem. Nur, als ich erfahren habe, dass das nicht normal ist, brach für mich eine Welt zusammen. Denn, ich dachte nicht, das man die Welt wahrnehmen kann. Ja, ich kam nicht einmal auf die Idee. Das war hart. Aber ich habe dann lernen müssen, dass es einfach so ist. Heute ist es für ich kein Problem mehr.
Auch habe ich viel weniger blaue Flecken als früher. Ich konnte mir diese nie erklären. Heute kenne ich den Grund. Ist das schlimm, wenn ich die Welt nicht wahrnehmen kann? Nicht so wie die NT? Nein. Wie gesagt, ich kenne es nicht anders. Für NT wäre es sicher schlimm.
Aber es zeigt mir auch, dass Wahrnehmung relativ ist. Das niemand weiss, wie der andere die Welt wahrnimmt. Dass niemand dies absolut sagen kann. Was ich aber weiss, ist das die NT sicher nicht so wahrnehmen wie ich. Nichts. Das nicht. Denn sonst würde nicht immer vom Fühlen gesprochen werden. Sicher, sie meinen die Emotionen. Aber nicht nur. Sondern auch andere Menschen. Sie merken wenn sich jemand im Raum befindet. Sie merken Blicke. Sie merken Stimmungen. Ich nicht. Nichts. Das ist nicht immer einfach gewesen. Heute? Sicher. Denn ich bewege mich nur in der NT-Welt, wenn ich muss. Und wenn, habe ich meine Strategie. Eine ist, Augen auf. Schauen. Eine andere ist meine geliebte Frau. Sie ist oft meine Rettung. Sie stoppt mich. Zieht mich zurück. Macht mich aufmerksam auf andere. Dafür bin ich dankbar. Denn ich kann das nicht. Diese Art von Hilfe hätte ich früher abgelehnt. Heute nicht mehr. Heute nehme ich sie dankbar an. Auch wenn sie mir manchmal zeigt, dass ich behindert bin. Damit komme ich aber klar.
Der Vollmond. das waren meine kurzen Gedanken dazu. Hat wenig damit zu tun und doch sehr viel. Vielleicht hilft euch dass, wenn ich mal wieder schlaflos im Bett liegt. Schaut doch das nächste mal den Vollmondkalender an. Vielleicht hilft er euch den Grund zu finden. Mir jedenfalls half er. Heute nerve ich mich nicht mehr, sondern ich weiss wieso ich nicht schlafen kann. Aber sicher, nicht immer ist der Vollmond die Ursache.

Dienstag, 4. April 2017

Asperger und Ausbildungen

Ist es für Autisten möglich, eine normale Ausbildung zu absolvieren? Damit meine ich eine Lehre oder eine Matura. Ein Studium.
Früher stellte sich so eine Frage nicht. Ich habe eine normale Lehre gemacht. 3 Jahre die nicht immer einfach wahren, aber mir dennoch viel gebracht haben. Von Autismus wusste ich damals nichts. Wer schon? Nun, also, es gab all das, was es heute an Förderprogrammen gibt, nicht. Die Devise lautete,
4 gewinnt. Sprich mit einem Notenschnitt von 4 ist man in der nächsten Klasse. Das war alles. Prüfungen gab es mal angemeldet, mal nicht. Das alles hat mir nicht geschadet. Im Gegenteil.
Ich kann also sagen, dass es möglich ist, eine Ausbildung als Autisten zu machen. Ohne Hilfe. Wäre es mit einfacher gewesen? Da kann ich nur für mich sprechen. Nein. Denn ich hätte nicht mehr viel gemacht. Mit dem Gedanken, dass es schon irgendwie passend gemacht wird. So aber, hatte ich das nicht. Musst selber schauen wie ich das alles auf die Reihe kriegte. Das selbe dann mit dem Studium plus Arbeiten nebenbei. Etwas, das ich heute nicht mehr könnte. Nicht weil ich Autist bin, sondern weil ich älter geworden bin. Also nicht mehr so viel Energie habe, wie in den 20er meines Lebens.
Aber ich weiss auch, dass viele Autisten so was nicht können. Wieso nicht!? Bin ich besser als die? Nein. Es ist eine andere Zeit. Andere Anforderungen. Andere Möglichkeiten. Ich denke, heute könnte ich das auch nicht mehr einfach so. Mit dem Wissen das ich jetzt habe. Viele der Schwierigkeiten, welche ich hatte, sind mit dem Autismus begründbar. Aber nicht alle. Diejenigen, die es sind, die würden mir heute mit einer Begleitung erspart bleiben. Auch mit dem Wissen das die Lehrer heute haben.
Viele von ihnen wissen zumindest das es den Autismus gibt. Wo sie sich informieren können. Oder noch besser, sie werden geschult. Das alles war damals nicht vorhanden. Es gab auch kein Internet, wie wir es heute kennen. Solche Informationen konnte man sich nicht einfach schnell mal eben besorgen. Trotzdem allem, habe ich es geschafft. Manchmal frage ich mich, wie ich das alles geschafft hatte. Ehrlich. Ich weiss es nicht. Es ist einfach. Macht nichts, wenn ich nicht weiss wie.
Das Wichtigste für ich ist, dass auch Autisten, die mehr Mühe haben als ich, dennoch eine Chance kriegen. Klar, Chance ist nicht gleich Abschluss. Etwas muss man schon dafür tun. Aber mit Hilfe ist er erreichbar. Ohne, das weiss ich von einigen, wäre ein Abschluss nicht möglich. Denn, es braucht eben doch ein spezielles Umfeld. Was ich lange nicht wahrhaben wollte.
Ich arbeite bei Swisscom. In einem normalen Grossraumbüro. Aber, ich habe ein Team hinter mir auf welches ich im Krisenfalls zurückgreifen kann. Und, ich habe ein eigenes Aufgabengebiet. Ich schreibe spezielle Software, welche es so nicht gibt. Sie ist speziell auf die Bedürfnisse des Team abgestimmt. Eine Aufgabe. Eine Sprache. Ein Ziel. Ich arbeite also nicht wie die Normalen mit anderen zusammen, sondern alleine. Aber für andere. Eine spezielle Situation, die es so nicht gibt. Aber sie wurde für mich geschaffen. Eben, dass ich eine Chance habe.
Dies als kleiner Exkurs.
Ausbildungen. Nun, viele Autisten sind sogar sehr gut ausgebildet. Aber es hapert dann mit dem Job finden oder behalten. Das ist der andere Aspekt der Ausbildung. Was bringt einem eine super Ausbildung wenn man keinen Job findet. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich denke, das Autisten in der heutigen Zeit, mehr Chance und Möglichkeiten haben. Das es bessere Unterstützung gibt. Das es mehr Hilfe gibt. Was ich sehr gut finde. Jeder soll eine Chance kriegen. Auch wir. Und ich denke, dass wir mit unserer Art nicht nur Probleme schaffen, sondern eben auch lösen können.
Ich sage immer, das eine Ausbildung nur eine Sache von ein paar Jahren ist. Aber die Möglichkeiten, die einem danach geboten werden, es sich lohnen. Klar, das ist ideal gedacht. Es ist doch so, wer in unserer Gesellschaft keine Ausbildung hat, der ist weniger wert. Als Mensch. Obwohl das so nicht stimmt. Aber für die NT ist es leider so. Eine Ausbildung ist nur ein Mittel, als Mensch seine Weg im Leben zu gehen. Doch den Weg muss jeder für sich gehen. Hilfe ja sicher, aber gehen muss man selber.
Autisten und Ausbildung? Sicher doch. Wir können das genau so gut oder schlecht wie die NT. Es kommt nur auf den Menschen an ob er will oder nicht. Und, das ist das gemeine an der Sache. Ob man jemanden findet, der einem unterstützt. Einem hilft und auch mal über Schwächen hinweg sieht.
Und so kriegen auch wir Autisten eine Chance in einer Welt die uns nicht versteht.

Freitag, 31. März 2017

Asperger und die Beurteilung

Die Menschen, NT, beurteilen was sie nur können. Die Firmen kreiren App in mit denen die Menschen die Produkte beurteilen können. In Firmen gibt es das alljährliche Beurteilungsgespräch. Immer wird beurteilt.
Das hat mich zur Frage geführt, ob ein Autist auch beurteilt werden darf, wenn er in einem Diversity-Programm einer Firma ist. Wie soll ein Autist beurteilt werden, wenn genau das was seine Defizite sind, ja der Grund sein können, für eine schlechtere Beurteilung. Ist das also korrekt wenn das gemacht wird, ober aber geht so was nicht?
Eine Antwort habe ich noch nicht. Wie auch. Es ist einfach eine Frage die ich noch nie gehört habe, und die so noch keiner gestellt hat. Weisst du eine?
Ich jedenfalls denke, dass es möglich sein könnte. Unter der Voraussetzung, das eben, die Punkte die mit dem Autismus erklärbar sind, nicht beachtet werden. Das führt dann aber zur Überlegung, ob man so als Autisten ernst genommen wird. Also als Menschen wahrgenommen wird. Du siehst. Es ist nicht so einfach. Denn, auf der einen Seite wollen wir ernst genommen werden, doch auf der anderen Seite sind wir eben die Behinderten, die nicht ernst genommen werden. Ein Paradox.
Wie gesagt, es geht mir heute nicht darum, eine Antwort zu finden, noch eine zu präsentieren. Sondern darum, mal darüber nachzudenken. Es geht mir auch darum, dass die Gesellschaft sich solche Fragen stellen müsste. Das sie lernen muss, dass eben nicht alle so sind wie sie.
Generell halte ich nichts von Beurteilungen. Denn sie geben nur ein verzerrtes Bild des jeweiligen Menschen wieder. Aber irgendwie müssen sich die NT halt orientieren. Eine Aufgabe die ich nicht tun wollte. Ich bin froh, dass ich niemanden beurteilen muss. Aber ich mag es auch nicht, wenn ich beurteilt werde. Wieso? Weil ich niemanden beurteile und verurteile wie er ist oder was er macht. Aber das ist mal wieder idealistisch gedacht. Also ehere was für die Gedanken als für die sogenannte echte Welt.
Wie auch immer. Die Menschen brauchen Beurteilungen. Sie beurteilen was das Zeugs hält. Aber sie sind auch gut, wenn es darum geht, andere fertig zu machen. Neudeutsch. Shit-Storm genannt. Das können die NT sehr gut. Aber wenn sich so was gehen sie richtet, dann sind sie gleich am Ende. Naja, desshalb sage ich ja, ich beurteile nicht und ich will auch nicht beurteilt werden. Das das nicht geht, ist mir auch klar. Aber kann ich beurteilt werden? Wieso diese Frage? Nun, ich bin eben in der Situation, dass ich als Diversitiy-Projekt angestellt bin. Das alle im Team wissen, was meine Behinderung ist. Was ich eben nicht so kann wie sie. Was eben in der Vergangenheit immer wieder zu Problemem geführt hatte. Das kann nicht beurteilt werden. Müsste aber nach Reglement. Denn es gibt keines, das für Autisten ist. Oder Menschen die einfach anders sind. Nun, braucht es so was überhaupt? Ich weiss es nicht. Aber ich denke, es ist auch nicht gut, wenn jeder seine eigenen individuellen Beurteilungskriterien zusammenstellt. Das geht nicht. Aber es ist an der Zeit, dass das Ganze mit den Beurteilungen generell überdacht wird. Nicht nur was uns Autisten anbelangt, sondern auch die NT. Denn auch für sie ist es eine grosse Belastung. Braucht unsere Welt so was überhaupt  noch? Auch das weiss ich nicht. Aber ich denke, es ist an der Zeit auch darüber mal nachzudenken.
Ich jdenfalls tue dies. Denn es ist mir wichtig. 

Montag, 27. März 2017

Asperger und Altes loslassen

Neues ist immer so eine Sache für sich. Altes, das man lieb gewonnen hat, ist irgendwann nicht mehr. Man hat sich an so vieles gewöhnt und plötzlich ist es nicht mehr.
Altes loslassen, damit hatte ich früher mehr Probleme als heute. Denn damals wollte ich, unbewusst, dass sich nichts ändert. Die Schule sollte ewig gehen. Die Lehre. Matura, Studium. Die Arbeit. Und doch wollte ich, das sich immer mal wieder was ändert. Paradox. Ich weiss. Aber damals wusste ich nicht, wie mit Neuem umgehen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass sich je was ändern könnte.
Heute ist das kein Problem mehr. Denn ich weiss, dass sich alles immer ändert. Das nichts ist, wie es war. Kein Tag ist wie der andere. Doch zu dieser Erkenntnis musste ich erst mal kommen. Was nicht einfach war. Aber ich habe in meinem Leben schon viele krasse Veränderungen erlebt. Das es auf eine mehr oder weniger auch nicht mehr an kommt.
Da wo ich arbeite werden wir in den nächsten Tagen das Büro umstellen. Kaum einer sitzt mehr da, wo er sass. Also wieder eine Veränderung. Nur, diese kommt nicht einfach so. Wir wurden schon vor Wochen informiert. Nicht nur ich, sondern auch die NT. Denn auch sie haben damit so ihre Probleme. Müssen sich neu einstellen. Auf die neue Situation. Was auch für sie nicht einfach ist. Ich denke, dass ist nicht nur eine Sache, die Autisten was angeht, sondern auch NT. Ja, es ist doch menschlich das man am Alten hängt. An dem was man kennt. Oder nicht? Frag dich mal.
Ich jedenfalls habe in den letzten Wochen so einige Veränderungen erlebt. Nicht nur was meine Arbeit anbelangt, sondern auch privat. Denn, nach vielen vielen Jahren wurde mal wieder ein neues Auto fällig. Nur, ich hatte mit der Umstellung kein Problem. Klar, alles ist neu. Ungewohnt. Aber dennoch, es ist etwas, worauf ich mich freute und auch vorbereitet war. Denn ich habe es ja selber ausgesucht.
Und, Neues ist manchmal gar nicht so schlecht. Denn Altes kann auch eine Last sein. Kann mühsam sein. Auch wenn es einem liebt ist. So kann neues auch wieder neue Impulse geben. Neue Gedanken.
Nur, ich sehe das so. Ich weiss aber, das viele Menschen damit Probleme haben. Auch wenn sie dies so nicht aussprechen. Denn, auch NT wollen, das alles so bleibt wie es ist. Eine kleine Änderung und sie sind verwirrt. Sie die Sache mit WhatsApp. Das hat die NT voll aus dem Konzept gebracht. Sie machten so lange Stress, bis alles wieder war, wie es eben war. Da soll mal einer sagen, wir Autisten sind nicht flexibel. Können nicht mit Veränderungen umgehen. Können es den die NT? Nein. Auch sie können es nicht. Nur, bei uns wird doch immer so eine Theater darum gemacht. Dabei erleben ich gerade Autisten als flexibel. Sie sind es gewohnt, das sie sich neunen Gegebenheiten anpassen müssen.
Das grösste, was ich je loslassen musste, war mein altes Leben. Das loszulassen, war nicht einfach. Denn, die Diagnose hatte alles verändert. Ich war mit einem Male nicht mehr normal, sondern eben ein Behinderter. Heute kann ich sagen, das dies sicher die beste Veränderung in meinem Leben war. Das ich mein Leben, durch das Loslassen, endlich so leben kann wie ich will. Also hat Altes loslassen auch seine Vorteile. Manchmal muss man sie doch einfach akzeptieren und das Beste versuchen daraus zu machen.

Donnerstag, 23. März 2017

Asperger und der 1.Arbeitsmarkt

Die Arbeitswelt ist brutal. Gnadenlos. Nichts für Autisten. Hart. Kalt. Worte, nichts als Worte. Ich meine, ich erlebte und erlebe diese Arbeitswelt nicht so. Nicht einmal habe ich sie in den über 20 Jahren so erlebt. Woher das kommt, weiss ich auch nicht.
Sicher, es gab Kündigungen. Sicher, es war nie einfach. Doch es ging weiter. Die Frage ist doch die. Wie nimmt man sie wahr. Die Arbeitswelt. Klar, wenn man nur negativ denkt, dann erstaunen mich die eingangs gebrauchten Worte nicht. Aber wenn man erkennt, dass man mit Menschen zusammenarbeitet, dann wird die Sache anders.
Ich erlebe die Arbeitswelt als etwas, was nicht einfach ist. Klar. Aber ich erlebe sie auch als sehr menschlich. Das hat sicher damit zu tun, dass alle mit denen ich arbeite, wissen, dass ich Autist bin. Das kann sicher einen Unterschied machen. Muss aber nicht. Wissen tue ich es nicht bestimmt.
Seit ich aus der Schule bin, bin ich im ersten Arbeitsmarkt. Ich kenne nicht anders. Ich weiss aber von vielen Autisten, dass sie das so nicht könnten. Denn sie wurden oft auch so gemacht, dass sie es nicht können. Schuld dabei trägt keiner. Es sind Umstände. Der Versuch, das Beste aus dem Leben zu machen. Oder zu helfen. Aber es kann eben auch schief gehen. Muss nicht.
Aber eine Sache muss ich auch gestehen. Es ist nicht so, dass ich alleine bin. Ich habe ein Team hinter mir. Menschen die den Autismus verstehen. An die ich mich wenden kann, wenn es mal nicht mehr geht. Das, so denke ich, ist eine gute Lösung. Eine Lösung die ich so jetzt seit über einem halben Jahr schon habe. Auch wenn es nicht immer einfach war und ist, so geht es doch weiter. Ich will auch. Will nicht einfach nichts tun. Oder einen Job machen, der einfach keinen Sinn ergibt.
Das was ich tue, ergibt für mich Sinn. Klar, ich habe jetzt auch nicht die Traumstelle.  Aber gibt es die überhaupt? Ich weiss es nicht. Was ich aber weiss, ist, dass ich nicht nur für mich da bin, wo ich arbeite, sondern mich auch bemühe, das andere Autisten mir folgen können. Das sie auch eine Chance in so einem grossen Konzern kriegen. Das ist meinen Motivation. Jeden Tag.
Was tue ich denn so den ganzen Tag? Ich entwickle spezielle Software, die nur in unserem Team gebraucht wird. Lösungen, die es nicht gibt. Die nicht gekauft werden können. Nun, wie gesagt, nicht meine Traumstelle. Aber es ist Arbeit, die Lohn gibt. Und, die Sinn ergibt. Ich kann so was für andere tun. Nicht für mich. Mir ist das wichtig. Und, wenn die Software dann gebraucht wird und denen die sie brauchen, die Arbeit erleichtert, dann freut mich das.
Dies ein kurzer Abstecher in meine Arbeitswelt.
Was ich in den Medien immer wieder lesen, erschreckt mich manchmal schon. Das Stellen einfach abgebaut werden. Das Menschen zusammenbrechen. Das sie sich umbringen. Wegen der Arbeit. Nun, das alles gehört dazu. Aber ist sie wegen dem gnadenlos? Nun, ich denke, nein. Es kommt wie gesagt, auf die Einstellung an. Klar, damit ist nicht alles geregelt. Alles schön. Aber es hilft doch sehr. Manchmal muss ich mir das am Abend auch wieder sagen. Sei nicht so negativ. Fatalistisch. Sehe es positiv. Du hast Arbeit. Verdienst dein eigenes Geld. Das ist nicht wenig, was ich habe. Denn, es gibt viele, die haben das nicht. Die kämpfen. Ich kämpfe auch. Aber eben anders. Für mich ist es wirklich so, ich fahre in eine andere Welt. Nicht mein. Die der NT. Ich arbeite ausschliesslich mit NT zusammen. In einem Grossraumbüro. Was nicht immer einfach ist. Aber auf der anderen Seite finde ich es auch toll. Denn, ich arbeite in eine coolen Team. Als nichts von Gnadenlos. Sondern menschlich. Ich erlebe die Menschen als Menschen. Versuche nicht einfach nur NT in ihnen zu sehen. Was auch nicht immer einfach ist. Denn das dualistische Denken habe ich irgendwie verinnerlicht. Autisten - NT. Was nicht richtig ist. Es gibt nur Menschen. Die einen sind so, die anderen anders. Aber im Grunde genommen, sind wir doch alle gleich. Und genau das erlebe ich jeden Tag in der 1.Arbeitswelt. Menschlichkeit und nicht das, was ich in den Medien lese. Es ist halt so, es geht nichts über eigene Erfahrungen. Dazu gehören Gute wie Schlechte. Aber alles zusammen macht doch den Menschen aus, den man ist.

Sonntag, 19. März 2017

Asperger und die Selbstbezogenheit

In irgend einem Artikel habe ich gelesen, dass die NT NT fast ausschliesslich selbstbezogen sind. Das sie nur an sich denken. Das sie immer an erster Stelle kommen. Es geht nur im das ICH. Sprich, worin unterscheiden sie sich also von uns? Autismus = Selbstbezogen. Worin? Nun, ist das Wort Autismus falsch? Sind so nicht alle Menschen Autisten? Nach Definition ja. Die NT denken nur an sich. Also etwas, was sie uns exklusiv zuschreiben. Viele von uns glauben das noch. Dabei stimmt dies einfach so nicht. Was sie meinen, ist das wir anderes denken und handeln wie sie. Das wir nicht so sehr auf das Gegenüber eingehen können, wie sie. Nur, sie tun dies auch nur dann, wenn sie einen Nutzen davon haben. Sonst ist es einfach Geplapper. 
Also, sind wir doch wie die NT und doch nicht. In deren Augen sind wir Behindert. Menschen die nicht so gut sind, wie sie. Menschen die an den Rand der Gesellschaft gehören. Menschen, die nicht die selben Rechte haben. Die um alles kämpfen müssen. 
Ganz ehrlich. Manchmal bin ich es auch leid, immer und immer wieder beweisen zu müssen, das Autisten auch arbeiten können. So wie NT. Das sie auch normale Arbeit verrichten können. Manchmal. 
Selbstbezogen ist aber das Thema. Nun, bin ich das? Ich denke, nein. Denn ich denke immer zuerst an die anderen. Ich komme als letztes. Ich nehme mich jeden Tag zurück. Immer die anderen zuerst. Ist das Selbstbezogenheit? Typisch Autist? Nein. Ist es nicht. Was aber ist den typisch Autist? Weisst du es? Ich weiss es nach 6 Jahren noch nicht. Ich hören diesen Satz ab und zu, doch schlau werde ich nicht aus ihm. Das wir anders sprechen? Das wir nicht empathisch sind? Das wir uns nicht so um die anderen kümmern wie wir sollten? Tun dies die NT? Sind sie empathisch? Sprechen sie nicht auch komisch? Wer ist für all die Gewalt in der Welt zuständig? Sind wir es, oder die NT? Frag dich mal? Wieso also sagen sie dann, dass WIR die behinderten sind, wo sie es doch selber sind. Sie zerstören alles, nicht wir. Wir sind friedlich. NT nicht. Sie haben die Gewalt in sich. Aber das ist ein anderes Thema. 
Schlussendlich geht es doch bei den NT darum, dass es immer und nur um sie geht. Sie sprechen immer nur von MEIN Arbeitsplatz. MEIN Auto. MEIN MEIN MEIN. Es geht ihnen auch nur um sie selber. Also sind sie auch selbstbezogen. Sie können sich auch nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die nicht so sind wie sie. Wer anders ist, wird ausgeschlossen. Das kennst du sicher auch nur zu gut. Alles ist ein Kampf in so einer Welt. Dabei sagen die NT von sich selber, sie seinen sozial. Um andere besorgt. Sie sind auch nur um sich besorgt. Es geht nur darum, das sie profitieren können. Sie Ausverkauf. Da benehmen sie sich wie Irre. Nicht wie Tiere. Das wäre eine Beleidigung den Tieren gegenüber. Aber sie sind einfach ein Haufen Chaos. Genau so kommen sie mir oft vor. Eben, weil sie nur an sich denken. Weil es nur um sie geht. 
Wieso also sagen sie dann, das wir selbstbezogen sind? Verstehe ich nicht. Verstehst du es? Ich suche den Grund seit Jahren, doch gefunden habe ich ihn nicht. Eine Antwort die passt. Alles sind immer nur Erklärungsversuche. Aber die sind schlecht. Ich denke, das sie auf Grund der Art wie wir kommunizieren meinen, dass es immer nur um uns geht. Was so nicht stimmt. Ich kenne viele Autisten, die denken auch an andere und nehmen sich lieber zurück. Also alles andere als selbstbezogen. 

Dienstag, 14. März 2017

Asperger und die Realitätsferne

Oft habe ich die Frage gestellt, was denn die Realität ist. Allgemein das was NT als Aussenwelt wahrnehmen. Aber ist sie meine Realität? Nein. Ich habe eine andere, auch wenn ich körperlich in der Welt der NT lebe und wahrgenommen werde.
Entsprechen meine Gedanken dem was Aussen ist? Meistens nicht. Meistens ist meine Welt fern dessen was NT wahrnehmen und sehen. Was sie denken ist ihre Realität. Nicht meine. Nur, wenn die Differenz zu gross wird, dann kann es Probleme geben. Allgemein geschrieben. Doch was sind diese Probleme überhaupt?
Zum einen, kann es in totalem Rückzug enden. Die Welt interessiert mich nicht. Oder ich kann mich überfordern. Mich in was reinsteigern. Kann zusammenbrechen. Kann nicht mehr wollen. Sehe alles nur noch negativ. Fatalistisch. Bei ist alles nicht so schlimm und im Grunde genommen in Ordnung.
Es kann aber auch sein, dass ich alles super finde. Keine Probleme sehe. Alles ist in bester Ordnung. Dabei ist es nicht. Ich denke es anders. Nehme es anders wahr.
In beiden Fällen entstehen Probleme. Probleme mit NT. Aber auch mit mir selber. Die Synchronisation mit der NT-Welt gelingt mir nie. Ich muss immer alles übersetzen. Nachdenken. Brauche Zeit. Nur, diese habe ich meistens nicht. Sprich ich muss mir also alles merken und wenn ich Zeit habe, es überdenken. Das kann aber nicht gut gehen. Denn die Menge an Informationen ist irgendwann einfach zu viel. Ich komme nicht mehr nach mit nachdenken. Sprich ich lasse es. Es entsteht, ist eine geistige Leere. Realitätsferne. Wobei dabei die Welt der NT gemeint ist. Nicht meine. Ich lebe immer in der Realität. In meiner. Nicht in der der NT. Das am Rande.
Sprich, mit meiner Realität habe ich keine Probleme. Aber mit der der NT. Sie ist voller Informationen die ich nicht verstehe. Gesten die ich nicht sehen kann. Worte deren Bedeutung ich nicht verstehe. Sondern eben nur was gesagt ist und nicht gemeint.
Komme wieder runter. So ein beliebter NT-Satz. Nur, ich kann nicht runter kommen. Bin ja schon auf dem Boden. Mit meinen Füssen. Was sie meinen, war mir lange nicht klar. Kriege wieder einen klaren Kopf. Denke nach. Sei wieder geistig bei uns. Etwa so lautet meine Übersetzung. Ob sie stimmt, weiss ich nicht. Aber ich denke, ich komme der Sache nahe.
Also komme wieder runter. In unsere Realität. Also der Ort in dem sich NT auskennen, ich aber nicht. Respektive nur mit viel Mühe. Aber das scheint ihnen egal zu sein. So lange es für sie stimmt.
Aber das kennst du sicher nur zu gut.
Frage also. Leben Autisten in der Realitätsferne oder sind sie in der Realität? Wer weiss schon was real ist und was nicht. Ich jedenfalls nicht. Ich gehe einfach davon aus, das meine Wahrnehmung die richtige ist. Was sie aber nicht ist. Es ist nur eine von vielen möglichen. Ein Unterschied im denken zu den NT. Ich weiss, dass sie die Welt anders wahrnehmen als ich. Aber dennoch kann ich nichts geben mein Verhalten tun. Es ist einfach da. Autismus eben. Sollte nicht eine Entschuldigung sein, sondern eben eine Tatsache mit welcher wir leben müssen. In der Realität der NT.
Ich denke, wir sind nicht so Realitätsfern wie die NT meinen. Es braucht oft nur wenig, damit wir auch verstehen und die Verbindung in ihre Welt machen können. Aber diese Verbindung ist eben gerade das Schwierige. Nur wer sich mit Autisten wirklich auskennt, kann dies. Bei allen anderen geht es meistens schief. Dies ist jedenfalls meine Erfahrung.
Ergo, hat jeder seine eigene Realität. Und ich denke, wir sollten einfach akzeptieren, das diese bei jedem Menschen anders ist und sie nicht werten. Sondern einfach so hinnehmen. Denn keine von denen ist besser oder schlechter. Eben nur anders.