Dieses Blog durchsuchen

Translate

Montag, 1. April 2013

Asperger und die Antriebslosigkeit überwinden

Die Antriebslosigkeit ist etwas was jeden treffen kann. Plötzlich mag man nichts mehr tun. Egal was man sich vornimmt, man kann es nicht mehr umsetzen.
Asperger haben dies sogar sehr ausgeprägt. Wobei es für mich nicht direkt eine Antriebslosigkeit ist, sondern vielmehr das Verständnis etwas zu tun. Es kann auch vorkommen, dass man sich zu viele Dinge auf einmal vornimmt. Dann geht auch gar nicht mehr.
Doch wie kann das überwunden werden? Nun, dieses Frage kann ich nicht direkt beantworten, da die Gründe dafür sehr vielfältig sein können. Ich kann es nur von mir beschreiben.
Viele denken, dass ich sie mit Hilfe von Therapien überwunden habe. Dass mir also von Aussen geholfen wurde. Das kann meiner Erfahrung nach niemand. Tun muss man es selbst. Ich habe es dadurch überwunden, indem mir klar wurde, was ich will und was nicht. Auch habe ich begonnen, immer nur eine Sache zu machen. Egal was. Sei es im Haushalt oder auf der Arbeit. Immer nur eine Sache, danach die Nächste. Mit der Zeit konnte ich auch wieder mehre Sachen machen und auch daran denken. Doch zu Beginn braucht es das, dass man nur Eine macht. Man muss sich darauf fokussieren und nur daran denken. Es ist zu Beginn nicht so einfach. Ich selbst brauchte mehre Monate bist ich wusste, wie ich es machen musste.
ich erlebe immer wieder, dass Asperger meinen, dass man ihnen helfen müsse. Dass die Therapeuten einem heilen können oder einem aus dem Tief befreien können. Dass ist falsch. Sie können einem nur Ideen und Konzepte geben. Machen muss man es alleine. Der Wille dazu reicht nicht. Man muss es wirklich tun. Ein Aufgabe beginnen und versuchen sie zu Ende zu bringen. Egal was. Zu Beginn sollte es keine grosse Aufgabe sein. Zum Beispiel einkaufen. Sich eine Liste von den Dingen erstellen, welche man einkaufen will. Danach geht oder fährt man einkaufen. Jedoch ist darauf zu achten, dass man genau das kauft, was man aufgeschrieben hat. Nichts mehr und nichts weniger. Hat das mit der Zeit geklappt, kann man grössere Aufgaben nach dem gleichen Muster bewältigen.
Ich selbst schreibe mir heut immer noch auf, was ich zu tun habe. Nicht mehr im Privaten aber auf Arbeit. Das Aufschreiben ist für mich der Schlüssel zu allem. Ich habe eine Liste vor mir auf welcher steht was ich machen muss. Diese Liste habe ich ja geschrieben, also ist es für mich auch kein Problem sie abzuarbeiten.
Das Zweite ist der Sinn für das was man tun will. Man muss wissen wozu man etwas macht. Grundlos einfach etwas machen, bringt nichts. Asperger haben da so ihre Mühe damit. Jedoch ist es manchmal so, dass man Dinge einfach tun muss ohne sie zu hinterfragen. Das können Arbeiten sein, welche einem der Chef gibt. Es braucht dafür nicht immer eine riesen Diskussion, wieso das gemacht werden muss. Einfach machen und gut ist. Oder im Privaten. Wieso den Haushalt machen? Nicht hinterfragen, machen. Hat man solche Tätigkeiten mit der Zeit automatisiert, so kann man sich schon wieder Gedanken dazu machen. Sie optimieren oder vereinfachen. Wie es beliebt. Doch bis dahin braucht es auch Disziplin etwas zu beginnen und auch zu Ende zu bringen. Das ist nicht einfach, aber mit der Zeit geht es wie von selbst.
Das Dritte ist die Motivation. Ich musste mich immer wieder selber motivieren, dass ich etwas mache. Ich musste es mir Mantra-mässig ein reden. Immer und immer wieder. Irgendwann, war ich motiviert, egal was ich tue. Ich mache die Aufgaben, welche ich tun muss, mit Freude. Es geht nicht nur darum, etwas zu erledigen, sondern, dass man sich danach auch besser fühlt, wenn es erledigt ist. Mit der Zeit wird es normal, und man kann Aufgaben und Hindernisse ohne grosse Probleme überwinden. Therapien helfen einem nicht viel. Da wird nur geredet und geredet. Tun, das ist der der Anfang von allem. Etwas beginne, und dann zu Ende bringen.