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Freitag, 5. April 2013

Asperger und die Grenze

Niemand kann alles können. Jeder kommt irgendwann an seine Grenzen, wo es nicht mehr weitergeht. Doch sind die meisten fähig, diese Grenzen zu überwinden. Sie erkennen, dass das sie nicht mehr weiter wissen, und besorgen sich das nötige Wissen oder die nötigen Kenntnisse. Dies indem sie googlen, jemanden fragen oder einfach nur ausprobieren. Das Googlen und fragen sind die einfachsten Möglichkeiten. Das Fragen hingegen ist nicht so einfach. Denn man muss zugeben, dass man nicht mehr weiterkommt, oder etwas nicht kann.
Asperger sind schnell an Grenzen. Wissen sie, was sie tun müssen, ist alles kein Problem. Taucht jedoch ein Problem auf, stehen sie an. Sie wissen nicht, wie sie weitermachen müssen. Sie sitzen dann einfach da, und warten. Wie ein PC im Leerlauf. Dieses wartet ja auch auf weitere Befehle. Ich selbst erlebe das immer wieder, dass Asperger nicht mehr weiter wissen. Dass ich ihnen wieder neue Inputs geben muss. Dass ist auch für mich nicht immer einfach, da ich ja selber Asperger bin. Mir selber passiert es auch immer wieder, dass ich nicht mehr weiter weiss. Aber, ich habe gelernt, dass ich fragen muss. Irgendjemand hat immer einen Tipp oder einen Hinweis. Doch einfach fragen, geht auch nicht. Denn die Frage muss so gestellt sein, dass ich die Antwort bekomme, welche ich will. Sie muss als präzise gestellt sein.
Auch meinen einige, wenn sie an einer Arbeit sind, dass sie fertig sind. Doch wenn ich diese überprüfe, sind sie noch weit von fertig entfernt. Sie sehen nicht, was es alles noch braucht. Sie meinen, dass das was sie tun, genial ist oder schon fertig ist. Dem ist im Normalfall nicht so. Ihnen dann beizubringen, dass sie noch nicht fertig sind, ist nicht so einfach. Sie sehen das nicht ein. Aus ihrer Sicht, sind sie es. Dies ist wieder so eine Grenze. Zuzulassen, dass man nicht fertig ist, oder jemand anders eine bessere Idee hat, oder mehr weiss.
Grenzen erkennt man erst, wenn sie überschritten werden. Erst wenn sie überwunden sind. Nur so kann man sich weiterentwickeln. Nur so kommt man voran. Ich selbst komme immer und immer wieder an meine Grenzen. Doch ich versuche diese zu erkennen und zu überwinden. Es ist nicht immer einfach, zuzugeben, dass ich nicht mehr weiter weiss oder etwas nicht kann. Aber ich habe gelernt, dass es sich lohnt, dies zuzugeben. Die anderen haben dafür Verständnis, und helfen einem. Sei dies auf Arbeit oder auch im Privaten. Menschen haben Verständnis wenn es einem nicht gut geht, oder man nicht mehr weiterkommt. Sie helfen einem Jedoch muss man sich getrauen, zuzugeben, dass man an Grenzen gestossen ist. Einfach zu denken, die anderen erkennen das schon, klappt nicht. Da niemand Gedanken lesen kann. Das Wichtigste ist, einfach zu kommunizieren. Zu sagen, was nicht klappt oder wo das Problem liegt. Das braucht am Anfang sehr viel. Doch wie mit allem, ist es nur eine Frage der Übung. Auch lernte ich mit der Zeit, dass nichts passiert, wenn ich frage, oder etwas nicht kann. Im Gegenteil, ich werde unterstützt und mir wird geholfen. Genau so mache ich es, wenn jemand mit einem Anliegen zu mir kommt. Ich weiss heute, dass das sehr wichtig ist.
Grenzen sind meiner Meinung nach dafür da, dass man sich weiterentwickeln kann. Dass man über sich hinauswachsen kann. Und so auch mehr vom Leben hat. Nicht gleich aufgeben, sondern fragen.