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Freitag, 21. April 2017

Asperger und Software entwickeln

Software entwickeln ist keine einfach Sache. Jeder der das mal versucht hat, wird schnell feststellen, das es sehr viel zu üben und lernen gibt. Aber ist ein Irrglaube, dass alle Autisten das einfach können und auch wollen. Denn die meisten sind nicht dafür geeignet. Dabei geht es nicht im Intelligenz. Ist ja bei den NT auch nicht anders. Die machen ja auch nicht nur eine Sache. Wieso also sollten wir dies tun? Aber eben, es ist eine Lehrmeinung die ich nicht teile. Denn meine Erfahrung lehrt mich eines Besseren.
Was braucht es, um Software zu entwickeln? Nun, sicher das Wissen und die Erfahrung. Aber das ist nicht alles. Es geht vor allem darum, sich vorzustellen, was der Benutzer will. Wie er die Software einsetzt. Wie er sie bedienen soll. Alles Dinge, die nicht so einfach für Autisten sind. Besonders die Sache mit dem Benutzer. Den, man muss sich in die Lage und Situation einer solchen Person versetzen können. Und, man muss planen können. Weit voraus. Denn, eine Sache ist eine Software nie. Fertig. Es gibt immer Fehler. Dinge die verbessert werden können. Neue Anforderungen.
Wie auch immer. Es ist ein Beruf wie jeder andere auch. Klar ist es auch manchmal Kunst. Es ist auch Leidenschaft. Aber braucht es diese nicht bei anderen Berufen auch? Sicher. Also ist doch das Softwareentwickeln nicht anders als eine Tätigkeit die bezahlt wird. Die Anforderungen und Termine hat. Die auch qualitativ gut sein muss.
Wieso schreibe ich das alles eigentlich? Nun, ich arbeite ja als Softwareentwickler. Wieder. Nach all den Jahren in den ich nichts mehr geschrieben habe. Ich dachte, ich werde das nie mehr tun. Was mein Plan war. Nun, er ist fast aufgegangen. Aber wie das Leben so ist. Es hat seine eigene Logik.
Also musste ich mich wieder in sie Sache reingeben. Wieder Freude entwickeln. Was nicht einfach war. Dafür habe ich Monate gebraucht. Aber jetzt habe ich es geschafft. Habe wieder meine Spass daran. Sehe die Sache mehr als ein Hobby das bezahlt wird. Klar, es ist keine Hobby, aber ich halte es im Geiste so. Wieso? Nun, so kann ich auch Dinge tun, die ich nicht mehr tun will oder wollte.
Denn die Softwareentwicklung hat mich unter anderem in die Klink gebracht. Also wollte ich das alles vermeiden. Nur nicht mehr coden. Aber ich tue es wieder. Mit Freude.
Ja, ich lerne sogar nach Feierabend manchmal noch zu hause. Probiere was aus. Oder denke nach, was ich am nächsten Tag einbauen will. Welche Probleme ich noch lösen muss. Aber nicht so, dass mich das alles belasten würde. Sondern aus Spass an der Sache.
Ich denke, das ist das Wichtigste. Das einem das, was man tun Spass macht. Dass man es gerne macht. Auch wenn man es nicht tun will. Aber es dennoch sinnvoll ist.
Was für mich wichtiger ist, als was ich will. Mir geht es darum, dass ich was für andere tun kann. Das ich einen Mehrwert erbringen kann. Das kann eben auch Software sein. Und ich lerne so auch viel über die Menschen. Denn, ich muss mit ihnen sprechen. Ihre Bedürfnisse verstehen. Aber auch mal NEIN sagen können, wenn die Sache zu gross wird.
Alles in allem ist Software entwickeln nicht anders als Teamarbeit. Es ist wie einen Text schreiben. Des halb nennt man das Werkzeug dafür auch Programmiersprache. Sprache. Die hat ihre Regeln. Ihre Gesetze. Wie unsere Sprache auch. Im Grunde genommen ist es nicht anders, als das was ich jetzt gerade tue. Einen Text schreiben. Nur mit dem Unterschied, das man noch was damit machen kann. Was mit meinen Texten ja nicht der Fall ist. Man kann ihn lesen und darüber nachdenken. Mehr auch nicht. Insofern ist also nichts Spezielles an der Softwareentwicklung. Ausser, dass die Welt immer mehr davon braucht. Alles muss immer digitaler werden. Deshalb kann es nicht schaden, sich die Sache mal anzuschauen und auszuprobieren. Einen Versuch kann es ja wert sein.