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Sonntag, 30. Oktober 2011

Autismus und Musik

Der Umgang mit Musik ist für Autisten nicht immer einfach. Viele ertragen laute Musik nicht. Sie haben es am liebsten ruhig. Das trifft aber nicht auf alle zu. Ich habe es auch gerne ruhig. Doch bei der Musik, kann es nicht laut genug sein. Denn die Lautstärke hat eine bestimmte Fähigkeit. Sie macht die Töne sichtbar.
Es ist nicht so, dass leise Töne nicht auch sichtbar sind, doch ist es bei lauten Tönen besser. Das berühmte Klangbild existiert wirklich. Es ist nicht nur ein Wort ohne Bedeutung. Nein, es ist real. Es gibt viele die Töne als Farbe oder Formen wahrnehmen. Doch für sie ist es normal, und sie schenken dem keine Bedeutung.
Dies war für mich auch so. Ich habe mich nie gewundert. Erst als ich mit Personen darüber gesprochen habe, wurde mir langsam klar, dass ich etwas kann, was viele Menschen nicht können. Sie hören, sehen aber nicht. Es ist eine komplett andere Wahrnehmung.
Doch es hat auch seine Schattenseiten. Die eine ist, dass alles was nicht perfekt ist, schlecht ist. Dass ist eine riesen Nachteil, da eigentlich so ziemlich Alles schlecht tönt. Das aussehen des Klanges ist also unscharf, verschwommen.
Doch das ist leider nicht alles. Damit habe ich zu leben gelernt. Doch es ist vielmehr die Tatsache, dass die Auflösung der meisten Wiedergabegeräte nicht dem entspricht, was ich unter wirklich gut verstehe. In Zeiten von MP3 ist es ein Horror. Es wird nur noch von Besitz gesprochen. Wer wie viele GB Daten besitzt. Das kann es nicht sein. Auch werden hochwertige Kopfhörer auch an MP3-Player getestet. Das ist Schwachsinn. Das Verständnis dafür fehlt. Denn es ist ein Horror, wie ein MP3 Player klingt. Der hat kein Charakter, von der Auflösung zu sprechen ist sinnlos. Auch hat er keine Musikalität. Es ist einfach konsumieren. Mehr nicht.
Dabei beinhaltet die Musik viel mehr, als nur die Wiedergabe von Tönen. Es sind die Details, die es ausmachen. Nicht das Ganze. Das Ende eines Wortes. Eigentlich das danach. Was noch bleibt. Die Feinheiten in der Wiedergabe, machen es aus. Das setzt hochwertige Wiedergabegeräte voraus, welche nur eine Sache können. Musik wiederzugeben. Mehr nicht. Alle der ganze technische Firlefranz braucht es nicht.
Die ewige Diskussion CD vs. Platte ist meiner Meinung nach Sinnlos. Denn beide haben ihre Berechtigung.
Eine Platte tönt wärmer, das stimmt. Aber sie hat nicht das exakte Bild wie eine CD. Eine CD mag analytischer Klingen, dafür ist sie genauer in den Details. Es spielt eigentlich keine Rolle. Denn, beide Medien setzten teure Geräte voraus. Ohne die ist es sinnlos zu diskutieren.
Im Alltag sieht es anders aus. Da gibt es von überall her Lärm. Strasse, Züge, Menschen und Tiere. Das ist schlimm. Es führt zu Schwindel und Kopfschmerzen, und das recht schnell. Innert Minuten kann das passieren.
Ruhe in der heutigen Zeit zu finden, ist schwierig. Denn alles ist hektisch und laut. Selbst wenn man in einen sogenannten "Super-Konzertsaal" wie das KKL geht, ist man davon nicht befreit. Auch da gibt es so viele störende Geräusche der Zuhörer.
Dieser Saal ist übrigens akustisch sehr gut. Doch nicht so perfekt, wie es immer heisst. Er hat eine wunderbaren Klang, doch ist er auch ein wenig zu steril. Das ist der Preis dafür, dass er am PC entwickelt wurde. Die Wände lassen sich dem Klang anpassen. Das ist gut so. Doch auch des Guten zu viel.
Das Problem sind auch die Instrumente, welche verwendet werden. Und die Personen im Orchester. Viele spielen einfach das Stück. Dies sehr gut bis perfekt. Doch es fehlt meisten die Musikalität. Der Charakter. Es ist wie ab CD. Es gibt nur wenige Musiker, die einen wirklich eigenen Stil haben. Damit meine ich, das ihr Klangbild wirklich perfekt ist. Es ist alles vorhanden. Alls wirklich perfekt bezeichne ich Anne-Sophie Mutter mit ihrer Stradivari. Das ist absolut perfekt. Der Massstab in Sache Klangbild.

Doch nicht nur Sie ist der Massstab. Es gibt viele Beispiele. Auch was Sängerinnen betrifft. Die Stimme einer Frau, ist durch nichts zu ersetzten. Sie ist das wunderbarste Instrument. Besser geht es nicht. Dies setzt aber voraus, dass sie nicht nur die Noten singt, sondern das was sie singt auch so meint. Dabei ist es wichtig, dass sie sich selbst ist, und nicht so, wie es der Produzent will. Dann klappt es wunder bar.
Als Beispiel nenne ich Patricia Kaas. Sie ist die perfekte Sängerin. Ihre Stimme sieht einfach wunderbar aus. Es ist das perfekte Klangbild, was eine Frau erzeugen kann. Es gibt noch einige andere. Aber es sind nicht viele. Denn nur gut singen, und die Töne treffen, reicht meiner Meinung nach nicht. Es ist das Aussehen, des Klanges welcher den Unterschied macht.

Was für mich auch wichtig ist, ist dass der Raum dunkel ist. Licht stört das Klangbild enorm, auch wenn die Augen geschlossen sind. Je dunkler der Raum desto besser. Sehen tue ich mit den Augen, auch wenn sie geschlossen sind. Ich kann mit den Augen im Klangbild umherschweifen. Das geht wirklich! Doch wenn die Tonquelle schlecht ist, dann wird es schwierig. Denn es gehen dabei so viele Informationen verloren, dass die Rekonstruktion nicht mehr möglich ist. Es wird also sehr anstrengend. Daher ist es für mich unabdingbar, dass die Quelle hervorragend ist.
Ich lese immer wieder von warmen, hellen, dunklen Tönen. Dass gibt es sicher. Doch sind für mich Töne nicht warm oder kalt, hell oder dunkel. Sie haben eine genaue Struktur. Sie haben eine Form. Wie ein Bild.
Die Schärfe und die Auflösung sind entscheidend. Je genauer desto besser.