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Samstag, 21. Juli 2012

Autismus und 3D

Wie sieht die Welt in 3D aus? Welchen Vorteil bringt dies?
Lange ging ich davon aus, dass so, wie ich die Welt sehe, sie auch andere sehen.
Doch, als ich mal einen Film in 3D anschaute, wurde mir schlagartig bewusst, dass ich gar nicht in 3D sehe, sondern so eine Art 2,5D.
Mich hat es immer erstaunt, dass meine Beifahrer im Auto viele Male zusammengezuckt sind, oder sonst komisch reagiert hatten. Heute weiss ich wieso. Denn das 3D Sehen, ist etwas ganz anderes, also wie ich die Welt sehe.
Dazu kommt, dass Autisten in der Regel ein leicht eingeschränktes Sehfeld haben. Dass war auch eine Erkenntnis, welche ich machen musste. Beide Faktoren zusammen, ergaben, das ich die Welt definitiv anderes Wahrnehme. Und ich schreibe hier nur vom Sehen.
Seither gehe ich viel ins Kino. Aber nur, wenn der Film 3D ist. Dies weniger, weil er in 3D ist, als vielmehr, weil es für mich eine neue Erfahrung ist. Und ich die Welt mal komplett anders sehen kann. Komischerweise, sehe ich im Kino die 3D Filme 3D, aber die Realität nicht.
Es wäre für mich jedoch komisch, wenn ich die Welt in 3D sehen würde. Denn es ist sehr anstrengen. 2,5D reicht mir.
mit 2,5D meine ich, dass ich es wie in einem 2D Kino sehe, jedoch mir über die räumliche Ausdehnung bewusst bin, sie aber nicht wahrnehme.
Dies ist für mich ein gutes Beispiel, was den Unterschied zwischen NT und Autisten ausmachen kann. Dies zeigt sich auch im Verhalten, welches für die NT's manchmal beängstigend sein kann, da man nicht so reagiert, wie sie es tun würden. Sie verstehen aber auch nicht, wieso man so reagiert.
Dazu kommt, dass mir das erst nach über 37 Jahren bewusst wurde. Also ich denke, dass viele das gar nicht wissen, da es für sie normal ist.
Doch je mehr man sich mit sich selbst beschäftigt, desto mehr findet man markante Unterschiede.
Dies ist sicher gut. Doch das Wissen alleine bringt nichts. Ich erkläre es meinem Umfeld, wenn sie mal wieder komisch reagieren. Sie können sich das dann nicht vorstellen.
Dafür habe ich mir angeeignet, alles in Bilder und Gleichnissen zu beschreiben.
Wenn ein NT wissen will, wie ich sehen, sage ich einfach: "schliesse eine Auge". Danach ist es ihnen sofort klar. Es braucht keine riesen Ausführungen und Theorien. Es braucht nur ein einfaches Beispiel, mehr nicht.
Dazu muss man aber wissen, wie die NT's funktionieren. Was nicht so einfach ist. Doch es gibt genug Literatur, und was noch einfacher ist, sie einfach beobachten, und mit ihnen sprechen. So findet man mehr heraus, als in allen Büchern steht.