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Dienstag, 24. September 2013

Asperger und die Störung

Normal. Was ist das? Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Meine Antwort, ist immer die Selbe. Normal ist, das was die Mehrheit tut, oder wie die Mehrheit ist. Dies ist meine Definition. Doch damit hat es sich für mich noch lange nicht. Normal kann doch auch das sein, was man selber ist. Sie wie man sich gibt, wie man denkt. Einfach das ganze eigene Wesen. Normal definiert sich doch erst, wenn ein Vergleich gemacht wird. Wenn ich mich nicht mit jemandem vergleiche, sondern mit einer Gruppe. Einer Gesellschaft. Dann erst, kann Normal definiert werden. Bin ich alleine, und habe keine Vergleich, so gehe ich davon aus, dass alles was ich mache oder bin, normal ist. 
Wieso diese Einleitung? Nun, Asperger wird ja als tiefgreifende Entwicklungsstörung angesehen. Sind wir wirklich gestört? Was ist eine normale Entwicklung? Wann ist man normal? Ich sehe, dass ich anders bin, als viele andere. Dass ich meine Schwierigkeiten im Alltag habe. Dass ich vieles nicht einfach so kann. Aber bin ich deswegen gestört? Nein, sicher nicht. Es ist einfach mein Wesen. Meine Art, wie ich bin. Ich denke, dass sehe nicht nur ich so, sondern geht vielen sicher ähnlich.
Für mich sind die anderen gestört. Sie tun oder sagen Dinge, welche ich nicht verstehe. Welche nicht logisch sind. Welche für mich keine Sinn ergeben. Beispiel. Sehe ich Nachrichten, so frage ich mich, ob das, was ich da sehe, normal ist. Das ist die Welt der Muggel die ich da sehe. Also die "Normale"-Welt. Und solche Menschen sagen uns, wir seinen gestört. Nun, ich habe damit so meine Mühe. 
Passiert aber irgend etwas schreckliches wie ein Amoklauf, so heisst es immer, er oder sie sei in Behandlung oder gewesen, oder hat sonst Auffälligkeiten gezeigt. Niemals heisst es, dass die Person einfach normal ist, und einfach ausgetickt ist. Die Muggel wollen nicht wahrhaben, dass ihnen das auch passieren kann. Eine normale Person macht so was nicht. Nein, das geht nicht. Und doch geschehen jeden Tag Verbrechen, Kriege, oder sonst was, was von Muggel verübt, befehligt wird. Sie sind doch die gestörten. Sie zerstören mit ihrer Art und Weise den Planeten. Sollte man nicht doch eher vom 
NT-Syndrom sprechen, als eine totale Entwicklungsstörung. Eine die so verheerend ist, das der Planet langsam aber sicher vernichtet wird? Nun, dies mag jetzt extrem gewesen sein. Aber im Grunde genommen ist es doch so. Die die uns sagen, dass wir gestört sind, haben doch sicher auch was. Den wirklich normalen Menschen gibt es gar nicht. Den idealen. Nein, jeder hat was. Und das ist es doch auch, was den Menschen ausmacht. Sein Wesen mit all seinen Fehlern. Mit all seine Ungenauigkeiten. Das ist es doch, was uns an anderen fasziniert oder eben auch abstösst. Nicht das Normale.
Ich bin gerne gestört. Mir macht es auch nichts aus, mich als solchen zu bezeichnen. Ich weiss was ich bin, und was ich will. Wenn mich andere anders sehen, ist das nicht mein, sondern deren Problem. Schlussendlich muss ich alleine für alles was ich mache alleine gerade stehen. Muss es vor mir verantworten können und vor niemandem sonst. Asperger ist keine Störung, sondern einfach eine Diagnose, welche ein bestimmtes Verhalten definiert. Welches aber auch die Chance bietet, das man erkennt, wer man ist, und was man kann und was eben nicht.