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Samstag, 7. November 2015

Asperger und die Sprache

Für die NT ist die Sprache das was sie sprechen. Das was sie schreiben. Aber die Sprache ist auch Bilder. Die Sprache ist für mich nichts anderes als Information. Information die ich erhalte, aber auch weitergebe.
Nun, die NT haben aber noch eine zweite Sprache. Die Körpersprache. Dies macht ca. 70% ihrer Sprache aus. Komisch. Denn die kann ich weder sehen noch verstehen. Wie auch? Wenn ich sie ja nicht sehen kann. Macht dies die Kommunikation mit den NT schwieriger? Nein. Denn ich arbeite ja mit NT zusammen die darum wissen. Die wissen das ich das nicht kann. Klar, für sie muss es nicht einfach sein. Doch ich kann nicht anders. Denn ich habe das mit dem Lesen der Körpersprache versucht. Jedoch musste ich einsehen, dass ich dies nicht kann. Ja, nie können werde. Ist das schlimm? Nein, sicher nicht. Denn ich kenne es ja nicht anders.
Ich wurde schon oft gefragt, wie denn die Sprache von Autisten ist. Wie wir kommunizieren. Naja, wie NT halt nur eben anders. Mit anderen Worten. Genauer. Detaillierter. Anders. Aber die Worte der Sprache sind die selben. Das verstehen sie dann nicht. Sie meinen wir haben eine eigene Sprache. Dabei gebe ich ihnen ja die Antwort in ihrer Sprache. So wie ich diesen Blog ja auch in der Sprache schreibe die ich kann. Klar schreibe ich nicht so, wie ich spreche. Aber sprechen und schreiben sind für mich, und ich denke nicht nur für mich, zwei verschiedene Dinge.
Die Sprache der NT ist auch deshalb so schwierig, weil sie etwas sagen und etwas anders meinen. Nicht immer, klar. Aber dennoch. Es ist nicht einfach zu erkennen wann sie etwas so meinen wie es es sagen und wann eben nicht.
Befasse ich mich damit? Nein, denn ich habe andere Dinge zu tun. Dennoch fällt es mir einfach auf. Ich versuche auch, es den NT nicht zu schwer zu machen, wenn sie mit mir sprechen. Aber gelingen tut es mir nicht immer. Es kommt schon vor, das sie fragen was ich meine. Das verstehe ich dann nicht. Denn für mich ist alles klar. Aber für sie eben nicht. Nur, wie kann ich es anders sagen? Das weiss ich jeweils nicht. Denn ich sage etwas wie ich es sehe denke. Das war es. Es gibt dann keine anderen Worte dafür. Sprechen ist sowieso sehr anstrengend für mich. Ich kann viel sprechen. Sehr viel. Aber plötzlich kann ich nicht mehr sprechen. Denn ich kann nicht mehr. Meine Konzentration ist aufgebraucht. Dann muss ich Ruhe habe. Muss mich auf das fokussieren was ich tun muss oder will. Auch zur Entlastung meines Gehirns. Denn wenn ich nicht mehr sprechen kann, ist die Grenze erreicht. Die die mich kennen lassen mich dann.
Nur, jemand der sich mit Autismus nicht auskennt, der verstehe es dann eben nicht. Deshalb bin ich froh, dass ich nicht mehr mit NT arbeiten muss, die keine Ahnung haben. Nur wenn das Umfeld stimmt, kann ich arbeiten. Bin motiviert. Weil ich mich nicht auf NT-Dinge konzentrieren muss. So sein wie sie. Sondern ich kann sein wie ich eben bin. Das erleichtert mir so manches. Die Sprache ist da ein nicht zu unterschätzenden Faktor.