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Donnerstag, 21. April 2016

Asperger und die falsche Hilfe

Autisten brauchen Unterstützung. Ja. Autisten brauchen Hilfe. Vielleicht. Autisten brauchen keine Selbstständigkeit. Nein.
Immer wieder erlebe und höre ich, was mit Autisten so alles getan wird. Sie werden aus allem raus genommen, was ihnen schwerfällt. Was Probleme verursachen könnte. Was scheinbar nicht Autistengerecht ist. Nun, ist das der richtige Weg? Ein Weg, abseits der normalen Welt? Wie sollen wir in ihr bestehen können, wenn die NT uns alles wegnehmen? Wie sollen wir selbstständig werden, wenn wir nicht gelassen werden? Nun, das ist sicher provokativ. Ja. Aber es hat doch was. Ich meine, ich lebe selbstständig. Wie ein NT. Aber eben auch nicht ganz. Denn ich brauche mein Umfeld. Ja sicher. Aber die NT brauchen das ihre auch. Sie brauchen andere NT mehr, als ich andere Menschen brauche.
Falsche Hilfe kann uns dadurch gegeben werden, wenn wir nicht ernst genommen werden. Wenn uns alles abgenommen wird. Wenn wir nicht Mensch sein dürfen. Dazu gehören nun mal auch Probleme. Dinge die man nicht mag. Dinge die unangenehm sind. Ja sicher, das gehört dazu. Aber wenn einem alles nur wegen einer Diagnose abgenommen wird, dann kann man sich nicht entwickeln. Sprich, man wird wirklich behindert. Im Sinne von, man kann nichts alleine tun. Alles wird einem erledigt. Man weiss so nicht, wie selbstständig werden. Leben.
Das ist das was ich immer wollte. Und auch bin. Selbstständig. Hilfe ja, aber bitte nicht so extrem wie es die NT tun. Klar, sie meinen es nicht böse. Sie meinen es gut. Sicher. Aber wenn wir das Selbe mit ihnen tun würden, wären sie nicht begeistert. Ich meine, NT beibringen, das Zahlen nicht einfach Zahlen sind. Das Fehler nicht gesucht werden müssen, sondern einfach gefunden werden. Das man nicht ewig für ein Buch braucht, sondern es einfach mal so schnell lesen kann. Das man sich sehr viel auf einmal merken kann. Logisch denken. Keinen Emotionen. Nun, was würden die NT sagen, wen sie so sein müssten?
Das war ebenfalls provokativ. Ja. Aber auch das hat was. Für mich zählt der Mensch mehr als eine Diagnose. Das es Autisten gibt, die wirklich nichts alleine können, das weiss ich. Aber die die ich kenne, die können es oder könnten es. Wenn man sie den nur lassen würde. Oder es ihnen einfach mal von Mensch zu Mensch beibringen würde. Und nicht vom überlegenen NT zum Behinderten. Nein, das muss nicht sein. Aber eben, ändern kann ich es nicht. Nur, damit lernen umzugehen, das es so ist, wie es eben ist.
Die Menschen helfen gerne. Das ist normal. Doch manchmal so denke ich, wäre keine Hilfe die bessere Hilfe. Auffangen ja. Da sein, wenn es Probleme gibt. Ja. Unterstützen. Ja. Das wäre doch was. Ich denke, das sich viele Autisten nicht ernst genommen vorkommen. Ja mit der Zeit autistischer werden, als sie sind. Das war bei mir auch mal die Gefahr. Ich dachte ich müsste so sein, wie ich es gelesen habe. Wie die NT denken das wir sind. Aber das habe ich schnell wieder gelassen. Heute bin ich so, wie ich bin. Was nicht einfach war. Denn ich musste sehr viel über mich lernen. Musste lernen, wann ich Hilfe brauche und wann sie sinnlos ist. Wann ich was alleine tun will und muss und wann eben nicht.
Aber, die NT meinen es gut. Sprich durch ihre manchmal komische Art zu helfen, wird der Autismus auch immer bekannter. Und die Vorurteile werden mit den Jahren verschwinden. Irgendwann sind wir einfach so wie die anderen. Menschen und nicht einfach Autisten die Hilfe brauchen.