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Montag, 20. April 2015

Asperger und das Kassandra-Syndrom

Die Menschen wollen Sicherheit. Dafür brauchen sie einen Blick in die Zukunft. Gutes Beispiel ist das Wetter oder die Wirtschaftsprognosen. Doch diese Prognosen sind meistens nicht sehr genau. Aber dennoch brauchen sie die Menschen sonst haben sie Angst.
Was aber passiert, wenn ihnen Kommendes vorausgesagt wird, das eintreffen wird? Sie glauben es nicht. Sie meinen es sei einfach nur dummes Geschwätz. Im Nachhinein müssen sie aber zugeben das ich recht hatte.
Das Problem ist aber nicht die Zukunft. Sondern dass sie nicht verändert werden kann. Obwohl ich weiss was kommt, kann ich keinen Einfluss drauf nehmen sie zu ändern. Das ist manchmal frustrierend. Denn was bringt es mir, wenn ich sehen kann was kommt, ich aber nichts tun kann? Nichts. Aber es ist so.
Nun, mit Hellsehen oder so was hat das nichts zu tun. Das ist auch nicht eine Abgefahrene Idee von mir. Ich habe das schon seit immer. Nur, ich wusste es lange nicht. Wusste nicht, dass das nicht normal ist. Mein Problem ist, das ich nicht alles sehen kann. Auch nicht so wie in einem Film. Es sind einzelne Bilder. Mehr nicht. Sie zu verstehen ist einfach. Aber sie mitzuteilen nicht. Denn wenn ich was sage werde ich nicht gehört. Werde nicht beachtet. Ganz einfach deshalb weil sie sich es sich nicht vorstellen können. Das Kassandra-Syndrom. Dafür gibt es keine Diagnose. Das ist etwas das auch nicht behandelt wird. Es gibt nur wenig Literatur darüber.
Es ist etwas das schwierig ist für solche die das nicht kennen. Die sich nicht vorstellen können, die Zukunft zu sehen. Nur, die kann nicht auf Abruf gesehen werden. So nach dem Motto, sag mir die Lottozahlen. Könnte ich das, so würde ich nicht mehr arbeiten. Nein, die Sache ist anderes. Das kann ein Ereignis sein. Das kann auch etwas sein das jemanden widerfahren wird. Nur, es geht dabei um mich oder um Menschen in meinem Umfeld. Weiter reicht mein Blick nicht. Muss er auch nicht. Sonst würde ich wahnsinnig werden. Wahnsinnig ab der Zukunft.
Manche trauern um Ihrer Vergangenheit. Sie leben in ihr. Ich nicht. Ich traure um die Zukunft. Lebe in ihr. Aber das ganze hat wieder einen Hacken. Vergangenheit, Zukunft. Beide sind nicht die Gegenwart. Das Jetzt. Da sollte ich mich doch befinden. Nicht wo anderes. Aber dem ist nur in wenigen Momenten so. Nur in kurzen Augenblicken erkenne ich das Jetzt. Sonst lebe ich in einer Welt die niemand versteht. Abweichungen sind dann extrem schwierig zu handhaben.
Das Kassandra-Syndrom ist kein Segen, es ist ein Fluch. Menschen wollen solche Dinge können. Sie können froh sein, haben sie das alles nicht. Das macht das Leben nicht einfacher sondern schwieriger. Komplexer. Das verstehen sie nicht. Sie wollen nur immer das Beste für sich. Aber was dafür geben, das tun sie nicht. Alles hat seinen Preis. Das ich so bin wie ich bin hat auch seinen Preis. Ich bin Autist. Das ist der Preis. Ich kann Dinge die andere nicht können. Sie aber können Dinge die ich nicht kann. Wer ist besser?