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Mittwoch, 30. November 2016

Asperger und Verwirrung vermeiden

Die meisten NT so denke ich, sind verwirrt. Die Welt ist zu komplex, als das alles noch jemand begreifen könnte. Verwirrung entsteht doch, wenn man nicht weiss. Sich nicht mit etwas befasst. Nur, wie soll man in der NT-Welt noch zurecht kommen, wenn selbst die NT nicht mehr klar sehen? Wie soll man nicht verwirrt sein?
Für mich ist es einfach. Ich kümmere mich nicht mehr darum. Klar schaue ich Nachrichten. Klar lese ich. Aber ich sorge mich nicht. Ich beachte es nicht mehr. Zu viel passiert jeden Tag.
Dazu kommt noch die Werbung. Die ist überall. Keiner weiss mehr, was er haben muss oder soll. Alle kaufen einfach nur noch wie blöd ein. Besonders in den Tagen und Wochen vor Weihnachten. Da beginnen die NT durchzudrehen. Kaufrausch. Verwirrung. Naja, ist ihre Welt, nicht meine. Ich halte mich da raus.
Bin ich gleichgültig? Nein sicher nicht. Denn mir ist mein Leben nicht egal. Mir ist meine Familie nicht egal. Und besonders meine geliebte Frau nicht. Aber das war es dann auch schon. Ich muss nicht müssen. Muss nicht alles haben. Muss nicht alles wissen. Nicht überall gewesen sein. Muss nicht mitreden können. Wozu auch? Wo liegt der Sinn in dem das alles zu haben uns zu können? Für mich ergibt es keinen Sinn. Muss es auch nicht.
Denn, es lebt sich einfacher ohne das alles. Ohne die Gedanken an das Nächste. An die anderen und was sie denken. Über einem. Was sie von einem erwarten. Was erwarte ich? Nichts. Denn, wer nichts  erwartet, der kann auch nicht enttäuscht werden. Das habe ich gelernt. Musste es lernen.
Nun, so ist das Leben doch trostlos? Nein, ist es eben nicht. Ich habe so viel mehr vom Leben. Kann leben, so wie ich will. Nicht so wie man muss. Wie es richtig ist. In den Augen der NT. Aber in meinen Augen, ist es dies nicht. Ich haben meine eigenen Vorstellungen von meinem Leben. Und so lebe ich.
Typisch Autist? Weiss nicht. Kenne nur mich und wie ich lebe. Alle anderen sehe ich nur von Aussen und was sie tun und sagen. Ob es für sie stimmt oder nicht, weiss ich nicht.
Für mich war es ein langer Weg, dies zu erkennen. Denn ich lebte jahrelang auch so wie die NT. Lebte für das HABEN und SEIN. Aber nicht für mich. Lebte ein Leben, dass ich nicht vermisse. Ja eines, an das ich mich kaum noch erinnern kann und will.
Durch nachdenken und beobachten. Durch ausprobieren und Fehler machen habe ich die Erkenntnis gewonnen, das ich loslassen muss. Nicht an all dem haften, woran die NT haften. An diesem ständigen mit der Welt klar kommen. Mit dem immer Neuen. Mit dem nie genügen. Sich selber gegenüber und auch anderen. Das war wie gesagt, nicht einfach. Aber heute, so denke ich bin ich einen grossen Schritt weiter. Nicht dass ich es vollständig geschafft habe. Aber doch so, dass mich die Welt nicht mehr so sehr stresst und verwirrt, wie auch schon.
Ich denke, dass es uns Autisten leichter fällt, als den NT. Viele Autisten die ich kenne, die kümmern sich um sich und nicht um die NT-Welt. Naja, deshalb sind wir ja Autisten. Unsere Welt ist eben nicht die Welt der NT. So kann Verwirrung leichter überwundenen werden. Was aber nicht heisst, das es keine Probleme oder Sorgen gibt. Aber sicher nicht in dem Ausmass, wie es die NT kennen und leben.
Ich für mich denke, das die Welt friedlicher wäre, wenn nicht immer alle MÜSSTEN. Nicht immer nur WOLLTEN, sondern auch mal was geben. Denn, viel Weniges ergibt auch wieder viel.
Wie dem auch sei. Ich versuche dies den NT nicht beizubringen. Denn sie verstehen mich nicht. Sie verstehen nicht, wie man mit wenig zufrieden sein kann. Ein einfaches Leben leben. Nicht immer nur wollen. Nicht immer müssen. Ich lasse sie und sie lassen mich. So lebt jeder das Leben, wie er es für richtig hält. Mit oder ohne Irrungen und Verwirrungen.