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Donnerstag, 23. März 2017

Asperger und der 1.Arbeitsmarkt

Die Arbeitswelt ist brutal. Gnadenlos. Nichts für Autisten. Hart. Kalt. Worte, nichts als Worte. Ich meine, ich erlebte und erlebe diese Arbeitswelt nicht so. Nicht einmal habe ich sie in den über 20 Jahren so erlebt. Woher das kommt, weiss ich auch nicht.
Sicher, es gab Kündigungen. Sicher, es war nie einfach. Doch es ging weiter. Die Frage ist doch die. Wie nimmt man sie wahr. Die Arbeitswelt. Klar, wenn man nur negativ denkt, dann erstaunen mich die eingangs gebrauchten Worte nicht. Aber wenn man erkennt, dass man mit Menschen zusammenarbeitet, dann wird die Sache anders.
Ich erlebe die Arbeitswelt als etwas, was nicht einfach ist. Klar. Aber ich erlebe sie auch als sehr menschlich. Das hat sicher damit zu tun, dass alle mit denen ich arbeite, wissen, dass ich Autist bin. Das kann sicher einen Unterschied machen. Muss aber nicht. Wissen tue ich es nicht bestimmt.
Seit ich aus der Schule bin, bin ich im ersten Arbeitsmarkt. Ich kenne nicht anders. Ich weiss aber von vielen Autisten, dass sie das so nicht könnten. Denn sie wurden oft auch so gemacht, dass sie es nicht können. Schuld dabei trägt keiner. Es sind Umstände. Der Versuch, das Beste aus dem Leben zu machen. Oder zu helfen. Aber es kann eben auch schief gehen. Muss nicht.
Aber eine Sache muss ich auch gestehen. Es ist nicht so, dass ich alleine bin. Ich habe ein Team hinter mir. Menschen die den Autismus verstehen. An die ich mich wenden kann, wenn es mal nicht mehr geht. Das, so denke ich, ist eine gute Lösung. Eine Lösung die ich so jetzt seit über einem halben Jahr schon habe. Auch wenn es nicht immer einfach war und ist, so geht es doch weiter. Ich will auch. Will nicht einfach nichts tun. Oder einen Job machen, der einfach keinen Sinn ergibt.
Das was ich tue, ergibt für mich Sinn. Klar, ich habe jetzt auch nicht die Traumstelle.  Aber gibt es die überhaupt? Ich weiss es nicht. Was ich aber weiss, ist, dass ich nicht nur für mich da bin, wo ich arbeite, sondern mich auch bemühe, das andere Autisten mir folgen können. Das sie auch eine Chance in so einem grossen Konzern kriegen. Das ist meinen Motivation. Jeden Tag.
Was tue ich denn so den ganzen Tag? Ich entwickle spezielle Software, die nur in unserem Team gebraucht wird. Lösungen, die es nicht gibt. Die nicht gekauft werden können. Nun, wie gesagt, nicht meine Traumstelle. Aber es ist Arbeit, die Lohn gibt. Und, die Sinn ergibt. Ich kann so was für andere tun. Nicht für mich. Mir ist das wichtig. Und, wenn die Software dann gebraucht wird und denen die sie brauchen, die Arbeit erleichtert, dann freut mich das.
Dies ein kurzer Abstecher in meine Arbeitswelt.
Was ich in den Medien immer wieder lesen, erschreckt mich manchmal schon. Das Stellen einfach abgebaut werden. Das Menschen zusammenbrechen. Das sie sich umbringen. Wegen der Arbeit. Nun, das alles gehört dazu. Aber ist sie wegen dem gnadenlos? Nun, ich denke, nein. Es kommt wie gesagt, auf die Einstellung an. Klar, damit ist nicht alles geregelt. Alles schön. Aber es hilft doch sehr. Manchmal muss ich mir das am Abend auch wieder sagen. Sei nicht so negativ. Fatalistisch. Sehe es positiv. Du hast Arbeit. Verdienst dein eigenes Geld. Das ist nicht wenig, was ich habe. Denn, es gibt viele, die haben das nicht. Die kämpfen. Ich kämpfe auch. Aber eben anders. Für mich ist es wirklich so, ich fahre in eine andere Welt. Nicht mein. Die der NT. Ich arbeite ausschliesslich mit NT zusammen. In einem Grossraumbüro. Was nicht immer einfach ist. Aber auf der anderen Seite finde ich es auch toll. Denn, ich arbeite in eine coolen Team. Als nichts von Gnadenlos. Sondern menschlich. Ich erlebe die Menschen als Menschen. Versuche nicht einfach nur NT in ihnen zu sehen. Was auch nicht immer einfach ist. Denn das dualistische Denken habe ich irgendwie verinnerlicht. Autisten - NT. Was nicht richtig ist. Es gibt nur Menschen. Die einen sind so, die anderen anders. Aber im Grunde genommen, sind wir doch alle gleich. Und genau das erlebe ich jeden Tag in der 1.Arbeitswelt. Menschlichkeit und nicht das, was ich in den Medien lese. Es ist halt so, es geht nichts über eigene Erfahrungen. Dazu gehören Gute wie Schlechte. Aber alles zusammen macht doch den Menschen aus, den man ist.