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Montag, 6. März 2017

Asperger und die verkehrte Welt

Das hier ist die Realität. Ein Satz den ich schon oft gehört habe. Doch ist das, was als Realität bezeichnet wird, wirklich Realität? Es ist es nicht vielmehr einfach nur die Beschreibung einer Wahrnehmung? Ist es nicht einfach nur sprachgewordene Illusion? Frage die so keiner Beantworten kann.
Was ich aber weiss, ist, dass das was ich als meine Realität betrachte, bei weitem nicht die ist, die die NT wahrnehmen. Für sie ist alles einfach. Für mich nicht. Alles muss seine Ordnung haben. Ich sehe die kleinste Abweichung. Sehe Zahlen. Diese sind nicht immer sofort sichtbar. Für NT schon gar nicht. Meine Realität. Die verkehrte Welt. Eine Welt, die die NT nicht sehen und begreifen können.
Die verkehrte Welt. Ein Begriff, der mir vorhin in den Sinn gekommen ist. Ich habe lange nach einer Bezeichnung gesucht. Hier ist ist also.
Nur, was jetzt damit anfangen? Ich meine, wie soll ich das einem NT erklären, das seine Welt die Verkehrte ist. Nicht meine. Sie werden sagen, alles eine Frage der Sichtweise. Des Standpunktes. Sicher. Nur, ich weiss nicht wie die NT die Welt wahrnehmen. Also bleibt mir nur meine Sichtweise. Aber ich weiss, wie viele Autisten die Welt wahrnehmen. Diese Wahrnehmung unterscheidet sich nicht wirklich von meiner Wahrnehmung. Also muss ja was dran sein? Nicht? Doch sicher. Was denkst du?
Auf der anderen Seite, kommt mir die Welt auch deshalb verkehrt vor, weil in ihr vieles komisch läuft. Schuld kann nicht eingestanden werden. Es muss immer Chaos sein. Zerstörung. Krieg. Echt, ist das die Realität? Die Welt? Ich habe Mühe damit in so einer Welt zu leben. Sie zu akzeptieren. Nicht mein Ding. NT tun dies aber. Denn, sie wissen nicht, dass es noch andere Sichtweisen gibt. Sie wissen nicht, dass Menschen unter ihnen sind, die alles anders wahrnehmen. Denen das, was ihnen, den NT, wichtig ist, nicht wichtig ist.
Auch der ganze Stress muss nicht sein. Ich habe keinen Stress. Bis ich auf NT treffe. Die sprechen komisch. Die sind komisch. Gemein? Provokativ. Denke ich. Klar sind nicht alle so. Aber mir kommen viele so vor. Sie sind einfach Chaos.
Wenn ich Auto fahre, denke ich oft, das nicht mehr passiert. Wenn ich einkaufen gehe, frage ich mich, was die alles kaufen müssen. Was die alles brauchen. Verkehrte Welt. Ich kaufe nie viel. Nur das was ich brauche. Wenig also.
NT verstehen nicht, wie man mit wenig zufrieden sein kann. Nicht immer mehr wollen. Grösser, besser schneller. Das UND habe ich extra nicht geschrieben. Das nur am Rande. Verkehrte Welt. Es geht also nicht darum, das man IST, sondern, das man HAT. Das man besitzt. Dadurch definieren sich viele, die meisten, NT. Ich nicht. Mir sind meine Gedanken und meine Innere Welt wichtiger, als was ich habe. Ich denke, als bin ich. Alter Spruch. Stimmt heute nicht mehr. Heute muss er heissen, Ich habe, also bin ich. Von denke keine Spur mehr. So kommt mir das alles vor. Meine Wahrnehmung. Bin ich den also besser als alle anderen? Nein. Sicher nicht. Auch ich habe meine Themen. Und, meine Welt ist nicht die Welt der NT. Sprich, sie sind mehr. Also muss ich versuchen, in so einer Welt die ich nicht verstehe, zurecht zu kommen. Aber das kennen sicher viele von euch ebenso gut wie ich.
Die Frage ist nur, wie sich zurecht finden? Dass, ist nicht immer einfach. Eine allgemeine Antwort ist nicht möglich. zu verschieden sind wir. Zu verschieden die Lebenssituationen. Aber eine Sache habe ich gelernt. So wenig wie möglich Kontakt zu der komischen Welt haben. Ich lebe lieber in einer, aus NT Sicht, verkehrten Welt. Da kenne ich mich aus. Damit kann ich was anfangen. Alles andere ist für mich wie ein Irrgarten und eine Illusion. Eben eine verkehrte Welt.