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Dienstag, 14. März 2017

Asperger und die Realitätsferne

Oft habe ich die Frage gestellt, was denn die Realität ist. Allgemein das was NT als Aussenwelt wahrnehmen. Aber ist sie meine Realität? Nein. Ich habe eine andere, auch wenn ich körperlich in der Welt der NT lebe und wahrgenommen werde.
Entsprechen meine Gedanken dem was Aussen ist? Meistens nicht. Meistens ist meine Welt fern dessen was NT wahrnehmen und sehen. Was sie denken ist ihre Realität. Nicht meine. Nur, wenn die Differenz zu gross wird, dann kann es Probleme geben. Allgemein geschrieben. Doch was sind diese Probleme überhaupt?
Zum einen, kann es in totalem Rückzug enden. Die Welt interessiert mich nicht. Oder ich kann mich überfordern. Mich in was reinsteigern. Kann zusammenbrechen. Kann nicht mehr wollen. Sehe alles nur noch negativ. Fatalistisch. Bei ist alles nicht so schlimm und im Grunde genommen in Ordnung.
Es kann aber auch sein, dass ich alles super finde. Keine Probleme sehe. Alles ist in bester Ordnung. Dabei ist es nicht. Ich denke es anders. Nehme es anders wahr.
In beiden Fällen entstehen Probleme. Probleme mit NT. Aber auch mit mir selber. Die Synchronisation mit der NT-Welt gelingt mir nie. Ich muss immer alles übersetzen. Nachdenken. Brauche Zeit. Nur, diese habe ich meistens nicht. Sprich ich muss mir also alles merken und wenn ich Zeit habe, es überdenken. Das kann aber nicht gut gehen. Denn die Menge an Informationen ist irgendwann einfach zu viel. Ich komme nicht mehr nach mit nachdenken. Sprich ich lasse es. Es entsteht, ist eine geistige Leere. Realitätsferne. Wobei dabei die Welt der NT gemeint ist. Nicht meine. Ich lebe immer in der Realität. In meiner. Nicht in der der NT. Das am Rande.
Sprich, mit meiner Realität habe ich keine Probleme. Aber mit der der NT. Sie ist voller Informationen die ich nicht verstehe. Gesten die ich nicht sehen kann. Worte deren Bedeutung ich nicht verstehe. Sondern eben nur was gesagt ist und nicht gemeint.
Komme wieder runter. So ein beliebter NT-Satz. Nur, ich kann nicht runter kommen. Bin ja schon auf dem Boden. Mit meinen Füssen. Was sie meinen, war mir lange nicht klar. Kriege wieder einen klaren Kopf. Denke nach. Sei wieder geistig bei uns. Etwa so lautet meine Übersetzung. Ob sie stimmt, weiss ich nicht. Aber ich denke, ich komme der Sache nahe.
Also komme wieder runter. In unsere Realität. Also der Ort in dem sich NT auskennen, ich aber nicht. Respektive nur mit viel Mühe. Aber das scheint ihnen egal zu sein. So lange es für sie stimmt.
Aber das kennst du sicher nur zu gut.
Frage also. Leben Autisten in der Realitätsferne oder sind sie in der Realität? Wer weiss schon was real ist und was nicht. Ich jedenfalls nicht. Ich gehe einfach davon aus, das meine Wahrnehmung die richtige ist. Was sie aber nicht ist. Es ist nur eine von vielen möglichen. Ein Unterschied im denken zu den NT. Ich weiss, dass sie die Welt anders wahrnehmen als ich. Aber dennoch kann ich nichts geben mein Verhalten tun. Es ist einfach da. Autismus eben. Sollte nicht eine Entschuldigung sein, sondern eben eine Tatsache mit welcher wir leben müssen. In der Realität der NT.
Ich denke, wir sind nicht so Realitätsfern wie die NT meinen. Es braucht oft nur wenig, damit wir auch verstehen und die Verbindung in ihre Welt machen können. Aber diese Verbindung ist eben gerade das Schwierige. Nur wer sich mit Autisten wirklich auskennt, kann dies. Bei allen anderen geht es meistens schief. Dies ist jedenfalls meine Erfahrung.
Ergo, hat jeder seine eigene Realität. Und ich denke, wir sollten einfach akzeptieren, das diese bei jedem Menschen anders ist und sie nicht werten. Sondern einfach so hinnehmen. Denn keine von denen ist besser oder schlechter. Eben nur anders.