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Donnerstag, 2. März 2017

Asperger und Bücher lesen

In einer Zeit in der nur noch über das Internet gesprochen und geschrieben wird, denke ich, dass die Bücher auch mal wieder erwähnt werden sollten.
Bücher. Früher habe ich Unmengen an Bücher gelesen. Sehr sehr viele. Doch jetzt? Lese ich nicht mehr viel. Was schade ist. Was haben die Bücher, was das Internet nicht hat. Fantasie. Ich kann in der Welt der Geschichte geistig versinken. Die Welt vergessen wie sie ist. Meine eigene Welt bauen. Wenn auch nur in Gedanken. Lesen bedeutet auch Ruhe. Kein Stress. Kein Müssen.
Im Internet surfen kann stressig sein. Werbung. Bilder. Filme. Nein, dass muss nicht immer sein.
Was ich an Bücher mag, ist sie in den Händen zu halten. Nicht einfach Maus und Tastatur bedienen.
Auch haben Bücher einen Geruch. Das mag ich an ihnen.
Bücher lesen ist so was wie Autismus. Es ist einfach der Fokus auf eine Sache. Sich. Auf die Geschichte. Ich denke, dass viele Autisten mehr lesen, als sie im Internet surfen. Denn da kriegen sie eine Welt die sie nicht verstehen. In der Welt der Bücher, da verstehen sie die Welt. Sie ist klar. Nicht schnell. Hektisch, laut, hell. Es sind nur Buchstaben. Wörter. Sätze. Aber zusammen ergeben sie eine Welt aus Bilder. Eine Welt aus Fantasie. Eine Welt aus einem selber.
Für mich waren die Bücher auch das Tor zur Welt. Durch sie haben ich viel gelernt. Viel erlebt. Auch wenn ich nie an den Orte war, welche in den Bücher beschrieben wird, so kann ich sie mir vorstellen. Die Orte. Besonders bei Fantasy-Romanen. In der Welt kann keine gewesen sein. Nur mit dem Geist. Nur mit der eigenen Fantasie.
Romane welche im Jetzt spielen. Im hier. In unsere Welt, mag ich nicht so. Denn sie sind mir oft zu viel NT-Welt. Klar lese ich sie auch. Ich will ja lernen. Lernen wie die NT ticken. Bis heute. Aber die Menge an Bücher welche ich heute lese, ist nichts mit der, welche ich früher las. Als Kind. Jugendlicher.
Irgendwie ist mir das abhanden gekommen. Vielleicht auch, weil ich älter werde. Oder aber, dass sich die Welt um mich sehr verändert hat. Ich weiss es nicht. Im Moment jedenfalls lese ich wieder jeden Tag sicher eine Stunde. Es ist wie das Meditieren. Nichts tun und doch was tun. Sich sein. Ruhe.
Was für mich, der im Moment Software programmiert ein sehr guter Ausgleich ist. Nur immer am Bildschirm, muss nicht sein. Bücher sind da Ruhe und Ausgleich zum Alltag.
Heute sieht man auch kaum noch Menschen die lesen. Alle starren wie Zombies in ihr Smartphone. Sie sind gefangen in dieser Welt. Lesen Dinge aus dieser Welt. Sind in dieser Welt und doch nicht. Denn, sie bekommen nicht mehr viel von dem mit, was um sie herum geschieht. Schade. Denn NT haben Fähigkeiten, die ich auch gerne hätte. Aber nicht habe. Deshalb verstehe ich oft nicht, wieso sie auf diese Fähigkeiten verzichten. Eine ist, dass sie die Umgebung wahrnehmen können. Das kann ich nicht.
Wenn ich lese, muss ich das nicht können. Ein Vorteil. Ich bin dann eh zuhause. Aber ich kann meinen Geist wahrnehmen. Meine Gedanken. Mich. Autist eben. Aber nicht nur. Ich bin sehr nach Innen orientiert. Nicht nach Aussen. Denn, das Aussen verstehe ich oft nicht. NT.
Bücher zeigen mir auch eine andere Art zu denken. Andere Wörter. Ja, dank dem, dass ich viel las und lese, kann ich auch schreiben. Vieles von dem was und wie ich schreibe, habe ich aus Bücher. Klar nicht 1:1. Aber doch die Freude an Wörter und Sätzen. Zu schreiben. Ist wie lesen. Einfach was Aktives.
Ich meine, du liest diesen Blog. Diesen Artikel hast du jetzt gelesen. Du liest. Ich habe in geschrieben. Doch während ich in schreibe, lese ich ihn auch. So kann ich beides miteinander verbinden. Mein Blog ist kein Buch. Aber dennoch. Es ist lesen. Ich finde es sehr wichtig, das die Meschen lesen. Lesen, was andere denken und tun. Was andere für Geschichten erzählen. Was sie damit sagen wollen. Deshalb ist für mich das Lesen von Bücher sehr wichtig. Denn ich interessiere mich für das was andere denken.