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Freitag, 26. Oktober 2012

Autismus und die Gesichter

Das erkennen von Gesichter ist so eine Sache für sich. Gesichter sind für mich selber nicht wirklich wichtig. Ich sehe sie, wenn sie auf einige Distanz von mir sind. Jedoch ab einer bestimmten Nähe, nehme ich sie nicht mehr wahr.
Sie sind dann wie in einem Nebel. Dies trifft aber nur zu, wenn ich eine Person vor mir habe. Sind es aber mehrere Personen, so sehe ich die Gesichter gar nicht mehr. Meine Wahrnehmung endet bei der Brust der Personen. Daher ist es auch nicht möglich, das ich die Mimiken der Personen wahrnehmen kann. Wie auch? Ich sehe sie ja nicht. Damit ich aber gleichwohl etwas mitbekomme, konzentriere ich mich auf die Stimme. Sie gibt mir Auskunft, wie es der Person geht, oder wie sie etwas meint.
Dieses System ist nicht perfekt. Da sich die Personen dessen nicht bewusst sind. Also sprechen sie einfach, ohne auf ihre Stimme zu achten.
Was bei den Gesichtern schwierig ist, sind die vielen Reaktionen. Sie zu interpretieren ist fast unmöglich. Selbst wenn ich mich einmal wirklich darauf konzentriere, gelingt es mir nicht. Ich habe mich sehr lange mit der Mimik befasst, muss heute aber zugeben, dass ich sie nicht interpretieren kann. Also lasse ich es bleiben.
Was an den Gesichtern jedoch das Schwierigste ist, sind die Augen. Damit kann ich gar nichts anfangen. Augenkontakt ist für mich absolut sinnlos. Denn es sind einfach Kugeln. Mehr nicht. Damit kann man sehen, aber das war es dann auch schon damit. NT's jedoch brauchen genau diesen Kontakt. Sie sehen in den Augen mehr, als nur das Sehorgan. Ich selbst vermeide den Augenkontakt bei allen Personen, ausser bei meiner Freundin. Da geht es. Ist ja aber auch etwas anderes.
Dazu kommt, da ich die Gesichter nicht sehen, wie will ich die Augen sehen. Wenn ich es mal probiert hatte, so kostete es mich eine extreme Anstrengung. Die Mühe war und ist mir der Lohn nicht wert. Denn ich habe nichts davon. Es nur für den anderen zu tun, ist nicht mein Ding. Seit ich weiss, was mir Mühe macht, und mich auch sehr anstrengt, lasse ich solche Sache bleiben. Ich will mich nicht mehr überfordern. Seither habe ich ein angenehmeres Leben, welches nicht immer nur Stress bedeutet.
Was ich auch meide, sind Ansammlungen von vielen Menschen. Da wird es echt schlimm. Ich kriege immer Panikattacken. Dies ist nicht wirklich angenehm. Die Menschen sprechen alle durcheinander und schauen sich an. Das ist für mich bis heute zu viel. Trotz all den Trainings, welche ich absolviert hatte, kann ich es bis heute nicht. Doch da ich das ja weiss, kann ich es vermeiden, wenn immer möglich. Klar, immer geht nicht. Denn ich muss einkaufen gehen, oder mal was essen. Doch dies beschränke ich auf ein Minimum, oder zu Zeiten in denen nicht viele Menschen vorhanden sind.
Gesichter sind also ein schwieriges Thema. Denn die NT's begreifen das nicht wirklich. Genau das macht uns zu komischen Menschen. Denn sie verstehen nicht, wieso wir ihnen nicht in die Augen schauen. Sie meine, wir haben etwas zu verbergen. Dabei ist es einfach so, dass wir es nicht können. Mehr ist da nicht dahinter.