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Dienstag, 19. November 2013

Aspeger und Harry Potter

Mit Harry Potter konnte ich nie was anfangen. Für mich war das einfach zu abstrakt und abgedreht. Ich fragte mich, was das alles soll. Zauber, Muggel als das abgefahrene Zeugs. Nun, ich bin zum Schluss gekommen, dass wenn man Harry Potter aus dem Blickwinkel eines Asperger betrachtet, die Sache ganz anders aussieht. Dann ist es nicht einfach eine Geschichte eines Zauberers, sondern eine Art, wie die Welt betrachtet werden kann. 
Die Zauberer leben in einer parallelen Welt. Sie haben mit unserer Welt nichts zu tun. Aber sie können zwischen den Welten hin und her. Als Beispiel sei das Gleis 9 3/4 aufgeführt. Die Menschen bekommen von all dem nichts mit über. Sie wissen nicht einmal, dass es eine Parallelwelt gibt. Sie leben einfach ihr leben und denken, dass das alles ist. 
Was mich erstaunt hat, das war die Darstellung der Muggel. Sie kommen in HP sehr schlecht weg. Auch wird ihre Welt hektisch und chaotisch beschrieben. Auch wie die Muggel denken. Die Zauber halten nichts von ihnen. Sie wollen nicht mal was mit ihnen zu tun haben. Für sie sind Muggel einfach nur lästig. 
Nun, ich denke, dass das eine Sichtweise sein kann, wie jemand die Welt sehen kann. Wie sie die Menschen wahr nimmt. Wie es sein kann, in einer anderen Welt zu leben. Einer Welt, welche die normalen Menschen nicht mitbekommen. Einer Welt die für Normale nicht erreichbar ist. Die Welt des Autismus. Die Welt der eigenen Welt. Eine andere Wahrnehmung. Einer Wahrnehmung der Welt, wie sie die meisten Menschen nicht kennen. Das Lärm nicht einfach Lärm ist, sondern ein riesen Stress. Das Licht nicht hell ist, sondern extrem grell und weh tut. Das Menschen und ihre Art mühsam sein kann. Das man sie nicht versteht. Das man immer der andere ist. Der komische. Aber in der Welt der Gleichen, man verstanden wird. Sie wie die Zauberer. In ihrer Welt ist das alles normal. In der Welt der Muggel würden sie verfolgt werden. Würden ausgestossen werden. 
Genau so wie wird Autisten. Die Muggel finden, wir sind komisch. Sie mobben uns. Sie wollen uns nicht. Sie nutzen uns aus. Dies machen sie nicht willentlich. Sie handeln einfach ohne zu denken. Sie denken überhaupt nicht. Muggel sind für mich meistens nur lästig. Besonders, wenn ich unterwegs bin. Sie sind laut, langsam und stehen einem immer im Weg. Ich denke, dass HP genau so was auch zeigen will. Das es Menschen gibt, die anders sind. Die nicht sind, wie die Meisten. Sondern andere Fähigkeiten haben. Fähigkeiten, die die Vorstellung der Muggel übersteigt. Aber mit dem Preis, dass ihnen dafür andere Fähigkeiten fehlen. Wie die soziale Interaktion. Das Verständnis, die Empathie. All das. 
Für mich ist HP sehr interessant. Ich sehe eine Welt die mir nicht fremd ist. Eine Sichtweise, die ich auch kenne. Ich finde es sogar lustig, wie die Muggel schlecht wegkommen. Für mich war das sehr inspirierend. Denn von HP habe ich die Bezeichnung Muggel für die NT's. Ich gebrauche diesen Ausdruck jeden Tag. Für mich ist Muggel ein normales Wort geworden. Meine Umgebung reagiert nicht mal mehr, sondern gebraucht es auch. Ich finde, das Muggel besser klingt, als NT. Aber es hat auch was von Distanz. Es bezeichnet für mich eine Welt, die ich nicht wirklich verstehe. Eine Welt die mir bekannt und doch fremd ist. Eine Welt in der ich mich bewege und doch nicht bin. 
So wie die Zauberer in HP. Sie leben erst in ihrer Welt richtig auf. Sie können erst da so sein, wie sie sind und müssen sich nicht verstecken.