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Montag, 11. November 2013

Asperger und das Etwastun

Damit man im Leben etwas bekommt, muss man was geben. Meistens kriegt man nicht einfach so eine gute Stellung im Job oder einen Partner. Dafür ist eine Eigenleistung erforderlich. Dafür muss gelernt, Zeit investiert werden. Einfach nur da Sitzen und warten, bis einem jemand den Wunsch erfüllt, der nie geäussert wird, bringt nichts.
Ich habe mein Leben lang immer gemacht, ohne nachzudenken. Habe immer gemacht, ohne genau zu wissen, was das alles soll. Doch, ich habe immer gemacht. Habe nie gesagt, jetzt ist Schluss mit machen. Wollte einfach nur mein Leben leben. Habe mich nicht gekümmert, dass das was ich gemacht habe, mich fast zerstört hätte. Danach kam eine Zeit, in welcher ich nichts tun konnte. Gar nichts. Ich musste lernen, was es heisst nichts zu tun. Musste lernen zu erkennen, was ich will. Musste lernen, was es heisst zu sein.
Doch nach einigen Monaten nach der Klinik, wurde mir langweilig. Ich wollte wieder arbeiten. Wollte wieder was tun. Wollte wieder gebraucht werden. Aber nicht mehr so, wie zu vor. Wollte wieder als Informatiker arbeiten. Aber nicht mehr einfach als Coder. Sondern als Projektleiter. Wollte was aufbauen. Diese Chance habe ich dann auch bekommen. Ich konnte beim Start von Specialisterne dabei sein. Konnte helfen die Firma aufzubauen. So gut ich eben konnte. Ich bin heute noch dabei. Arbeite heute noch da, und habe es auch weiterhin im Sinn.
Doch dies alles hätte ich nicht erreicht, wenn ich nicht etwas getan hätte. Wenn ich mich nicht gekümmert hätte. Wenn ich keine Ziel gehabt hätte. Leider erlebe ich es immer wieder, das Asperger es gewohnt sind, dass ihnen alles Probleme gelöst werden. Dass sie einfach nur sein müssen. Dass sie einfach nur verlangen können, ohne zu geben. Sie kennen es nicht anders. Sie haben nie gelernt zu kämpfen. Für sich einzustehen. Für sich zu schauen. Immer wurde und wird ihnen alles abgenommen. Sie wollen immer mehr ohne was dafür zu tun. Sie denken, weil sie anwesend sind, reicht das. Nein, das tut es nicht.
Damit man etwas bekommt, muss man auch was geben. Es kommt nicht auf die Menge an, sondern, dass man was gibt. Jedoch, wer nichts gibt, dem wird auch das genommen. Denn irgendwann hat auch der Verständnisvollste keine Nerven mehr. Dann heisst es: RENTE. Dann heisst es, DAS WARS. ENDE. Immer nur zu träumen, was man alles erreichen möchte, reicht nicht. Lieber weniger wollen, dafür was dafür tun, und dies auch erreichen. Wer mit sich zufrieden ist, der strahlt dies auch auch. Wer aber immer nur mehr will, der kriegt eines Tages nichts mehr. Dann muss er sich nicht wundern, wenn niemand mehr mit einem zutun haben will.
Ich weiss, das Autisten genau damit Probleme haben. Sie erkennen meistens nicht, was es braucht, damit sie weiter kommen. Sie sehen nicht ein, wieso sie was tun müssen, was sie nicht vollständig interessiert. Sie sehen nicht ein, dass es manchmal mehr braucht, als das eigene Interesse. Diese Dinge ihnen beizubringen ist nicht einfach. Sie wollen meistens auch gar nicht erkenne, dass sie auch gefordert sind etwas zu tun. Dass sie auch was geben müssen. Dass es nicht immer nur um sie geht. Dass sie auch ein wichtiger Teil der Gesellschaft sind, wenn sie wollen. Aber für die meisten stimmt es, wenn sie eifach sein können. Gamen können oder einfach sonst was konsumieren. Ich verstehe das nicht. Ich habe schon immer nach dem Motto, ICH BESTIMME MEIN LEBEN, gelebt. Damit bin ich bis heute gut zurecht gekommen. Ich finde es mühsam, wenn ich jemanden fragen muss, oder um Erlaubnis bitten. Nein, dass muss nicht sein. Ich mache das auch nicht. Wozu. Ich lebe mein Leben, wie ich es will. Und nicht so, wie andere denken, dass ich es tun müsste. Aber genau das passiert mit vielen Aspergern. Sie lassen sich fremdbestimmen. Sind froh, wenn sie keine Probleme lösen müssen. Wenn sie keine Probleme haben. Dabei sind es genau diese, welche einem stärker machen. Welche das Leben doch auch lebenswert machen. Geht alles einfach ohne Probleme, so ist es doch langweilig. Klar, ich brauche auch nicht immer nur Probleme. Aber jeder Tag hat immer welche bereit. Mal kleine Mal grosse. Egal, der Tag ist dafür da, dass er genutzt wird. Und nicht einfach nur um zu sein und zu hoffen, dass man eines Tages weiss nicht wer oder was ist.