Dieses Blog durchsuchen

Translate

Freitag, 28. März 2014

Asperger und der Wohungswechsel

Nun ist es vollbracht. Ich habe einen neue Wohnung in der selben Gemeinde wie meine Frau lebt. Wir haben nun endlich den Stress mit der weiten Strecke nicht mehr.
So ein Umzug ist eine riesen Sache. Viele Dinge müssen organisiert werden. Vieles ist bis zu Letzt nicht klar. Auch, ob alles klappt. Ob das Umzugsteam pünktlich ist. Ob ich nichts vergessen habe. Es war ein riesen Stress. Danach das auspacken und einräumen. Eine neue Wohnung. Eine neue Umgebung. Wobei ich die Gegend in der ich jetzt wohne, kenne. Aber es ist nicht das Selbe, auf Besuch zu gehen, als dann dort zu wohnen.
Für mich ist so ein Wechsel der Umgebung nicht schlimm. Aber ich brauche doch immer einige Zeit, bis sich die Abläufe eingespielt haben. Bis ich weiss, wo ich was kriege. Bis ich mich in meiner eigene Wohnung zurecht finde. Jedes Mal, wenn ich was umstelle, habe ich einen neuen Raum vor mir. Das ist nicht so einfach. Aber ich denke, dass ich es doch gut hingekriegt habe.
Ich kenne auch viele Autisten, die gerne von zu hause ausziehen würden. Die auch gerne eine eigene Wohnung haben wollen. Aber sie wissen nicht wie. Wissen nicht, was auf sie zukommt. Nun, ich wohne schon seit vielen Jahren nicht mehr zu hause. Ich bin damals einfach ausgezogen. Gedanken habe ich mir keine gemacht. Wieso auch? Ich wollte einfach ein eigenes Leben haben. Das war mir wichtiger, als das, was auf mich zukommen würde.
Für mich ist das alleine wohnen nicht schlimm. Im Gegenteil, ich geniesse es. So kann ich machen wie ich will, was ich will. Muss nicht auf jemanden Rücksicht nehmen. Mein Frau, die sieht das übrigens genau auch so. Das ist auch der Grund, wieso ich in die selbe Gemeinde gezogen bin, aber nicht mit ihr zusammen. Das wollten wir beide nicht.
Mein Vorteil war, dass ich eine vollständige Wohnungseinrichtung mitnehmen konnte. Das ist auch nochmals einfacher, als wenn man sich alles besorgen muss. Ich konnte einfach meine Wohnungseinrichtung an den neuen Ort bringen lassen. Die habe ich durch ein professionelles Team durchführen lassen. So war das Ganze in nicht einmal einem Tag erledigt gewesen. Klar, das sind Kosten, aber es reduziert den Stress enorm. Was es aber braucht ist eine gute Vorbereitung.
Für mich war das nicht nur das zusammenpacken der alten Wohnungseinrichtung, sondern auch das geistige. Ich musste mich mental auf die neue Situation einstellen. Klar, kann ich nicht wissen, was die Zukunft bringen wird. Aber ich musste mich mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass ich an einem neuen Ort leben werden. Hier wo ich jetzt wohne sind die Menschen ganz anders. Sie sprechen auch einen ganz anderen Dialekt. Geholfen dabei hat mir sicher meine Frau. Denn sie stamm aus dieser Gegend. So konnte ich mich in all den Jahren doch gut damit vertraut machen. Aber dennoch, das Anfang war nicht einfach. Ich hatte 2 Tage lang kein Internetzugang und auch kein TV. Das war für mich nicht einfach. Aber ich habe es überstanden, und jetzt wieder das, was ich für mich als normale Umgebung bezeichne. Dass, was ich brauche, damit ich mich zuhause fühle.
Viele, die ich kenne, sind erstaunt, dass ich als Autist so was mache, meine Wohnung wechseln. Ich habe alles alleine gemacht. Alles alleine organisiert. Nun, ich denke, dass das mit dem Autismus nichts zutun hat, sondern eher mit dem Willen, etwas zu verändern. Vorwärts zu schauen und gehen. Für mich war und ist es wichtig, das ich in der Nähe meiner Frau leben kann. Das war mein grösster Antrieb und auch Motivation zugleich. Sich ein Ziel setzten. Ich denke, dass das vielen Autisten fehlt. Sie verstehen nicht wozu. Sie verstehen nicht, wieso sie was tun sollen. So erlebe ich jedenfalls viele bei uns in der Firma und Stiftung. Nun gut, ich meine, das hat sicher auch mit der Erziehung zu tun. Meine Eltern wollten immer, dass ich selbständig werde. Dass ich alleine zurecht kommen kann. Das, haben sie erreicht. Ohne meine Eltern, würde ich nicht der sein, der ich bin. Sie haben mir schon für beigebracht, dass ich was kann wenn ich will. Das, wen ich aber was will, ich auch was dafür tun muss. Sie haben mir ein meinen Entscheidungen immer freie Hand gelassen. Sie haben nie versucht, mir was auszureden. Sie haben mir vertraut. Ich denke, dass ist das was Eltern ihren Kindern neben der Liebe mitgeben sollten, ihr vertrauen.