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Donnerstag, 13. März 2014

Asperger und die Rücksicht

Rücksicht ein grosses Wort. Muggel wollen, das auf sie Rücksicht genommen wird. Sie wollen das man auf ihre Meinung hört. Doch sie haben Mühe damit, dies selber zu tun. Sie wollen Rücksicht, geben sie aber nicht. Sie denken an sich, sich und nochmals sich. Rücksicht ist für mich etwas das normal ist. Ich nehme manchmal zu viel Rücksicht. Schaue, dass es für alle anderen passt.
Das Problem dabei ist, dass wenn ich Rücksicht nehme, ich ausgenutzt werde. Das ich immer mehr machen muss, und die anderen es sich einfach bequem machen. Sie wissen ja, das ich ihr Problem lösen kann. Doch wer löst meine Probleme? Eben, ich selber. Aber ich denke, dass das Thema Rücksicht nichts mir Muggel oder Asperger zu tun hat. Es ist ein generelles Problem. Jeder will sie, aber die wenigsten geben sie. So kommt es mir jedenfalls vor.
Nun, für mich ist das Arbeitsleben das eine, aber das andere ist das Private. Da nehme ich gerne auf meine Frau Rücksicht. Ich will, dass sie sich wohlfühlt, dass es für sie passt. Sie wiederum macht das Selbe für mich. Es beruhigend zu wissen, dass das so ist. Dass es wenigstens an einem Ort passt. Rücksicht ist meiner Meinung nach wichtig für das soziale Leben von Menschen. Ohne sie würde nichts gehen. Nun, es geht auch fast nichts mehr. Die Leute machen was sie wollen. Sie handeln wie sie wollen. Sie tun was sie wollen. Für andere schauen, das sollen andere. Sie sind zu gut und wichtig. Haben besseres zu tun, als für andere schauen. Nun, das ist mein Eindruck. Dieser muss nicht allgemein stimmen, aber ich sehe es so.
Asperger können sehr wohl Rücksicht nehmen. Sie können sogar sehr viel davon geben. So viel, dass sie vergessen, dass sie auch jemand sind. Sie bleiben aussen vor. Sie vergessen sich. Dies weil sie nicht verstehen, dass es nicht nur um die anderen geht, sondern auch um sich selber. Sie handeln fast schon altruistisch. Das liest sich jetzt sicher komisch, da in der Literatur immer beschrieben wird, wir denken nur an uns. Aber ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Wieso sollten wir immer nur an andere denken? Wieso immer für andere da sein? Nun, ich denke, dass man dann das Gefühl hat, man wird akzeptiert. Das man dazu gehört. Wenn man so wird wie das Umfeld ist. Man fügt sich ein. Oder versucht es zumindest. Muggel können das besser als wir. Wir sind Meister der Täuschung. Aber die Frage ist doch, für wie lange? Die Muggel merken das sehr schnell, dass wir uns nur tarnen. Sie merken, dass es nicht echt ist. Sie hingegen können das fast perfekt. Sie können etwas sagen, und was anderes meinen. Sie können die Sprache so wählen, dass sie das Gegenüber nicht "verletzten". Ich kann das nicht. Ich sage, was ich denke. Ich sage es so, wie ich will. Rücksicht nehme ich nicht, wenn es um die Wahrheit geht. Aber auch nicht, wenn es darum geht, eine Information zu liefern. Wieso sollte ich auch? Nur dass sich das Gegenüber nicht verletzt fühlt. Gut vorkommt? Nicht beleidigt ist? Nein, das ist nicht mein Ding.
Asperger sind ja bekannt dafür, dass sie sagen was sie denken. Das sie nicht verstehen, wieso sie die Sprache der Muggel gebrauchen sollen. Wieso sie sich anpassen sollen. Nun, ich denke, das hat damit zu tun, dass die Muggel nicht verstehen, dass es Meschen gibt, die anders denken. Die anders sind. Nicht so wie sie. Die Muggel verstehen nur, was sie kennen. Alles andere macht ihnen Angst. Alles anderes versuchen sie zu bekämpfen. Indem sie versuchen, dem anderen ihren Willen aufzuzwingen. Indem sie versuchen dem anderen die eigenen Sichtweise aufzuzwingen. Das sind die Muggel. Sie versuchen uns so zu machen, wie sie sind. Sie bringen uns alles Mögliche bei. Das Meiste, verstehe ich nicht. Verstehen die meisten Asperger die ich kenne nicht. Wieso tun die Muggel das? Nun, sie nehmen keine Rücksicht, wenn es darum geht andere zu ändern. Sie nehmen keine Rücksicht, wenn es darum geht, das sie was ändern können, dass es dann für sie passt. Ich verstehe das nicht. Wieso kann der Mensch den Menschen nicht einfach so akzeptieren, wie er ist? Wieso geht das nicht? Wieso muss man sich immer anpassen. So anpassen, das es für die anderen stimmt, aber für einem nicht. Wieso? Nun, ich mache das nicht mehr. Früher habe ich das viel gemacht. Heute nicht mehr. Ich bin wie ich bin. Wem das nicht passt, nun, nicht mein Problem. Ich akzeptiere die Meschen ja auch, wie sie sind. Versuche nicht, sie zu ändern. Ich sehe auch keinen Grund dafür. Leben und leben lassen, dass ist mein Motto. Miteinander, statt gegeneinander. So sollte es doch sein. Dann spielt es auch keine Rolle mehr, ob Autist oder Muggel. Denn was doch zählt, ist der Mensch als Ganzes. Mit all seinen Stärken und Schwächen. Mit all seinen Fehlern. Wobei, Fehler? Ich denke, Kein Mensch hat Fehler, sondern es sind die Eigenheiten, die einen Menschen erst zu einem Menschen machen. Die dafür sorgen, dass er nicht einfach wie ein Maschine ist, sondern ein eigenständig denkendes und handelndes Wesen.