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Freitag, 7. März 2014

Asperger und die Anpassung

Ständig muss man sich neuen Gegebenheiten anpassen. Die Gegebenheiten sind aber meiner Meinung nach noch das kleinste Problem. Vielmehr sind es die Muggel, welche einem so haben wollen, wie sie selber sind. Sie bemühen sich, uns bei zu bringen, wie sie denken. Sie lehren uns ihre Sprache. Bringen uns bei, wie Emotionen erkannt werden. Was es heisst, Gefühle zu haben. Was es heisst sich zu äussern.
Alle diese Dinge, wollen die Muggel uns beibringen. Doch wozu? Wieso tun sie das? Verstehen sie nicht, dass wir das alles nicht können. Auch wenn wir wollen, wir können es nicht. Das scheinen sie aber nicht zu verstehen. Sie schreiben Bücher, wie "man es richtig macht..." Wie man sich verhalten muss. Nun, wir könnten das Selbe mit den Muggel tun. Könnten ihnen sagen, das sie nicht normal sind, sondern wir. Das sie sich uns anpassen sollten. Dass sie unsere Sprache lernen sollen. Dass sie auf Gestiken und Mimiken verzichten können. Würden sie es tun? Nein, sie würden nicht. Sie würden nicht verstehen, wieso sie das tun sollen. Aber sie verlangen das Selbe von uns. Wobei sie nicht darüber nachdenken, was das für uns bedeutet.
Stress und ständige Angst, etwas falsch zu machen. So versuchen die Muggel uns zu kontrollieren. Sie versuchen uns ihnen ähnlich zu machen. Dies, weil sie nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die die Welt ganz anders wahrnehmen. Denn vieles, was den Muggel viel bedeutet, nichts bedeutet. Wir interessieren uns für andere Dinge, als die Muggel. Dies sicher auch, weil wir vieles, was für die Muggel normal ist, nicht verstehen. Wir sehen die Welt anderes. Nehmen sie anders wahr.
Doch auch wir müssen uns, wie die Muggel auch, anpassen. Ohne Anpassung wird es schwierig in dieser Welt. Die Frage ist nur, wie viel Anpassung ist notwendig? Ich denke, dass es nicht viel braucht. Die Voraussetzung dafür ist aber, das uns das Umfeld versteht. Nun, das ist nicht so einfach. Wo werden Autisten schon verstanden? In Heimen? In geschützten Werkstätten? Also Orte für Behinderte? Sind wir so behindert, dass wir nicht einer normalen Tätigkeit nachgehen können? Nein, sind wir nicht. Wir können genau so arbeiten, wie die Muggel auch. Wir können genau so ein Leben führen wie die Muggel auch. Doch dazu muss man wollen. Man muss erkennen, wozu man arbeiten muss oder sollte. Was es heisst, ein eigenes Leben zu führen. Ich denke, dass ist aber auch eines der grössten Probleme von Aspergern. Sie wissen nicht wie. Brauchen Hilfe. Oder sind einfach zu bequem, etwas selber zu bestimmen. Dies sicher auch darum, weil ihnen die Muggel beibringen, dass sie alles kriegen können. Sie müssen nur sagen was sie brauchen. Schliesslich verdienen sie Hilfe, da sie ja Autisten sind. Nun, ich sehe das nicht so. Ich bin nicht auf solche Hilfe angewiesen. Ich bestimme selber. Aber ich bin auf ein Arbeitsumfeld angewiesen, welches mich versteht. Welches mir auch die Möglichkeit gibt, dass ich arbeiten kann, ohne, dass ich Angst haben muss.
Im Privaten genau so. Da lebe ich meine Leben so, wie ich will. Doch ich mache nicht was ich will. Ich lebe mein Leben mit meiner Frau, aber auch alleine. Dies weil ich alleine wohne. Mir ist das wichtig. So habe ich auch die Möglichkeit das zu tun, was ich will, ohne dass jemand sagt, was ich tun muss. Was gut ist und was nicht. Ich bestimme selber. Doch bin ich auch sehr gerne mit meiner Frau zusammen. Ich liebe sie und ich liebe es, mit ihr zusammen zu sein.
Dies hat aber auch Anpassungen gebraucht. Nicht nur von mir, sondern auch von ihr. Eine Beziehung ist doch immer ein sich anpassen. Es entsteht aber dadurch eine neues Leben. Eines das man alleine so nicht leben könnte. Doch besteht die Gefahr, dass man sich zu viel anpasst. Das man sich aufgibt. Dies Zugunsten des anderen. Das sollte dann auch nicht sein. Jedes sollte so sein und bleiben, wie es ist. Nur so wird meiner Meinung nach jedes das in die Beziehung einbringen können, was es kann. Eine Beziehung ist Arbeit. Das lese ich immer und immer wieder. Aber eine Beziehung ist für mich auch der Ausdruck von Liebe. Der Ausdruck von Vertrauen. Der Ausdruck für Gemeinsames. Es geht nicht mehr um den Einzelnen, sondern um das Gemeinsame. Das ist für mich die Anpassung, welche man vornehmen muss. Alles andere ergibt sich von selber.
Ich jedenfalls, bin froh, habe ich meine Frau geheiratet. Bin froh, dass ich sie habe. Für mich bedeutet sie, dass ich so geliebt werde, wie ich bin. Aber auch, dass ich so, lieben kann, wie ich kann. So hat auch das sich anpassen etwas Gutes. Das wiederum kann ich auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Kann diese Erfahrung auch auf die Arbeit, oder mein Umfeld übertragen. Klar, ist es nicht das Selbe. Aber der Gedanke ist, das welcher zählt.