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Donnerstag, 4. Februar 2016

Asperger und die Führung

Immer wieder erlebe ich, dass Autisten mehr Führung brauchen, als NT. Das sie, wenn ihnen die Arbeitsschritte die sie tun müssen nicht klar sind, sie nichts mehr tun. Sie kommen selten auf die Idee zu fragen, sondern sitzen einfach da. Nun, ist das schlimm? Nein, denn ich kenne das von mir selber. Wenn ich nicht genau weiss, was ich tun muss, dann schweife ich mit meinen Gedanken ab. Tue alles ausser das, was ich tun sollte. Nur, das ich eben nicht weiss wie. Also lasse ich es.
Ich selber betreue auch ab und zu Klienten. Da erlebe ich immer wieder, das Autisten mit der rechten Führung, sehr vieles tun können, was NT nicht können. Jedenfalls nicht in der kurzen Zeit. Wenn ich eine Anweisung gebe, so ist sie klar. Und nicht nach dem Motto, tu einfach mal. Das geht nicht. Ein Autist kann mit so was nichts anfangen.
Das macht es auch schwierig in einem normalen Betrieb zu arbeiten. Denn da heisst es ja oft, mach mal. Das kann ich auch nicht. Wenn ich nicht weiss, was ich tun muss und bis wann, dann tue ich nichts. Naja nicht nicht. Eben das was ich tun will oder das was mich interessiert. Nur, das ist nicht das, was die Firma will. Also muss ich auch schauen, dass ich zu der Information komme, die ich brauche, damit ich was tun kann.
Die rechte Führung ist bei Autisten so lange wichtig, bis sie das was sie beherrschen sollten es auch tun. Danach ist es kein Problem mehr. Bis wieder was Neues kommt. Das braucht dann wieder eine gute Führung und klare Anweisungen. Nur, mit der Zeit hat man so einiges gelernt, das einfach so angewendet werden kann. Hat das mit Dummheit zu tun? Sicher nicht. Es ist einfach eine andere Art zu denken. Wir können Dinge schneller und genauer umsetzen als NT. Aber nur, wenn das Umfeld stimmt. Was im Normalfall leider nicht gegeben ist. Da ist der Autist einfach der Aussenseiter. Der Komische. Aber wenn das Umfeld passt, dann können Autisten Dinge, die NT immer mal wieder in Staunen versetzen. Sie sind erstaunt was so schweigsame Menschen alles können. Für sie ist etwas können eben sprechen. Für mich ist es ein Problem lösen. Etwas tun, was Sinn macht. Sprechen ist nicht so mein Ding. Aber das braucht es eben auch, damit ich weiss, was ich tun muss.
Klar, vieles kann ich einfach so. Nicht weil ich so gut bin, sondern einfach viel Erfahrung habe. Aber das ist bei den NT auch so. Wenn jemand etwas immer und immer wieder tut, kann er es plötzlich einfach.
Nur, bei Autisten habe ich es schon oft erlebt, dass sie Dinge einfach können. Einfach so. Nicht wie die NT. Die Frage ist dann nur, wie dieses Potenzial genutzt werden kann. Das ist nicht immer so einfach. Denn eine klare Führung braucht sehr viel Zeit und Energie. Aber auch ein sehr gutes Verständnis von dem was man führen sollte. Das ist nicht immer einfach.
Ich selber erlebe dies bei mir auch ab und zu, dass ich mich zuerst wieder schlau machen muss, bevor ich eine Anweisung gebe. Einfach auch deshalb, damit ich sicher bin, das ich nichts Falsches erzähle.
Nun, es ist selten, das Autisten Autisten führen. Aber bei uns, ist das möglich. Wir haben Autisten die Teamleiter sind. Die andere führen. Das geht. Entgegen dem was immer mal wieder behauptet wird. Es ist einfach eine andere Art, als dies die NT tun. Klar, ich brauche für das auch die NT. Denn ihre Art ist einfach anders. Sie sehen die Dinge oft nicht so eng wie ich. Sie können flexibler reagieren. Ich nicht. Für mich gibt es nur JA oder NEIN. Die NT aber kennen auch das Dazwischen. Was nicht unwichtig ist, wenn man Menschen führen muss. Dabei spielt es keine Rolle ob Autist oder NT. Ich denke, mit der rechten Führung kann jeder Mensch mehr leisten als er denkt.