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Dienstag, 23. Februar 2016

Asperger und Zahlenmagie

Zahlenmagie. Nun, ich nenne das so. Denn es ist die andere Sichtweise auf Zahlen. Eine Sichtweise die die NT nicht haben. Für sie sind Zahlen Zahlen. Für mich sind sie Formen, Farben. Ja, sie haben einen Sinn und eine Bedeutung. Aber es sind nicht nur die reinen Zahlen, sondern auch die Kombination aus ihnen. Alles lässt sich in Zahlen ausdrücken. Zahlen verrechne ich nach einem nur mir bekannten Schema um Dinge heraus zu finden. Um zu sehen ob das Gesagte wahr ist. Oder einfach zum Vergnügen, um zu sehen was dabei raus kommt. Es gibt aber eine Zahl, die weder verrechenbar noch teilbar ist. Ja die einfach keine Zahl ist. Das ist die 14-1 oder in der NT-Sprache, die 13. Diese Zahl geht nicht. Ja, sie ist keine Zahl, sondern ein Unding.. Schwierig. Aussprechen geht noch so gerade, aber schreiben? Von Hand? Nein. 14-1 oder 12+1. Das geht. Zahlenmagie.
Auch die 3 geht nicht. Komische Zahl. Die 4 aber, die ist gut, schön und ergibt Sinn. Es sind nicht dir geraden Zahlen die für mich Sinn ergeben. Nein, es sind alle Zahlen. Besonders wenn sie gross sind. Wie Autonummern. Dann wird es richtig spannend. Sie zu verrechnen ist für mich ein leichtes. Nun, es gibt aber eine Rechenart die nicht geht. Die Division. Nicht das ich sie nicht könnte, sie geht einfach nicht. Auch kann ich nicht einfach mal so drauflos rechnen. Es gibt wie so oft, Regeln.
Wie auch immer. NT haben und können das nicht. Sie verstehen auch nicht, wie Menschen wie ich, das einfach so können. Ja eine besondere Beziehung zu Zahlen haben. Sie haben sie zu Menschen. Sehen ihre Mimik. Ich sehe die Mimik nicht, aber die der Zahlen. Zahlen sind für mich ein grosser Teil meiner Welt. Alles dreht sich um Zahlen. Sie allen sind logisch. Aber das heisst nicht, das ich ein Mathe-Genie bin. Das hat damit nichts zu tun. Es geht um etwas, das ich nicht beschreiben kann. Nur diejenigen die das auch wahrnehmen, wissen was ich wirklich meine. Es ergibt auch keinen Sinn, das einem NT beizubringen. Genauso wie es keinen Sinn macht uns die Sache mit der Mimik und den Gefühlen beizubringen. Das geht auch nicht. Man kann es oder eben nicht.
Das ist eben der Preis. Ich kann das mit den Zahlen und noch einige Dinge die mir im Alltag nicht bringen. Aber ich kann sie eben. Was ich damit mache? Nichts. Wie auch? Ich meine, die NT verstehen mich eh nicht, wenn ich von dem Spreche was ich wirklich kann. Wie ich die Welt sehe. Also lasse ich es lieber. Es sei denn, ich werde gefragt. Dann gebe ich gerne Auskunft. Aber verstehen und begreifen, das tun sie nicht, die NT. Müssen sie auch nicht. Denn es ist nicht ihr Ding. Ihre Welt. Es ist meine.
Zahlenmagie ist für mich keine Magie, sondern einfach Alltag. Etwas ganz Normales. So wie die NT das können was sie eben können. Das ist dann für mich Magie. Etwas das ich nie können werde. Und ehrlich gesagt, auch nicht können muss. Denn ich komme auch so ganz gut zurecht. Klar, ich bin auf Menschen angewiesen, die Autisten verstehen. Aber dennoch habe ich auch noch ein Leben abseits der Arbeit. Auch da komme ich gut zurecht. Es ist also immer eine Frage wie man mit solche Gaben umgeht. Ich stelle mich nicht alles besser als die NT dar. Wieso sollte ich. Schlussendlich bin ich der Behinderte. Der der kein NT ist. Der der versuchen muss in einer Welt zurecht zukommen die ich nicht verstehe.
Die Zahlen helfen mir auch, dass ich mich im Alltag orientieren kann. Das ich weiss wann ich was mache. Sie geben mir eine Art Sicherheit. Denn der Tag ist für mich nicht in Stunden und Minuten unterteilt, sondern eben in Zahlen. In Formen und Farben. Sie sind es, die meinem Tag eine Struktur geben, und nicht die Zeit. Wobei die Zeit für mich auch nichts anderes als Zahlen ist. In diesem Sinne also etwas Normales und keine Magie.