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Freitag, 9. September 2016

Asperger und die gewohnte Umgebung

Wie ist es, wenn man wieder in seiner gewohnten Umgebung sein kein? Nun, genau das ist mir jetzt wieder passiert. Ich habe die letzten beiden Tage wieder in meiner gewohnten, und nicht unter NT, Umgebung verbracht. Das ist ganz anders, aber irgendwie nicht besser. Eben nur anders.
Es kann auch sein, das ich noch zu wenig lang unter den NT war. Also mein Inneres noch nicht so richtig mitbekommen hat, das ich weg war. Weg aus der Umgebung die ich eben gewohnt bin.
Auf der anders Seite ist es aber auch so, dass ich trotz der gewohnten Umgebung irgendwie nicht mehr so viel tun und denken kann, wie wenn ich fünf Tage die Woche in ihr währe. Der gewohnten Umgebung.
Ich bin mit den Gedanken schon wieder am anderen Ort. Ich denke aber, dass das zu Beginn normal ist. Nicht, weil das andere neu ist, sondern weil es eben viel zu lernen gibt. Und, weil diese neue Umgebung eben ganz anders ist, als die die ich gewohnt bin. Ich muss mir noch so einiges ausdenken, wie ich mich organisiere. Wie ich mich kleide. Spreche. Viele Dinge müssen bedacht sein. Viele Dinge sind mir noch nicht klar.
Jedoch denke ich, das sie sich im Laufe der Zeit geben werden. Das war jedenfalls bis jetzt immer so. Nur, dass ich halt nicht mehr als "NT" arbeite, sonder als Autist. Ich werde auch als solche wahrgenommen. Auch wenn die Menschen dort, am anderen Ort, noch nicht sehr vieles wissen. Doch sie wissen Eines. Ich bin keiner von ihnen. Macht nichts. Dafür bin ich ja auch dort. Unter anderem. Sicher auch um zu arbeiten. Aber auch um den Menschen in der Industrie das Thema Autismus näher zu bringen. Durch mich.
Mir ist auch klar, das sie nur mich erleben. Also genau EINEN Autisten so kennen. Aber ich denke, sie können so doch mal erste Erfahrungen sammeln. Die die denn wollen. Wer nicht will, muss auch nicht.
Die Gewohnte Umgebung ist aber nicht nur der Arbeitsplatz, sondern auch meine Wohnung. Will heissen, sie ist 50% meiner gewohnten Umgebung. So ist es nicht so schlimm, wenn die anderen 50% mal ändern, oder nicht mehr so sind, wie ich sie kenne. Nur, dafür haben ich jetzt viele Jahre gebraucht, bis ich darauf gekommen bin. Will heissen, das war nicht immer so. Nur, mit den Jahren habe ich erkannt, dass auch ich ein wenig flexibel bin. Auch wenn ich mir dies mühsam antrainiert habe. So kann ich es heute ein wenig.
Es ist auch ein Frage der Einstellung. Auch das musste ich lernen. Es geht eben nicht immer so, wie man will. Manchmal bestimmen äussere Umstände das Leben.
Ich wollte nie mehr einen anderen Arbeitsplatz, als den ich habe. Die gewohnte Umgebung. Aber eben, es ist anders gekommen. Heute arbeite ich an zwei Orten. Dabei steht das Interesse einer Idee oder Vision über dem was ich will. Klar, ich musste zustimmen. Aber eben, ich dachte dabei nicht nur an mich. Ich hoffe das ich die Erfahrung die ich in einer nicht autismusgerechten Umgebung mache auch anderen helfen kann, dass sie mal in der Industrie arbeiten können. Aber eben, bis dahin ist noch ein weiter Weg. Und, ich muss ihn zuerst mal selber gehen. Nach einer Woche, ist noch nichts entschieden. Noch nichts eingespielt und klar. Alles ist eben neu. Eine nicht gewohnte Umgebung eben.
Nicht nur um mich herum, sondern auch in meinem Kopf. Ich muss so vieles neue ordnen. Neue Abläufe lernen. Neue Zeiten wann ich aufstehe, wann ich nach hause fahre. Wann ich essen gehe. Eben wie Oben gesagt, so vieles ist neu. Aber auf der anderen Seite lasse ich mich gerne mal darauf ein. Mal eine andere, jetzt ungewohnte Erfahrung zu machen.
Ich hoffe einfach, dass wir mit diesem Modell Schule machen werden. In ein paar Jahren. Das es nicht so sehr darauf ankommt, ob man in einer gewohnten Umgebung ist und arbeitet, oder nicht. Das im Grunde genommen, alles eine reine Kopfsache ist. Wie die NT so schön sagen. Ich nenne es einfach, eine neue Herausforderung. Die die meinen Blog regelmässig lesen, die wissen, dass ich Herausforderungen mag. Diese jetzt, ist die grösste der letzten 5 Jahre.
Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wenn es euch denn überhaupt interessiert, wie mein Wiedereinstieg in die NT-Welt ist. Was ich erlebe und was ich darüber denke.
Aber, ich werde nicht nur darüber schreiben. Es gibt sonst auch noch so viele interessante Themen. Diesen werde ich mich auch noch widmen. Aber eben, eines nach dem anderen.