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Mittwoch, 28. September 2016

Asperger und das Versagen

Versagen. Etwas worüber NT nicht sprechen. Es ist wie ein Wort das tabu ist. Niemand will zugeben, dass er mal versagt hat. Schon gar nicht anderen gegenüber. Wieso ist das so? Ich meine, was ist daran so schlimm? Lernt man nicht was daraus? Auch ist eine der gängigen Meinungen, dass Autisten nicht versagen können, wenn sie was interessiert. Nun, auch das ist ein Mythos.
Dann kommt noch die Angst vor dem Versagen. Etwas das NT unfähig macht zu handeln. Aber auch Autisten. Kurz Menschen.
Die Frage. Habe ich schon mal versagt? Ja sicher. Nicht nur einmal. Viele Male schon. Habe ich Fehler gemacht? Sicher. Unzählige. Hat mir das was gebracht? Erkenntnisse und manchmal Ärger und Stress. Wer kennt so was nicht von sich selber? Ich denke, jeder kann unzählige Beispiele aufzählen in denen er versagt hat. Manchmal kann es auch sein, dass das Umfeld etwas das man getan hat, als Erfolg betrachtet, man selber es aber als Niederlage Versagen betrachtet. Es kommt eben immer auf den Standpunkt an.
Nun, Autisten und das Versagen. Können wir wirklich versagen? Sicher. Ich tue dies jeden Tag. Ich kann nicht so sein wie die NT. Vieles was normal ist, überfordert mich. Ich kann nicht einfach mal in einen lauten hellen Raum. Einfach mal einkaufen, ohne mir zuvor alles genau zu überlegen. Ich kann nicht einfach mein Leben umstellen. Auch nicht eine noch so kleine Kleinigkeit. Das geht so nicht.
NT können das meist ohne Probleme. Sie versagen an so einfachen Punkten im Normalfall nicht. Ich schon.
Bin ich auf eine für mich angepasste Umgebung angewiesen? Ja. Kann ich einfach so spontan was tun? Nein. Ich brauche um mich Menschen die sich mit Autismus auskennen. Die wissen wie ich bin. Die meinen Sprache verstehen. Das ist nicht einfach so eine Umgebung zu finden. Ich habe sie zum Glück. Wenn auch nur noch 2 Tage die Woche.
An den anderen Tagen eben nicht mehr. Dadurch erkenne ich aber auch meine Grenzen. Ich denke manchmal das ich versagen werde. Einfach, weil ich es nicht mehr gewohnt bin an einem Ort zu sein, der nicht für mich geschaffen ist. Ich werde es sehen. Noch ist es zu früh, darüber zu urteilen.
Jedenfalls ist das Versagen auch etwas wovon ich lerne. Jeden Tag. Ich analysiere meine Verhalten. Das was ich gesagt habe. Versuche mich zu verbessern. Nicht ein NT zu werden, sondern einfach für mich. Damit ich es leichter habe in einer Welt die ich nicht verstehe. Die mich nicht versteht. Ausser ein paar Wenige. Wie meine geliebte Frau oder die Arbeitskolleginnen. Wie dem auch sei. Es ist ein ständiger Kampf. Auf der anderen Seite will ich auch Erfolg haben. Nicht versagen. Doch ich tue dies jeden Tag, Macht dies mir was aus? Nein. Früher schon. Heute habe ich gelernt damit umzugehen. Lehren daraus zu ziehen. Ja, ich meditiere manchmal darüber. Wieso auch nicht? Das befreit den Geist. Hilft mir. Manchmal muss ich mir auch sagen, das es halt einfach so ist. Das ich mich nicht mehr damit befassen soll. Auch das hilft.
Schlussendlich ist es wie mit allem im Leben. Egal was ist. Wenn man nichts Positives daran sieht, was passiert ist, dann wird man verrückt. Mir jedenfalls ging es vor Jahren mal so. Heute habe ich viele Sicherheitsmechanismen in meinem Leben. Ich habe zum Beispiel gelernt, dass ich nicht alles alleine tun muss. Wenn mir was zu viel wird, dann sage ich dies eben. Würde ich dies nicht tun, dann wäre ein Versagen oder Scheitern vorprogrammiert. Was nicht nur Stress für mich, sondern für andere auch bedeuten würde. Muss nicht sein. Sowas.
Wie dem auch sei. Ich versuche, wie schon so oft geschrieben, einfach mein Leben so gut ich kann zu leben. Mit allem was dazu gehört. Autist oder nicht. Ich denke, dass sollte irgendwann keine Rolle mehr spielen. Doch im Moment zu sie dies noch. Also heisst es. Versuchen so wenig wie möglich zu versagen. Und wenn, davon lernen. Aber auch von dem lernen, was funktioniert hat. Denn auch vom Guten kann man lernen. Ich jedenfalls bemühe mich, jeden Tag etwas zu lernen. Und sei es noch so wenig.