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Mittwoch, 25. Januar 2017

Asperger und die Politik

Wer jetzt denkt, ich schreibe über Politik, der irrt. Mir geht es darum, dass die Politik für uns Autisten zu wenig tut. Wir sind für sie immer noch eine Randerscheinung. Wie sind für sie im Moment einfach ein Teil einer Studie. Es geht ihnen nicht wirklich darum, dass auch wir besser Bedingungen in der Gesellschaft haben.
Die Politik aber wäre doch genau für das da. Das sie zu ihren Bürgern schaut. Sind wir den keine? Ich habe heute gelesen, dass immer mehr Menschen in der Schweiz IV beziehen. Besonders junge. Nur, ich kenne viele Autisten, die alles versuchen, damit sie ein anständiges Leben führen können. Zum Teil mit der IV aber auch ohne. Die Politik ist bis heute zu wenig für unsere Probleme sensibilisiert. Das mag sicher auch daran liegen, das sie einfach nicht selber betroffen sind. Und sicher auch niemanden im privaten Umfeld haben. Sonst wäre das sicher anders. Aber das sind nur Vermutungen. Ich will niemanden etwas unterstellen.
Ich denke aber, dass es für uns auch an der Zeit ist, dass wir den Politiker zeigen, dass wir unter ihnen sind. In der Schweiz wird meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig für uns gemacht. Wir werden einfach an die IV abgeschoben. Oder in Heime. Das kann es nicht sein. Wir sind genau so ein Teil der Gesellschaft wie die NT. Ich zum Beispiel beziehe keine IV. Steuern muss ich wie alle anderen auch bezahlen. Trotz meiner Behinderung. Jetzt kann argumentiert werden, dass ich selber Schuld bin. Nun, das mag sein. Aber ich will das nicht. Einfach abgeschoben werden.
Das Problem ist aber, dass nicht alle so sind wie ich. Viele die ich kenne können das so nicht. Sie brauchen Unterstützung. Diese aber ist leider sehr begrenzt. Sie ist nur auf wenige Institutionen verteilt. Diese müssen zum Teil schauen, dass sie das Geld pünktlich von der IV bekommen. Was leider nicht immer der Fall ist. So viel zum Thema Auftrag und Sozial. Wenn es um uns geht, dann kann man ja warten. So jedenfalls kommt mir das ab und zu vor. Die Menschen in den Ämtern sind sich einfach nicht bewusst, dass wir auch Menschen sind. Sie betrachten uns einfach als Fall. Mehr nicht.
Auf der anderen Seite können wir froh sein, dass wir wenigstens ein Minimum an Unterstützung erhalten. In vielen Ländern ist das so nicht der Fall. Da ist die Lage viel schlimmer als bei uns.
Nur, das bringt uns, die in diesem System leben, wenig. Das klinkt jetzt hart, aber denke mal darüber nach. Was kannst du alles an Leistungen geltend machen? Was wird dir zugesprochen? Was hilft dir?
Ich erlebe leider immer wieder, das Berater von den Ämter einfach entscheiden. Das Problem. Sie entscheiden oft zu Ungunsten der Klienten. Sondern so, dass es für sie stimmt. Sie kennen die Lage, in welcher sich viele von uns befinden, nicht.
Ich hoffe einfach, dass sich das eines Tage ändern wird. Das auch wir als Meschen wahrgenommen werden. Als solche, die einfach andere Sichtweisen und Bedürfnisse haben, als die NT. Sie müssen immer noch lernen, das es uns gibt. Dass, so denke ich, wird noch ein paar Jahr dauern. Aber aufgeben tun wir nicht. Viel Autisten wie NT kämpfen für unsere Sache. Was ich sehr schön finde. Besonders, die NT. Das sie uns helfen. Das ist leider nicht selbstverständlich. Bei allen Texten, in welchen ich über die NT lästere, so gebührt doch einigen von ihnen meinen Dank.
So, dass war mein Beitrag zur Politik. Ich hoffe er hat dich zum Denken angeregt.