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Montag, 9. Januar 2017

Asperger und Kontaktverlust

Mit Kontaktverlust meine ich nicht den Abbruch von Beziehungen. Sondern der Verlust zur Aussenwelt. Es kann immer mal wieder vorkommen, dass ich einfach keinen Kontakt mehr zu den Menschen herstellen kann. Auch wenn ich wollte. 
Es geht nicht. Was kann ich aber in so einem Fall tun? Gute Frage. Ich weiss es auch nicht. Das Einzige was ich jeweils tue, ist abwarten. Es legt sich dann wieder. Nach etwa zwei Tagen. Das Umfeld kann dann ich nicht mehr Kontakt zu mir aufnehmen. Denn alles was sie sagen nehme ich als negativ war. Obwohl ich weiss, dass dem nicht so ist. So kann ich nichts dagegen machen. 
Ich denke das ist etwas, was NT so nicht verstehen können. Sie können nur lernen, das es das gibt. Das es nicht persönlich ist. Was nicht einfach für sie ist. Denn sie nehmen so ziemlich alles persönlich. Was scheinbar in ihrer Natur liegt. 
Ich nehme fast nichts persönlich. Wieso sollte ich? Nur, wenn es wirklich gegen mich oder die Familie gerichtet wäre. Dann schon. Aber alles andere nehme ich einfach als Information wahr. Das ist aber ein anderes Thema. 
Zurück zum Kontaktverlust. Ihr kennt das sicher auch. Typisch Autist. Sicher bin ich mir da nicht. Aber ich denke, das wir das mehr als die NT haben. Wobei ich es so wie ich es kenne, bei NT noch nie erlebt habe. Die können sich irgendwie jeweils doch noch äussern. Naja, Kommunikation halt. Nicht meine Stärke. 
Das Problem ist, das ich dann vieles sage, das jemand der nicht ausgebildet ist, nicht richtig versteht. Auch das es nicht zusammenhängend ist. Das es für NT wirr ist. Für mich aber logisch. Ich denke, dass kann es unter anderem schwierig machen, mit uns zusammenzuarbeiten. Zusammen zu sein. Ich weiss nicht. Aber ich stelle es mir vor. 
Es geht auch nicht darum, das NT was falsch machen könnten. Sondern, dass ich einfach nicht mehr in der Lage bin zu kommunizieren. Nicht mehr sprechen. Nicht mehr reagieren. Das ist ein komischer Zustand. Gut habe ich den nicht allzu oft. Denn, er ist nicht angenehm. Ich weiss was ich tue und sagen, kann es aber nicht verhindern. Nicht, dass ich jemandem schaden würde. Oder beleidigen. Es ist einfach nicht mein normales Verhalten. Meine normale Sichtweise. 
Wie kann so was zustande kommen? Darüber habe ich viel nachgedacht. Und auch beobachtet. Es kann entstehen, wenn ich nicht mehr weiter weiss. Wenn ich die Zukunft nicht mehr sehe. Wenn ich keine Optionen mehr sehe. Sprich, wenn ich geistig blind bin. Was wie gesagt, sehr selten vorkommt. Wenn, dann heisst es abwarten. Passieren tut niemandem etwas. Auch mir nicht. 
Es ist halt der etwas andere Umgang von den NT der dann gefragt ist. Es braucht sehr viel Verständnis. Wissen. Erfahrung. 
Ist es vorüber habe, ich das Verhalten der NT nicht vergessen. Ich bedanke mich jeweils dafür, das sie es ausgehalten haben. Das ist das Mindeste was ich tun kann. 
Ich versuche so gut ich kann, jeweils zu sagen, wenn was nicht stimmt. Wenn mich was stört. Aber das geht nicht immer. Denn ich bin ja nicht alleine. Und, es kann nicht immer nur um mich gehen. Das weiss ich alles. Nur, in so einem Moment kann ich eben nicht anders, als alles fatalistisch zu sehen. Schwarz weiss eben. 
Die Lösung ist Verständnis und Toleranz. Was ja nicht nur in so einem Fall und für Autisten gelten sollte, sondern für alle Menschen. Egal was sie sind. Wer sie sind. Respekt gehört auch noch dazu. Fehlt das alles, dann wird es nicht mehr aushaltbar. Was ich so zum Glück noch nie erlebt habe. 
Der Kontakt kann nur ich wieder herstellen. Das ist auch so ein Unding. NT können es nicht. Wieso weiss ich auch nicht. Sobald ich es wieder kann, mache ich es. Erkläre es auch. Denn Transparenz und Ehrlichkeit bringen einem eben doch weiter, als Ausreden.