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Donnerstag, 3. Juli 2014

Asperger und Tarja Turunen

Tarja Turunen ist die ehemalige Sängerin der Metal-Band Nightwish. Doch darum geht es nicht. Mir geht es nicht um den Metal, sondern um die Stimme von Tarja.
Sie ist eine, wenn nicht, zumindest für mich, die aussergewöhnlichste Sängerin die es gibt. Sie hat eine sehr kräftige opernhafte Stimme. Aber das ist nicht das, was sie auszeichnet. Die haben ja viele. Nein, es ist das Klangbild. Es ist meiner Meinung nach einzigartig auf der Welt. Ihre Stimme ist perfekt. Sie hat keinen Makel. Nicht den kleinsten. Ihre Stimme anzusehen, ist immer wieder ein Genuss. Auch nach all den vielen Jahren, in denen ich Nighwish höre.
Tarja ist aber für mich auch ein Symbol. Sie hat mir gezeigt, was ich immer in Frauenstimmen vermisst habe. Sie hat mich gelehrt, hinzusehen hinzuhören. Zu geniessen. Das kannte ich zu vor nicht. Ich habe viel Musik gehört und höre sie immer noch. Aber anders. Wobei, hören nicht richtig ist. Sehen. Schauen. Wie ein Film. Ich mag es Musik zu sehen. Besonders die Stimme von Tarja. Ich hatte sogar einmal die Gelegenheit, sie live zu sehen. Das war noch viel besser, als ab CD.
Doch wieso schreibe ich heute mal über eine Person und nicht über das Übliche. Ganz einfach. Ich habe vorhin Gitarre gespielt und da ist mir der Einfall gekommen. Einfach so. Tarja ist eine Sängerin, die heute nicht mehr bekannt ist. Sie war es mit Nighwish. Aber heute? Wer kennt schon ihre Soloplatten? Dabei sind die noch besser, als die Nightwish. Ihre Stimme ist noch besser geworden. Kräftiger, dunkler. Ja, sie hat eine ganz dunkle Stimme. Schwarz. Eben perfekt.
Auch, und das finde ich wirklich extrem, kann sie lange singen, ohne zu atmen. Oder zumindest so, dass ich es nicht sehe und höre. Ich habe so was nicht nie gehört. Auch finde ich, dass sie es auch mal verdient hat, erwähnt zu werden. Es ist nicht so, dass ich das vorhabe, mit den für mich wichtigen Personen zum machen. Aber sie schon.
Für mich als Asperger ist es auch gut, dass ich sie höre. Denn sie bringt Ruhe in meine Gedanken. Auch wenn die Musik sehr schnell ist. So ist ihre Stimme doch Ruhe und Kraft. Genau das Richtige nach einem Arbeitstag. Einfach ihre Stimme geniessen und nach Hause fahren.
Dabei geht es genau um das Geniessen. Das ist etwas, was ich nie gekonnt habe. Ich wusste nicht, was das ist. Alles musste immer genau geplant sein. Alles hatte exakt seine Zeit. Alles. Geniessen, ist aber genau das Gegenteil. Keine Zeit. Einfach nur sein. Nichts sonst. Ich musste das lernen. Wusste nicht, wie lernen. Das einzige Mittel, das ich kannte, war und ist die Musik. Nur sie verstehe ich. Nur mit ihr kann ich was anfangen und mich auch durch sie ausdrücken. Nicht unbedingt durch meine Musik, nein, aber durch Lieder. In Gesprächen erwähne ich immer mal wieder eine Song. Eine Zeile aus einem Song. Damit drücke ich mich aus. Klar, nicht jeder kennt die Songs. Da sie nicht bekannt sind. Aber ich denke, trotzdem werde ich verstanden. Zumindest habe ich den Eindruck, dass dem so ist.
Zurück zu Tarja. Sie ist für mich auch etwas, das mir zeigt, dass eine Stimme mehr sein kann, als eine Stimme. Dass sie was transportieren kann. Obwohl sie keine Emotionen ausdrückt, so hat ihre Stimme doch was. Vielleicht ist es eben genau das. Ich kenne das mit den Emotionen nicht wirklich. Ihre Stimme hat auch keine. Das kann der Grund sein, wieso sie mir so gefällt. Ich muss mich nicht konzentrieren. Kann einfach sein. Kann einfach geniessen. Das wird es wohl sein. Vielen gefällt das opernhafte dieser Stimme nicht. Mir eben schon. Aber es geht nicht darum. Sondern mir geht es darum wie sie die Noten formt. Wie sie mit den Tönen umgeht. Sie gestaltet. Einfach alles an dieser Stimme ist für mich perfekt.
Die Stimme eines Menschen ist für mich auch desshalb wichtig, weil ich ihn daran erkenne. Spricht der Mensch nicht, ist er nicht da. Ich sehe ihn schon. Aber wie durch einen Schleier. Nur wenn er spricht, ist er real. Die Stimme ist das Einzige, was ich von einem Menschen wahrnehmen kann. Berühren hingegen, das geht gar nicht. Da kann ich ausrasten. Dies, weil ich mich erschrecke. Aber ich denke, das kennen sicher auch einige von euch.
Nur meine Frau darf mich berühren. Aber auch sie ist nicht da, wenn ich sie nicht berühre oder sie spricht. Für mich ist es nicht tragisch, ausser, bei meiner Frau. Ich wünschte mir manchmal schon, dass ich sie noch anders wahrnehmen könnte. Dass ich sie merken könnte, wenn sie neben mir ist. Aber dem ist nicht so.
Durch Tarja bin ich erst auf die Sache mit der Stimme gekommen. Das ich die Menschen nur durch diese wahrnehmen kann. Zuvor bin ich nicht einmal auf den Gedanken gekommen. Somit hat Metal hören doch auch sein Gutes. Ich habe viel von ihm gelernt.