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Sonntag, 19. Oktober 2014

Asperger und die Sozialisierung

Was ist richtig und was ist falsch? Diese Frage kann niemand wirklich beantworten. Es häng davon ab, in welcher Gesellschaft man lebt. Allgemein wird doch davon ausgegangen, das das was die Mehrheit tut und denkt, richtig ist. Entspricht jemand nicht dieser Norm muss er korrigiert werden. Muss sozialisiert werden. Das ist der Weg der Muggel. Sie tun dies auch mit ihrer Art. Aber sie tun dies auch mit uns. Sie wollen, das wir so werden wie sie. Das wir so denken wie sie.
Wieso wollen sie das? Ich meine, sind wir nicht einfach eine andere Form dessen, was sie sind? Sind wir nicht auch Menschen? Manchmal kommt es mir so vor, als ob wir dies nicht wären. Als ob wir keine Menschen seien, sondern einfach nur Autisten. Das wir korrigiert werden müssen.
Doch wie wäre es für die Muggel, wen wir sie sozialisieren. Ihnen beibringen würden, wie wir denken und handeln. Was für uns wichtig ist. Wie wir die Welt sehen. Wie würden sie reagieren. Wahrscheinlich mit Wut und Aggression. Sie denken aber nicht daran das zuzulassen. Wieso auch? Sie sind ja die Richtigen. Sie sind die die uns beibringen wollen, wie wir zu leben haben.
Nun, ich bin dagegen. Ich sehe nicht ein, wieso ich mich von denen korrigieren lassen sollte. Wieso ich nicht meine Leben so leben soll, wie ich will. Das tue ich auch. Ich lebe so, wie ich will. Nicht so wie die Muggel denken, das ich es leben soll.
Die Muggel haben keine Ahnung von Zahlen und Formen. Ordnung. Sie sehen nur das, was sie sehen wollen. Aber sie sehen nicht das, was ist. Sie sehen das Ganze, nicht aber das Detail. Wir schon. Ich schon. Ich sehe die Welt in Zahlen. Sehe sie in Formen, die sie nicht sehen können. Bin ich desswegen ein schlechterer Mensch? Nein. Anders. Sie verstehen das nicht. Sie verstehen nicht, wieso wir aggressiv werden können, wenn sie uns aus unserer Welt herausholen. Wenn sie uns in ihre Welt reissen wollen. Sie verstehen das nicht.
Ich lebe in einer Welt die sie nicht sehen können. Die nichts mit der Welt zutun hat, die uns umgibt. Die Muggel leben aber genau in der Welt die sie sehen. Sie wollen, das wir auch in dieser Welt leben. Nun, die haben sie in Griff. Sie sind da die Herren. Nicht wir. Wir müssen uns ihnen fügen. Nur, wieso? Ich meinen, sind wir nicht Herr unserer Welt? Die die wir in uns haben. Um uns. Die aber keinen Kontakt zu ihre hat. Sie verstehen nicht. Sie meinen, sie verstehen. Aber sie tun es nicht. Wie auch? Sie haben diese Fähigkeit nicht. Da ihnen unsere Art Angst macht, versuchen sie uns behindert zu machen. Versuchen uns aus ihrem Leben zu entfernen. Versuchen uns zu sozialisieren. Nach ihren Massstäben. Nicht nach dem was wir wollen und denken. Sie leben in Emotionen und Gefühlen. Nun, das ist ihre Welt. Unser ist die Logik. Das Abstrakte. Das Denken. Das ist was anderes. Aber doch das Selbe. Den wir sind Menschen. So wie sie.
Woher sie sich das Recht nehmen uns so zu behandeln wie sie es tun, weiss ich nicht. Aber sie tun es. Wer gab ihnen die Vollmacht dazu? Wir? Nein. Sie. Ich versuche die Muggel auch nicht zu korrigieren. Ich organisiere auch keine Therapien. Nichts. Wieso sollte ich? Jeder soll so leben, wie er will. Jeder ist frei. Nur wir nicht. Wir müssen uns in einer Welt zurechtfinden, die wir nicht verstehen. Die nicht die unsere ist. Aber wir geben unser Bestes. Geben das, was wir können. Auch wenn es aus deren Sicht nicht viel ist. Aber sie sehen nicht, was wir denken. Das vieles von dem wir tun, nicht in ihrer Welt passiert, sondern in der unsrigen. Damit kommen sie nicht klar. Sie sehen uns mit starrem Blick. Scheinbar nichts tun. Aber dem ist nicht so. Sie verstehen nicht.