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Mittwoch, 22. Juli 2015

Asperger und die vielen Gedanken

Denken ist normal. So denke ich jedenfalls. Aber ich denke oft zu viel. Zu tief. Alles muss genau durchdacht werden. Alles muss seine Ordnung haben. In den Gedanken.
Es kann sein, dass ich wochenlang nicht mehr aus einem Gedanken finde. Diese Gedanke kann banal sein. Welche Uhr trage ich wann. Was esse ich wann. Solche Gedanken. Aber auch über die Welt oder mein Leben. Denken denken. Naja, es scheint mir als ob das ein Teil meiner Behinderung ist. Denn, ich denke das sich NT nicht solche Gedanken so lange machen. Das sie einfach tun, aber nicht denken. Für mich ist das nicht verständlich. Denn ich lebe durch die Gedanken. Das Denken. Es ist das Einzige, was ich habe. Was ich kann. Aber die Welt sieht davon nichts. Hat nichts davon. Das Denken, die vielen Gedanken sind meine Welt. Eine Welt die nicht sichtbar ist. Die nur ich sehen kann. Die Bilder.
Ob ich darunter leide? Nun, ja manchmal schon. Denn ich sehe, dass ich nicht das tun kann, was ich will. Das ich gefangen in meinen Gedanken bin. Das ich nicht anwesend bin. Auch wenn es mein Körper ist. So ist es mein Geist nicht. Ich bin in meiner Welt, auch wenn ich das nicht wahrhaben will. Denn ich höre es nicht gerne, das ich abwesend bin. Für mich bin ich immer anwesend. Aber das sehen die NT nicht so.
Nur die die mich kennen, verstehen das. Wenn ich nicht anwesend bin. In Gedanken. Manchmal schaffe ich es sogar meine Gedanken umzusetzen. Was selten ist. Aber das Wenige reicht, damit ich ein scheinbar normales Leben leben kann. Denn für mich ist das Wenige, wirklich wenig gegenüber dem, was ich denke. Vieles versuche ich einfach durch rohe Gewalt. Mit meinem Willen. Denn, wenn ich etwas will, lasse ich nicht ab bis ich das erreicht habe was ich will. Das gehört aber auch zu den Gedanken. Da hat der Wille seinen Ursprung. Denn ohne Gedanken keinen Willen. Er muss wissen was zu tun ist. So jedenfalls sehe ich das. So lebe ich seit über 40 Jahren. Wieso auch nicht? Ich meine es ist eine andere Art zu leben. NT, so erlebe ich sie, handeln und denken nicht so viel. Aber sie handeln! Ich denke, das ist einer der grossen Unterschiede. Sie sind nicht ständig von den vielen Gedanken blockiert. Ich schon. Aber nur scheinbar. Ich muss denken. Denken, damit ich leben kann. Damit ich wenigstens was tun kann.
Doch es erfordert viel Verständnis von der Umgebung. Von den Menschen mit denen ich arbeite. Leben. Denn ohne sie könne ich nicht so leben wie ich eben lebe. Ihnen gebührt der Dank.