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Mittwoch, 9. Dezember 2015

Asperger und das Asperger

Asperger was ist das genau? Damit musste ich mich vor fast 5 Jahren beschäftigen. Damit beschäftige ich mich auch heute noch jeden Tag. Was es genau ist, weiss ich auch nach so langer Zeit nicht. Ich weiss nur, das wir nicht wie die NT sind. Das zum Beispiel die Kommunikation anders ist. Die Sichtweise. Wie man denkt. Jedoch ist es doch so, das es DEN Asperger nicht gibt. Genau so wenig, wie es DEN NT gibt.
Nur, wie werden eben alle gleich behandelt. In der Literatur. Aber die Realität sieht anders aus. Sie ist ganz anders. Ich erlebe nicht nur mich als eine Person die durchaus eigenständig leben kann. Arbeiten, wohnen kann. Also alles Dinge die wir nicht können sollten. Auch verheiratet bin ich. Fahre Auto. Lebe. Naja, das sind halt Dinge die zu meinem Leben gehören. Die ich will. Ich denke das hat nichts damit zu tun, ob man eine Diagnose Asperger hat oder eben nicht. Es kommt auf den Menschen an.
Und genau das ist es aber, was ich herausgefunden habe. Wir sind Menschen. Menschen wie die NT auch. Sie sind nicht besser als wir. Nur anders. Aber was heisst das schon? Nichts. Sie haben ihres und wir das unsrige. Daran ist ja nichts verkehrt.
Nur, was passiert, wenn Asperger auf NT treffen die keine Ahnung haben? Dann wird es schwierig. Für beide. Denn die NT haben eine Sache die ihnen wichtig ist. Die nonverbale Kommunikation. Die haben viele von uns nicht. Auch schauen sie sich immer in die Augen. Das tun wir nicht. Für sie ist das befremdend. Ja macht ihnen Angst. Nun, das ist nicht mein Problem, sondern ihres. Liest sich jetzt hart, ist aber eine Tatsache. Wieso sollte ich etwas tun, das ich nicht kann und nicht verstehe? Eben.
Asperger sein ist so eine Sache. Manchmal bin ich echt froh, dass ich weiss was ich bin. Aber an manchen Tagen nervt es. Denn ich will manchmal auch einfach nur normal sein. Die Normalen verstehen. Dann sage ich mir aber wieder, das es gut so ist, wie ich bin. Das ich das weiss. Denn so kann ich mir viel Stress und Mühsal ersparen. Ich habe mir in den letzten Jahren mein Leben so eingerichtet, dass es für mich passt. Für niemanden sonst. Das ist neu für mich. Auch achte ich nicht mehr drauf was andere haben oder sind. Mir reicht es, wenn ich weiss was ich habe und bin.
Denn das stresst doch? Mir jedenfalls ging es so. Auf jeden Fall ist es befreiend. Mehr als es einengend ist. Nur, damit leben muss jeder für sich. Das Beste ist, wenn man die Diagnose akzeptiert und lernt mit ihr zu leben. Klar denk sicher einige, der hat es gut. Arbeitet an einem Ort der für Autisten ist. Sicher. Aber ich kann da auch vielen Autisten helfen. Wir haben sicher 20 Personen wenn nicht mehr aus dem ASS. Das ist das wofür ich meine Energie gebrauche. Sicher für mich, aber für andere Autisten. Um ihnen eine Möglichkeit zu geben doch noch in der Gesellschaft integriert zu werden. Einfach auf unsere Art.
Asperger sein ist auch was spezielles. Das erlebe ich immer mal wieder an Sitzungen bei Firmen. Die sind echt erstaunt, das ich sprechen kann. Ja das sie mit mir sprechen können. Manchmal komme ich mir wie ein Zootier vor. Sicher. Aber ich will es so. Was bringt es schon, über Asperger zu sprechen, aber keinen zu sehen oder mit ihm zu sprechen. Nichts. Das ist auch ein Teil dessen was ich gerne mache. Anderen Auskunft geben. Ja ihnen zeigen, dass wir normal Menschen sind. Einfach eben nicht ganz so normal wie sie. Aber was heisst das schon, normal sein?