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Dienstag, 15. Dezember 2015

Asperger und das komplexe Denken

Denken ist so eine Sache. Niemand weiss was eine andere Person wirklich denkt. Man sieht nur die Handlung oder hört Worte. Mehr auch nicht.
Doch manchmal frage ich mich, ob ich nicht zu komplex denke. Ob ich nicht zu tief denke. So, das mich kaum mehr jemand versteht. Meine Gedanken sind oft sehr ausführlich und genau. Zu genau. Nur, was bringt so ein komplexes Denken? Nichts. Denn, was bringt es mir, wenn mich keiner versteht? Wenn ich so sprechen muss, das ich verstanden werde. Nicht, das die NT dumm sind, aber sie denken einfach nicht alles so zu Ende wie ich. Sie machen sich nicht zu dem Gedanken, zu dem ich es tue. Sie denken einfacher. Oder eben einfach praktischer. Ich kann mir zu den Kleinsten Dingen Gedanken machen. Übersehe dabei aber leicht das Wesentliche. Das ist nun mal so. Was mich aber beschäftigt hat, ist, wie kann ich dennoch mit anderen Menschen sprechen. Das tue ich zwar seit ich lebe, aber sprechen und etwas diskutieren ist für mich eben nicht das Selbe.
Die NT verlieren auch rasch die Konzentration wenn sie mit mir sprechen. Das mag auch daran liegen, dass ich mich in den Worten und Gedanken verliere. Dass ich nicht merke wann es zu viel ist. Das passiert im Normalfall nach etwa vier Sätzen. Danach können sie mir nicht mehr folgen. Nur, ich weiss das und versuche das Thema zu wechseln. Was mir aber nicht immer gelingt. Denn wenn ich am sprechen bin, dann muss eben alles gesprochen sein, was ich mir überlegt habe. Aber ich weiss auch, dass ich damit nicht alleine bin. Denn das ist ja etwas, was Autisten auszeichnet. Alles muss genau bedacht und besprochen werden. Nur, wer bringt diese Geduld heute noch auf? Sicht niemand mehr. Denn alle sind ja nur noch mit sich beschäftigt. Wichtig ist, was sie wollen. Aber nicht was sie denken. Mich interessiert eben das. Sie nicht.
Naja, damit kann ich leben. Denn komplex denken kann ich ja auch einfach für mich. Für mich ist das nicht komplex denken, sondern einfach normales Denken. Nur, was bringt mir das? Keine Ahnung. Ich tue es einfach. Seit ich denken kann.
Nur ich musste lernen dass meine Art zu denken und zu sprechen eben nicht die Art ist, wie es die NT gewohnt sind. Sie brauchen mehr Bestätigung. Füllwörter. Alles Blabla. Nur, das ist es eben in ihren Augen nicht. Für sie gehört das alles dazu. Für mich nicht. Was zählt, ist doch die Information. Nur sie hat Gewicht. Alles was es dafür nicht braucht, lasse ich, wenn ich spreche weg. Ich denke, das macht es auch so anstrengend mit mir zu sprechen. Die NT sind das nicht gewohnt. Sie wollen ihr Wohlfühlgespräch. Wollen verstanden werden. Merken aber nicht, das sie nicht verstehen. Denn wenn es sich nicht um sie dreht, dann lassen sie ab. Sie wollen wahrgenommen werden. Ja, sie wollen beachtet werden. Ich kann auch einfach für mich sein. Dann kann ich in Ruhe denken. Ja, manchmal kann ich meine Gedanken sogar in Taten umsetzen. Das ist nicht immer so. Aber immer öfter. Nur, ich merke dass das nicht so einfach ist. Denn denken kann ich viel und schnell. Aber das Handeln und Umsetzen braucht sehr viel Zeit. Denn es muss ja auch so sein, dass die NT es verstehen. Wieder, sie sind nicht dumm. Sie denken nur anders.
Ich denke aber das es genau das ist was es so interessant macht. Denn Autisten und NT ergänzen sich. Wir können Dinge die sie nicht können und umgekehrt. Also sollte man doch darüber nachdenken wie das besser genutzt werden kann. Respektive, wie Autisten besser in diese Welt integriert werden können. Komplexes Denken hin oder her.