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Sonntag, 5. Juni 2016

Asperger und die Unklarheiten

Alles, so scheint es, ist den NT immer klar. Sie sagen sehr selten, das sie was nicht verstehen. Sie wollen einfach nicht zugeben, dass sie was nicht wissen, oder nicht verstanden haben.
Mir geht es jeden Tag so. Ich verstehe vieles nicht. Vieles ist die reinste Unklarheit. Nur, ich frage nach, wen ich was nicht verstehe. Was nicht weiss. Was ist daran so schwer? Für mich nichts, aber für die NT schon. Wieso das so ist, weiss ich nicht. Jedenfalls macht es das Leben einfach, zu fragen, oder zuzugeben, mal was nicht gewusst zu haben.
Unklarheiten sind aber nicht nur in der Kommunikation mit den NT vorhanden. Sondern auch, wenn es darum geht, was Autismus ist. Wie wir sind. Was wir sind. Die meisten haben eine falsche Vorstellung von uns. Ich denk das kennt ihr nur zu gut. Vorurteile und RainMan. Ich höre immer wieder das Selbe. Nur, das ich es nicht mehr beachte, da ich es so schon so oft gehört habe.
Unklar ist ihnen auch, das sie mit den meisten von uns einfach sprechen können. Und, oh Wunder!, eine Antwort bekommen. Viele sind darüber erstaunt. Eben weil sie kein klares Bild von uns haben. Weil sie meinen, dass sie eine Ahnung haben. Bis, bis sie auf einen von uns treffen. Dann erkennen sie, das sie nichts wissen. Das können sie aber nicht zugeben. Sie tun dann einfach interessiert. Damit wollen sie nur ihr Nichtwissen überdecken. Ihre Unsicherheit. Das erlebe ich immer mal wieder.
Auch sind NT zu Beginn immer sehr vorsichtig, wenn sie mit mir sprechen. Wenn sie wissen das ich Autist bin. Wenn sie zuvor noch nie mit einem gesprochen haben. Sie haben Angst, etwas falsch zu machen. Nun, sie können nur eines falsch machen. Mich nicht als Menschen ansehen. Auch dass, so denke ich, geht vielen von euch auch so. Ihr werdet nicht als Menschen, sondern als Autisten angesehen.
Ich jedenfalls mag das nicht. ich will das sie mich auch als Menschen ansehen. Tun sie aber nicht. Eben, weil sie im unklaren sind, was wir sind. Wie mit uns umgehen. Wie sprechen. Im Grunde genommen doch wie NT unter sich. Nur eben, das einige Dinge in der Sprache fehlen. Die ganze Sache mit den Emotionen. Die Sache mit dem, wie geht es dir?. Solche Dinge. Die fehlen. Bei mir jedenfalls. Fehlen? Nein, für mich nicht. Für die NT ja. Aber ich sehe nicht ein, wieso ich Dinge sagen, soll, die ich nicht verstehe. Die für mich keine Bedeutung habe. Nur, damit die sich besser und verstanden fühlen? Nein. Wer denkt dabei an uns. Wie wir die Kommunikation brauchen? Wenige. Nur solche die wissen wie. Oder andere Autisten eben. Aber normale NT? Nein, die sind im unklaren. Die wissen nichts. Macht nichts. Woher sollen sie das auch wissen, wie mit uns umgehen? Aus Filmen die schlecht sind? Aus Bücher die keiner versteht? Nein, für mich ist der direkte Kontakt immer noch das Beste. Klar, kennt man einen Autisten, so kennt man einen Autisten. Aber es kann einem das Bild revidieren, das wir nicht so verschlossen und komisch sind, wie die NT im allgemeinen glauben.
Gegen solche Unklarheiten kämpfe ich seit Jahren. Auch mit diesem Blog. Es ist mir klar, das er nur meine Sichtweise reflektiert. Aber besser eine, als keine. Und man darf ruhig Kommentare schreiben. Ab und zu greife ich Themen von den ich denke, sie sind interessant, wieder auf und schreibe was.
Es geht mir nicht darum, dass meine Sichtweise oder Meinung die absolute ist. Aber ich denke, die NT müssen auch was über uns erfahren. Die müssen wissen, das wir unter ihnen sind, und ihnen auch nichts tun. Wenn sie uns denn so leben lassen wie wir sind. Wir versuchen ja auch nicht sie zu ändern. Auch wenn vieles was die NT und sagen nichts als reine Unklarheit ist.