Dieses Blog durchsuchen

Translate

Dienstag, 16. August 2016

Asperger und die Bezugsperson

Was ist das, eine Bezugsperson? Was verstehe ich darunter? Geht es einfach darum jemanden am Arbeitsplatz oder im Privaten zu haben, an den man sich wenden kann?
Nein. Der Name Bezugsperson ist nach meiner Definition unglücklich gewählt. Er müsste Brückenperson heissen? Wieso das? Nun, diese Person oder Personen sind für mich die Verbindung in die NT-Welt. Sie sind wichtig. Denn ohne sie würde ich den Bezug zu der NT-Welt verlieren.
Die wichtigste Person, ist sicher meine geliebte Frau. Sie ermöglicht es mir, dass ich mich in meinem Leben zurecht finde. Aber auch, dass ich merke, dass ich lebe. Sie ermöglicht mir auch, dass ich raus komme. Einkaufen gehe. Dies nicht einfach nur tue, sondern auch noch meinen Spass daran habe. Ohne sie, wäre das nicht so.
Auf Arbeit habe ich auch solche Personen. Sie sind für mich wichtig, dass ich überhaupt arbeiten kann. Klar, ich kann dies auch ohne sie. Aber es ist mir wichtig, dass sicher immer mindestens eine dieser Personen anwesend ist. Das reicht schon. Sprechen muss ich sie nicht unbedingt.
Was aber, wenn keine dieser Personen anwesend ist? Nun, dann beginnt sich langsam das Tor zur NT-Welt zu schliessen. Dieser Vorgang dauert etwa zwei Tage. Danach ist es mir nicht mehr möglich in der NT-Welt zu sein. Mit dem Körper ja, aber nicht mehr mit dem Geist. Dem Verstand. Dieser Zustand wird erst dann wieder aufgehoben, wenn mindestens eines dieser Personen wieder anwesend ist.
Das macht die Sache nicht einfacher, wenn man darum weiss. Nur, ich wusste eben lange nicht, das dem so sein muss. Fast mein ganzes Leben habe ich ohne dieses Wissen verbracht. Heute wird mir deshalb auch so eines klar. Klar, wieso so Manches schief lief. Sicher ist nicht alles darauf zurück zu führen, aber doch so einiges.
Wie dem auch sei. Das ist meine Eigenart. Sie trifft nicht auf alle Autisten zu. Jedoch ist meine Erfahrung, das sie mindestens eine Coach haben sollen. Dieser kann sie auf so Manches hinweisen. Kann ihnen helfen, dass sie sich in der NT-Welt zurechtfinden können.
Will heissen, dass für mich die Brückenpersonen NT sein müssen. Sie müssen der NT-Welt angehören. Sie verstehen. Das können, meiner Erfahrung nach, nur ausgebildete Menschen sein. Solche die jahrelange Erfahrung mit Autisten haben. Denn sonst kann es schief gehen.
Sicher denken jetzt einige, dass ich von diesen Personen abhängig bin. Also nicht sein kann ohne sie. Nein, dem ist nicht so. Wenn ich eines gelernt habe, dann dies, das niemand immer bei einem sein kann.
Aber ich denke dass es wichtig ist dass für den jeweiligen Lebensabschnitt immer die selben Personen da sind. Wenn diese wegfallen, wird es schwierig. Denn es muss eine neue gesucht werden, was nicht so einfach ist. Denn es gilt zuerst die entstehende Kriese zu bewältigen. Deshalb macht nicht nur eine Person Sinn, sondern mindestens zwei. Das aber trifft auf mich zu.
Meine Frau aber, sie ist wichtiger als alle anderen Personen zusammen. Denn sie ist nun mal meine Frau. Will heissen, dass sie für ich den höchsten Stellenwert hat. Was logisch ist. Für mich jedenfalls. Ich bin auf sie angewiesen. Was auch so sein sollte. Klar konnte ich ohne sie leben. Was ich vor ihr ja tat. Aber heute will ich nicht mehr ohne sie sein. Was ein Unterschied ist. Jedenfalls erklärt sie mir auch heute, nach vielen Jahren, Dinge die für sie einfach un logisch sind, die ich aber nur schwer verstehen kann. Dies tut sie geduldig.
Ich denke das ist es was eine solche Person aufbringen muss. Geduld und Verständnis. Denn ohne die beiden Dinge geht es nicht. Würde alles sinnlos werden.
Ich jedenfalls bin für mich froh, dass ich dies erkannt habe und auch erleben darf. Denn es hilft mir sehr. Im Privaten wie im Beruf. Es ist für mich nicht eine Erniedrigung, dies zuzugeben, sondern wichtig. Denn ich denke, viele getrauen sich auch nicht, zuzugeben, dass sie solche Personen brauchen oder sie wissen nicht, dass sie solche Personen unterbewusst für sich zu Brückenpersonen gemacht haben.