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Freitag, 25. Mai 2012

Autismus und Kurse

Sollen Autisten überhaupt einen Kurs besuchen? Und wenn ja, was für welche?
Diese Fragen sind nicht so einfach zu beantworten. Da jeder anders ist. Ich kann es nur von mir herleiten.
Kurse, mag ich überhaupt nicht. Es ist mir da immer zu hektisch und laut. Zurzeit muss ich einen 9 tägigen Kurs von der Arbeitsvermittlung aus besuchen. Dass ist der Horror. Am Abend bin ich so fertig, als ob ich 20km im Dauerlauf absolviert hätte. Es ist so anstregend, zumal sehr viele Gruppenarbeiten gemacht werden müssen. Dies ist nicht so angenehm. Meine sehr direkte Sprache verwirrt viele. Auch verstehe ich viele dinge nicht, die gesprochen werden, da sie meistens für mich nichts mit dem Thema zu tun haben. Doch scheinbar eben schon.
Da sind mir Grenzen gesetzt. Da ich es aber weiss, ist es mir egal. Ich warte einfach jeweils das Ende des Kurstages ab. Ab und zu was sagen, und gut ist.
Seit neustem bietet meinen Therapeutin auch Gruppentherapien an. Wir sind 9 AS in diesem Kurs. Es geht dabei um Kommunikation und Emotionen. So ein Kurs ist sehr gut. Zumal man sich auch mit anderen austauschen kann, uns sieht wie sie die Sachen angehen. So ein Kurs ergibt für mich einen Sinn. Da ich das gelernte im Alltag anwenden kann. Klar, es ist viel, aber durch das Besprechen und üben, kriegt man es hin.
Es gibt ja auch Sportkurse wie Aerobic. Diese Kurse, mag ich gar nicht, da die Musik immer laut ist, und es sehr viel Bewegung gibt. Dies bringt diese Sportart ja mit sich. Aber ich meide solche Kurse.
Ist ein AS sehr kontaktfreudig, so spricht sicher nichts gegen eine Kurs, was er auch immer sein möge. Doch, ist es so, dass er nicht alles versteht, was wirklich passiert. Das ist ja unsere Schwierigkeit. Auch wenn man es übt und willens ist, es zu verstehen, so ist es doch nicht möglich.
Es ist, wie wenn einem Blinden gesagt wird, er soll sehen. Das geht einfach nicht. Aber er kann die Umgebung ertasten und beschreiben. Doch das ist nicht gleich sehen. So geht es uns auch. Wir sehen und hören, und doch verstehen wir nicht. Dies ist die Behinderung im Umgang mit den NT's.
Ich habe mir angewöhnt, den Kursleiter auf das AS aufmerksam zu machen. Das Selbe bei einem Vorstellungsgespräch. Ich sage es dem dem Gegenüber. Häufig kommen dann Fragen. Diese beantworte ich, und gut ist. Im Moment, mache ich keine schlechten Erfahrungen damit. Doch habe ich auch schon anderes erlebt. Die Leute reagieren halt mit ihrem Unwissen darüber. Dann ist es gelaufen. Das geht auch in Ordnung.
Ich stehe offen zum AS. Denn es ist mir wichtig, dass die Leute erfahren, was es ist, und dass wir nicht so anders sind, wie der Begriff Autismus vermuten lässt.
Meistens sind sie erstaunt, dass ich sprechen kann. Nun, dass sind halt diese Vorurteile. Und gegen diese kämpfe ich an. Denn ich will nicht, dass wir einfach nur als Rainman dargestellt werden.
Klar, muss man abschätzen, wann es gesagt wird und wann nicht. Doch Kurse und Vorstellungsgespräche sind sicher die beiden in welchen man es sagen sollte.
Wer dazu steht, hat es einfacher, und wird nicht immer als der Komische betrachtet. Sondern die Leiter und HR-Chefs wissen dann, was los ist. Das erleichtert die Situation extrem.