Dieses Blog durchsuchen

Translate

Samstag, 1. Dezember 2012

Autismus und die Ferien

Ferien sind für viele die schönste Zeit im Jahr. Besonders, wenn diese im Sommer sind. Dann sind Millionen unterwegs. Ferien werden dadurch aber auch zu einem Stressfaktor. Überall muss angestanden, gewartet oder gestaut werden. Für NT's ist das sicher auch nicht einfach, doch sie nehmen es in Kauf.
Ich selber, mag Ferien nicht besonders. Genau aus den Oben beschrieben Gründen. Ich habe lieber immer den gleichen Wochenablauf. Veränderungen liegen mir nicht besonders. Insbesondere solche nicht, welche grösser sind. Dazu gehören besonders Reisen in ferne Länder. Es ist nicht so, dass sie mich nicht interessieren. Nein, dass sicher nicht. Aber ich weiss nicht, was mich erwartet. Wann ich wo bin. Wann ich was machen werde.
Dies alles weiss ich, weil ich selber schon an vielen Orten und in vielen Ländern war. Jedes Mal, war es für mich eine riesen Herausforderung. Heute versuche ich es zu vermeiden, Ferien so zu verbringen.
Mal für einpaar Tage an einen anderen Ort, dagegen habe ich nichts. Doch sollte es in dem Land sein, in welchem ich wohne. So kann ich im Extremfall schnell wieder nach Hause, und muss nicht noch mühsam mit dem Flieger oder Zug reisen.
Ich kenne aber auch Autisten, welche gerne reisen. Sie mögen es, andere Länder zu besuchen. Fremde Kulturen kennenzulernen. Ihnen macht das alles nichts aus. So sind auch wir verschieden. Daher schreibe ich von mir aus gesehen. Denn eine generelle Antwort, gibt es wie so oft, nicht.
Ferien sind auch immer die Zeit, in welcher man nichts machen will. Einfach mal ausschlafen, und nicht müssen müssen. Doch genau das ist es, was ich nicht mag. Ich muss immer irgendetwas machen. Sei es lesen, programmieren oder einfach nur mal einkaufen. Dies alles, kann ich aber nur zu hause. Zudem ist es bei mir ruhig. Das ist für mich das Wichtigste. Keinen Lärm. Dieser macht mich fast Wahnsinnig. Auch die ganze Hektik der Menschen bringt mich aus der Fassung. Ich verliere dann recht schnell die Übersicht und die Kontrolle. Weiss nicht mehr, was ich machen soll und darf.
Dazu kommt, dass sich Menschen in de Ferien anders verhalten, als sonst. Da ich so schön Mühe habe, sie zu verstehen, wird es doppelt schwer. Denn sie sind in den Ferien ausgelassener und lockerer. Aber auch egoistischer und lauter. Dies alles ist für mich nicht nachvollziehbar. Denn in den Ferien sollte man doch eigentlich entspannt und ruhig sein.
Zudem sind Reisevorbereitungen auch immer so eine Sache für sich. Alles muss geplant sein. Alles mus genau seinen Platz haben. Alles muss perfekt sein. Sonst kriege ich die Krise. Zudem muss ich alleine packen. So weiss ich, wo was ist. Auch, dass ich wirklich alles dabei habe.
Ich bin jetzt seit über zwei Jahren nicht mehr in den Ferien gewesen, und ich vermisse es nicht. Seither ist mein Leben viel ruhiger geworden. Erholen tue ich mich jeweils an den Wochenenden und am Abend. So kann ich ohne Probleme Monate lang arbeiten, ohne dass es mich stresst. Denn die Wochen sind eigentlich immer gleich. Klar, was auf Arbeit alles passiert, kann ich nicht vorhersehen. Aber das macht nichts. Das gehört einfach zum Beruf dazu, und ist nicht weiter schlimm.
Ferien sind also für viele die schönste Zeit im Jahr, aber das muss nicht für alles gelten. Dafür sollte es auch Verständnis geben, wenn man sagt, dass man nicht in die Ferien fahren will. Das hat wie ich Oben beschrieben habe, nicht mit Faulheit oder Lustlosigkeit zu tun.