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Mittwoch, 22. Mai 2013

Asperger und die Integration

Heute sind alle die nicht genau so sind, wie sie sein sollen, behindert, eingeschränkt. Dies ist für mich ein Zeichen, dass die Psychiatrie langsam aber sicher die Kontrolle verliert. Wer ist heute noch normal? Jeder muss irgendwas haben, dass er sich abgrenzen kann. Dabei ist es nicht immer einfach, wenn man wirklich etwas hat, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.
Das Asperger-Syndrom ist genau so etwas. Es ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung. Wir sind behindert. Auch wenn ich immer wieder höre, dass das Wort "Behinderter"nicht gebraucht werden soll, so ist es doch eine Tatsache, das es so ist. Ich selber bezeichne mich als solcher. Ich kann viele Dinge nicht tun, die ich gerne tun würde, oder mich stressen Ereignisse, welche im Grunde genommen nichts besonderes sind. Auch der Ausdruck "Autist" sollte nicht gebraucht werden. Wir sind Menschen mit einer Autistischen-Störung. Wir sind nicht gestört, sondern Autisten. Wieso können die NT's das nicht akzeptieren. Immer muss alles kompliziert umschrieben werden. Ich denken wir sind nicht beleidigt, wenn wir als Autisten bezeichnet werden.
Als Autist hat man das Recht in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Es stehen einem Unterstützungen und Fördergelder zur Verfügung. Dies finde ich persönlich sehr gut. Doch finde ich, dass immer noch viel zu wenig gemacht wird. Unsere Behinderung sieht man uns nicht an. Wir sehen normal aus. Niemand erkennt uns. Auch können wir sprechen. Dies schreibe ich, weil ich auch schon gefragt wurde, wieso ich sprechen kann. Nun, nur weil ich Autist bin, heisst das ja noch lange nicht, dass ich nicht sprechen kann.
Die Integration in die Gesellschaft und auch Arbeitswelt, finde ich wichtig. Es geht nicht nur darum, dass man die Sozialwerke entlastet, sondern auch darum, sein eigenes Leben leben zu können. Selber zu bestimmen, was man will und was eben nicht. Ich lasse mir nicht vorschreiben, was ich tun uns lassen muss. Ich bestimme mein Leben selber. Nun, dies kann ich jetzt so einfach schreiben. Denn ich arbeite ja für eine Firma, welche Autisten einstellt. Dies hat für mich den Vorteil, dass ich so sein kann, wie ich bin. Doch nicht alle haben dieses Glück. Autisten können auch in normalen Firmen arbeiten. Aktuell ist SAP in den Schlagzeilen. Sie wollen bis 2020 hunderte von Autisten einstellen. In Zahlen ca. 1% der Belegschaft. Das wären etwa 650. Dies habe ich gestern gelesen und die ARD hatte eine Bericht darüber gebracht. Ich hoffe, dass dies eine Signalwirkung für andere Firmen ist. Denn SAP hat erkannt, dass man mit unser eins arbeiten kann, und wir auch gute Arbeit abliefern. Es kommt nur auf das richtige Umfeld an.
Ich kann auch nur wirklich arbeiten, wenn ich in einem geeignetem Umfeld bin. Wie dieses auszusehen hat, das hängt von der Person und auch von der Arbeit ab. Es gibt meiner Erfahrung nach keine allgemein gültige Antwort. Daher finde ich, dass die Ämter vermehrt darauf aus sein sollen, dass wir arbeiten können, und nicht immer gleich von Rente sprechen. Wer will schon sein ganzes Leben einfach zu Hause sitzen und warten bis er stirbt. Das ist kein Leben. Die Arbeit gibt dem Leben einen Sinn. Sie ermöglich einem Geld zu verdienen, selber zu bestimmen. Wenn man nicht 100% arbeiten kann, so ergibt eine Teilrente auch Sinn. Manchmal ist das sogar die bessere Lösung, als voll zu arbeiten.
Integration ist für ich wichtig. Ich selber habe mich dank den Therapeuten und meinem Umfeld wird in die Gesellschaft integrieren können. Auch dank meiner Frau, kann ich heute wieder ein Leben führen dass ich Leben nennen kann. Die wichtigste Person für mich war uns ist meine Frau. Sie hat mir gezeigt, was es heisst, wieder zu leben. Das, so wie ich bin, ich genau richtig bin. Es geht nicht immer nur darum, was Ämter und Behörden denken, sondern auch was das Umfeld denkt. Aber am wichtigsten ist, was man über sich selber denkt. Integration beginnt immer im eigen Kopf. Will man ein Teil der Gesellschaft werden oder sein, so ist der wichtigste Schritt gemacht. Alles andere wird sich ergeben.