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Mittwoch, 29. Mai 2013

Asperger und Mobbing

In der heutigen Zeit zu arbeiten ist nicht immer leicht. Immer mehr Anforderungen werden an einem gestellt. Immer mehr muss man in immer kürzerer Zeit erledigen. Dies führt nicht nur zu Stress, sondern auch dazu, dass das Arbeitsklima immer kälter wird. Im Grunde genommen ist es einfach eine Veränderung. Damit haben Asperger aber ihre Probleme. Der Ablauf sollte wenn immer möglich, immer gleich sein. Nur nicht zu viele oder gar keine Änderungen.
Das alles kann dazu führen, dass Asperger sich gemobbt fühlen. Dass sie meinen, dass sie nicht mehr gebraucht werden, oder wie ausgeschlossen werden. Dabei kann es sein, dass sie einfach nicht sehen, was um sie geschieht. Sie können nicht so flexibel auf die neuen Gegebenheiten reagieren wie NT's. Das ist aber nur ein Aspekt. Der andere, und der ist für mich viel schlimmer, ist das Asperger sich nicht wehren können oder nur schlecht. Das macht sie zur Zielscheibe von Sticheleien. Das macht sie anfällig gegenüber von verbalen Attacken. Das macht sie kaputt. irgendwann geht nichts mehr. Irgendwann fahren sie nicht mehr zur Arbeit. Sie werden entlassen und vergessen. Dies ist das Schicksal von sicher einigen von uns. Dagegen kenne ich leider keine Lösung. Die Einzige, welche ich kenne, ist das sich die Industrie bewusst wird, was wir sind, und was wir brauchen, damit auch wir abreiten können.
SAP will, wie schon geschrieben, viele Autisten einstellen. Nun, in der Theorie mag das gehen. Auch auf Folien, ist das kein Problem. Doch in der Praxis ist das nicht so einfach. Die Menschen, welche mit Autisten zusammenarbeiten, müssen geschult werden. Sie müssen lernen, was es heisst, mit einem oder mehreren Autisten zusammen zu arbeiten. Was es heisst, Menschen mit einer anderen Wahrnehmung und Ausdrucksweise um sich zu haben. Dies geht nicht so schnell. Es braucht Zeit und den Will von beiden Seiten, dies zu wollen. Einfach nur weil man Autist ist, ist man fähig in der IT zu arbeiten, das ist für mich falsch. Die IT ist ein Berufszweig wie jeder andere auch. Es gibt Ausbildungen welche gemacht werden können. Ich bin dagegen, das man Autisten einfach in der IT platzieren will. Doch ist es sicher so, dass sie da sehr gut aufgehoben sind. Denn der Umgang mit einem PC ist sicher einfacher, als der Umgang mit Menschen.
Nur, Projekte brauchen Sitzungen. Sie brauchen Planung. Sie brauchen Organisation. Dies alles ist für Asperger nicht so einfach. Aber genau dies sind die Gründe für Mobbing. Sobald ein Asperger mit NT's in einem Sitzungszimmer sitzt, beginnt es. Man wird nicht beachtet, weil der Asperger nichts sagt. Zu viele Menschen in dem Raum. zu laut, zu hell. Das kann sich eine NT nicht vorstellen, wie das ist. Die Anderen werden uns einfach als passiv wahrnehmen. Sie werden denken, wir sind nicht interessiert. Doch das ist falsch. Wir können uns einfach nicht konzentrieren, weil die Umgebung nicht stimmt. Das mag dem einen oder anderen sicher verweichlicht vorkommen. Doch das ist es nicht. Für mich ist helles Licht, Lärm und sonstige Geräusche extrem schlimm. Ich kann in so einer Umgebung dann nichts mehr tun, ausser weg zu gehen. Mehr geht nicht.
Asperger sind sehr anfällig für Mobbing, weil sie anders sind. Weil sie nicht verstanden werden. Weil die Anderen nicht wissen, wie reagieren. Solche Dinge habe ich viele erlebt. Doch heute muss ich sagen, erlebe ich, wie es ist, wenn die Umgebung stimmt. Wie es ist, wenn man so sein kann, wie man ist. Das ist ein ganz anderes arbeiten. Das ist nicht mit dem vergleichbar, was ich sonst kenne.
An einem normalen Arbeitsplatz, hatte ich viel Angst. Angst vor allem. Angst vor den Menschen, Angst vor dem Versagen, Angst vor Gesprächen, Angst vor Allem. Einfach nur Angst. Das über Jahre. Irgendwann war fertig mit der Angst. Burn-out. Ende. Ich musste wieder von Vorne beginne. Wieder alles neue lernen. Wieder einen neuen Job finden. Wieder mein Leben neu organisieren. zum Glück habe ich eine Stelle bei Specialisterne Schweiz AG gefunden. Da gibt es kein Mobbing. Da gibt es keine Angst. Da gibt es keine endlosen Sitzungen. Nein, da gibt es einfach arbeiten und leben. Denn für mich ist die Arbeit nicht von meinem Leben getrennt. Sie ist ein Teil davon. immerhin verbringe ich ca. 9 Stunden pro Tag auf Arbeit. Also ist sie ein integraler Teil von meinem Leben.
Ohne Mobbing und Angst lebt sichs viel besser. Doch ich weiss auch, dass nur wenige diese Möglichkeit haben. Ich denke aber, das es mit der Zeit besser wird, wenn sich auch grosse Firmen dafür entscheiden, Asperger oder Autisten im Allgemeinen einzustellen. Nicht nur einzustellen, sondern auch zu fördern und fordern. Dann wird sich die Situation sicher für viel stark verbessern. Doch bis dahin, ist es noch ein weiter und langer weg. Doch wir von Specialisterne arbeiten daran und hoffen, dass wir eines Tages diese Ziel erreichen werden können.