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Freitag, 10. Mai 2013

Asperger und Veränderungen

Immer wieder kommt es vor, dass sich im Leben etwas ändert. Sei es man zieht um, hat eine neue Stelle oder eine neue Beziehung. Immer muss man sich wieder neu darauf einstellen. Dies ist für NT's sich wieder einmal einfacher. Sie nehmen es einfach hin, und machen weiter. Doch für Asperger sind Änderungen echt mühsam.
In meinem Leben haben sich schon so viele Male so viele Dinge und Umstände geändert. Damit musste ich klar kommen. Jedoch nur bis zu einem bestimmten Punkt. Danach wurde es mir zuviel, und ich landete in einer Klinik. Da erkannte ich, dass ich mein Leben komplett neu organisieren musste, was ich auch tat. Das nahm Monate in Anspruch, doch irgendwann gelang es. Heute habe ich meinen festen Tagesabläufe. Jeder Tag folgt genauen Regeln. Wann ich arbeite, wann ich den Haushalt mache, wann ich mich mit meiner Frau treffe. Klar gibt es immer wieder Abweichungen. Aber diese sind minimal, und stören mich nicht, da ich mich darauf vorbereite. Eine gewisse Flexibilität braucht's trotzdem.
Asperger können wie beschrieben damit nicht gut umgehen. Sie müssen genau wissen, was sie erwartet. Sei es auf Arbeit oder im Privaten. Einfach spontan es machen, läuft nicht. Auch auf Arbeit ist  es. Schnell eine Sitzung einberufen, geht nicht. Das muss kommuniziert werden, geplant werden. Dan klappt es. Doch in den meisten Betrieben, ist es nicht so. Man weiss nie genau, was einem am nächsten Tag erwartet. Das ist belastend, und führt über kurz oder lang zu einem Burn-out. Das ist es, was ich erlebt habe. Auf Arbeit und im Privaten, musste ich immer extrem flexibel sein. Alle wollten immer etwas von mir. Ich hatte nie Zeit zum nachdenken, oder mich auf eine neue Situation einzustellen. Immer musste ich allen Anforderungen genügen. Doch irgendwann, ging es nicht mehr.
Heute bin ich um diese Erkenntnis froh. Denn ich habe gelernt, auch mal "Nein" zu sagen. Das ist ein wichtiger Schritt für mich gewesen. Auch wenn ich es noch nicht super kann. Denn ich sage es immer drohend und herausfordernd. Daran muss ich noch arbeiten. Doch dich denke, mit der Zeit wird mir das sich auch noch gelingen. Wenn nicht, dann ist es halt so.
Veränderungen können aber auch im Kleinen sein. Sei es man hat einen neuen PC oder sonst was. Daran muss man sich auch wieder gewöhnen. Ich brauche für solche Sache immer lang. Das kann Wochen dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe. Es ist nicht immer einfach. Denn am liebsten habe ich es, wenn alles so ist, wie es ist, und ich mich nicht immer neu einstellen muss.
Asperger haben auch Mühe damit, das das Umfeld meistens keine Rücksicht nimmt. NT's können sich gar nicht vorstellen, wie das ist. Die gehen einfach von sich aus. Das ist für mich normal. Denn wie sollen sie wissen, wie es ist, ein Autist zu sein. 99,9% der Menschen sind keine Autisten. Wir sind eine Minderheit. Aber wir können den NT's beibringen, wie wir denken und funktionieren. Das ist ein Teil meiner Arbeit. Ich versuche auch Eltern immer wieder klar zu machen, dass wir mehr können, als sie meinen. Wir sind eigenständige Menschen mit eigenen Wünschen und Träumen. Wir sind behindert, ja, aber nicht lebensunfähig. Viele von uns haben Berufe, Familie. Sie haben bewiesen, dass sie was können. Doch muss gleichwohl auch Rücksicht genommen werden. Sonst kann es passieren, das nichts mehr geht.
Asperger wollen sich auch verändern, aber immer mit Mass und Zeit. Alles muss genau überlegt werden. Das kann schon mal Monate dauern. Nimmt man sich diese Zeit, die man braucht, so klappt es auch mit der Veränderung. Einfach so schnell schnell, dass sollte vermieden werden.