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Mittwoch, 23. April 2014

Asperger und wieso Muggel nerven

Jeder Mensch ist mal gut und mal schlecht aufgelegt. Manchmal stört einem fast nichts und an anderen Tagen nervt einem das Kleinste. Nerven tun wir uns nichts sehr oft. Aber es kann vorkommen. Muggel sind da sicher anders drauf, als wir Asperger.
Ich nerve mich ab Muggel recht schnell. Das Kleinste reicht, dass ich mich nerve. Ich weiss, dass das nicht sein sollte, aber dagegen kann nicht nichts tun. Es ist wie automatisch einfach da. Ich habe versucht, das ich mich nicht nerve, aber es geht nicht. Ich kann nicht einfach sagen, "Passt schon". Das geht nicht.
Mich nerven Muggel besonders dann, wenn sie einfach nie wissen, wann genug ist. Sie wollen uns wollen. Sie sehen auch nicht ein, wenn mal etwas nicht gerade funktioniert. Sie können dann echt mühsam werden. Zumindest erlebe ich das so. Ich verstehe sie nicht, wie sie sich so verhalten können. Wie sie immer wieder das Selbe tun können, obwohl es nicht geht. Sie kapieren das einfach nicht. Auch wenn ich es ihnen immer und immer wieder sage, so kapieren sie es trotzdem nicht. Wieso das so ist, weiss ich auch nicht. Für mich ist dieses Verhalten nicht logisch. Ich mache das eben nicht. Geht nicht, ok, dann warte ich. In etwa so reagiere ich.
Die Muggel nerven mich auch, weil sie immer so laut und hektisch sind. Sie müssen immer Geräusche mache. Sei es mit Säcken, Verpackung oder sonst was. Immer raschelt oder knistert was. Ich verstehe nicht, wieso die das machen. Ich halte diese Geräusche nur mit sehr viel Willenskraft aus. Das auch nur, weil ich mich darin trainiert habe. Sonst würde ich ausrasten.
Oder Licht. Muggel kommen in einen Raum, und machen Licht. Sie kommen nicht auf die Idee, dass es einen Grund hat, wieso kein Licht an ist. Sie wollen Licht, also machen sie Licht. Dabei ist es ihnen egal, dass die Person, die kein Licht verträgt, dabei was durchdreht. Hauptsache sie haben ihr Licht. Auch das verstehe ich nicht. Erleben tue ich das Oben geschilderte immer und immer wieder. Auch wenn ich es den Muggel immer und immer wieder sage, so vergessen sie es gleich wieder. Sie sind es nicht gewohnt, das Menschen anders sein können als sie. Sie gehen immer vom Normalfall aus. Nun, wir Autisten, sind halt nicht der Normalfall. Dies aus der Sicht der Muggel. Aus meiner Sicht, sind wir Normal, und die Muggel nicht. Es kommt halt auf den Standpunkt an.
Nun, ich versuche den Muggel zu erklären, was an uns anders sein kann. Dass wir viel empfindlicher sein können als sie. Dies sicher, was Schall und Licht betrifft. Aber auch das mit dem Blickkontakt. Das ist auch so eine Sache. Die Muggel schauen sich immer an. Wieso? Keine Ahnung. Sie wollen das wir das auch können. Dabei verstehen sie nicht, dass das sehr anstrengend sein kein. Oder aber, das es gar nicht geht. Wie verstehen nicht, wie wir ohne Blickkontakt auskommen können. Nun, wir können. Ich bin jetzt dann 39 Jahre alt. Und es geht ohne Probleme. Zumindest ist mir nichts bekannt. Gut, ich komme auch vieles nicht mit. Aber das stört mich nicht. Was ich nicht merke oder sehe, ist mir egal. Da könne die Muggel noch so schauen. Ich merke nicht, wenn sie mich anschauen. Das hat auch seine Vorteile. Nicht immer muss das Anderssein, auch negativ sein. Es kann durchaus seine Vorzüge haben. Muggel sagen mir auch manchmal, dass sie Eigenschaften von mir haben wollen. Nun, ich sage, dann, dass der Preis dafür viel zu hoch ist. Sie verstehen das dann. Sie erkennen, dass man nicht ein Supergehör haben kann ohne das es an einer anderen Stelle zu Einschränkungen kommt. Sie wollen immer alles haben. Verzichten? Nein, nur das nicht. Muggel wollen und wollen. Wir Autisten müssen auf vieles Verzichten. Können nicht alles haben. Wir sind es gewohnt einfach zu leben. Bescheiden zu sein. Die Muggel nicht. Sie wollen auffallen. Wollen angeben. Wollen und wollen. Nun, ich denke, dass ist das was mich an ihnen am meisten nervt. Sie sind nie mit dem zufrieden, was sie haben.