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Montag, 22. September 2014

Asperger und die Blockade

Muss ich etwas tun, so ist mir meistens klar, was ich tun muss. Ich kann es mir vorstellen. Aber, wenn ich es dann tun muss, wird es schwierig. Ich muss mich überwinden. Muss meine Gedanken in die Realität übertragen. Muss handeln. Das ist nicht immer so einfach. Ich bin blockiert. Habe eine Blockade. Das ist nicht immer einfach. Die Menschen denken dann, dass ich faul bin. Das ich nicht will.
Nur weil ich nichts sichtbares tue, heisst das nicht, dass ich nichts tue. Ich denke. Ich lebe nun mal in meiner eigenen Welt. Lebe nicht in der Welt in der die meisten leben. Habe meine eigene Vorstellungen. Kann sie meistens auch nicht verlassen, meine Welt. Ich kann zwar ohne grosse Problem raus. Kann arbeiten. Mit meiner Frau zusammen sein. Das ist kein Problem. Aber ich kann nicht konstant etwas tun. Brauche Zeit, damit ich meine Blockaden überwinden kann. Dies ist manchmal mühsam. Zumal ich mehr tun möchte, als ich tue. Ich denke manchmal, das ich auch so sein möchte wie die Meisten. Aber dann sage ich mir, das ich, so wie ich bin, es OK ist. Denn es gibt einen Grund, wieso ich so bin, wie ich bin. Kennen tue ich ihn nicht. Aber das ist egal. Denn ich lebe einfach mein Leben. Versuche so gut ich eben kann in der Welt zurecht zu kommen. Versuche das ich meinen Beitrag leisten kann und nicht auf fremde Hilfe angewiesen bin.
Dies trotz der vielen Blockaden. Eine kleine Änderung. Und ich kann nicht. Ich muss dann sehr viel Gedankenkraft aufwenden, damit ich was tun kann. Alles muss seine Ordnung haben. Nur, die hat es meistens nicht. Denn nie ist ein Tag so, wie ich ihn mir vorstelle. Nie ist er so. Das macht aber nichts. Denn ich habe gelernt so zu leben. Habe gelernt, das nicht alles so geht, wie ich mir das vorstellen.
Obwohl ich davon weiss, habe ich immer noch Probleme damit. Sobald etwas zu viel wird, bin ich blockiert.
So kann der Tag manchmal echt mühsam werden. Anstrengend. Ich versuche wenn ich merke, das ich blockiert bin, etwas anders zu tun. Zum Beispiel einen Kaffee trinken. Etwas lesen, das mit meiner Aufgabe nichts zu tun hat. Mich unterhalten mit jemanden. Das hilft meistens. Denn das gibt mir Zeit, meine Blockade zu überwinden. Meistens kann ich sie überwinden, ohne das dies jemand merkt. Aber nicht immer. Das ist auch von meiner Gemütslage abhängig. Obwohl ich sie nicht wahrnehme so stelle ich doch fest, wenn ich ruhig und überlegt bin und wann aufbrausend.
Wenn ich ruhig bin, dann habe ich fast keine Blockaden. Denn wenn alles ruhig ist, kann ich meine Gedanken ohne Probleme sehen. Wenn nicht, dann wird es schwierig. Denn wenn ich meine Gedanken nicht sehen kann, wenn es laut oder hell ist, dann bin ich voll blockiert. Ich brauche dann extrem lang für die kleinste Kleinigkeit.
Ein normaler Menscht kann mit der Menge an Lärm und Licht die ich nicht vertrage locker umgehen. Er kann ausblenden. Ich nicht. Ich bin dann fast blind. Dies obwohl ich sehe, sehe ich nichts. Alles ist wie durch einen starken Nebel. Erst wenn das Licht und der Lärm weg sind, lichtet sich der Nebel. Dann aber sofort. Das ist für die Menschen um mich nicht immer einfach. Denn ich kann ausrasten wenn ich nicht denken kann. Wenn ich nichts tun kann. Die Menschen um mich verstehen nicht immer, wieso ich ausraste. Wenn ich blockiert bin, versuche ich mit aller Gewalt sie zu überwinden. Denn ich will ja auch was leisten. Will auch was erreichen.
Blockaden sind mühsam. Aber ich habe auch viel über mich gelernt. Denn ich weiss heute von ihnen. Kann mein Leben so anpassen, dass sie im Privaten nicht oder fast nicht vorkommen. Das ich davon weiss, hat mir mein Leben sehr erleichtert. Ich habe so viel weniger Stress.
Doch herauszufinden, was mich blockiert und wie ich dem entgegenwirken kann, hat mich einige Monate an Zeit gekostet. Aber ich denke, dass sich diese Zeit gelohnt hat. So habe ich heute ein Leben, dass nicht nur vom Denken bestimmt wird, sondern auch vom Handeln.