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Samstag, 20. September 2014

Asperger und die Ordnung

Die Welt ist Chaos. Alles ist durcheinander. Alles ist hektisch und laut. Gegenstände sind nicht angeordnet. So sehe ich die Welt. Die Ordnung der Welt ist Chaos.
Die Muggel haben kein Verständnis für Ordnung. Sie lassen einfach alles liegen. Sie ordnen die Gegenstände nicht. Sie richten sie nicht aus.
Ich habe bei mir zu hause alles genau angeordnet. Alles hat seine Ordnung. So finde ich alles wieder. Aber so stört es meine Augen nicht. Ich ordne Gegenstände, weil ich sonst damit beschäftigt bin, sie im Geist zu ordnen. Auch wenn ich sie mit dem Geist nicht ordnen kann, so tue ich das trotzdem. Ich verstehe nicht, wieso die Muggel nicht darauf bedacht sind. Es geht mir nicht darum, das es ordentlich aussieht. Das ist mir egal. Es geht darum, das jeder Gegenstand seinen Platz hat. Seine Ausrichtung. Gegenstände können nicht einfach liegengelassen werden. So jedenfalls sehe ich das.
Es ist nicht einfach in der Welt der Muggel sich zurecht zu finden. Denn sie haben auch keine Ordnung in ihrer Sprache. Sie ist ungenau. Komisch. Sie zu verstehen erfordert viel. Ich muss mich sehr konzentrieren, das ich sie verstehe. Sie sind aber für sich genau. Die anderen Muggel verstehen sie. Sie verstehen die anderen. Ich nicht. Es ist nicht immer einfach zu erkennen, was sie wollen. Was sie meinen.
Ordnung ist für mich Sprache und das Denken. Die Muggel denken komisch. Sie denken an sich. Sie denken nicht. So kommen sie mir vor. Sie verstehen nicht, wie jemand so viel denken kann. Vielleicht zu viel. Denn ich denke mehr, als das ich tue. Ich denke, weil das meine Welt ist. Ich denke, damit ich in meiner Welt sein kann. Meine Welt ist die Welt der Gedanken. Der Ordnung. Nicht des Chaos. Des Nichtdenkens. Das ist aber das, was für die Muggel normal ist. Sie handeln. Sie tun. Sie denken nicht. Dies weil ihre Welt die Welt da draussen ist. Nicht die Welt der des Gedachten. Sie sehen keine Bilder vor sich. Sehen die Gegenstände in 3D. Ich nicht. Ich sehe alles anders. So wie sie sind. Ich kriege auch keine Angst, wenn ich Auto fahre. Denn ich weiss und sehe ja, das das was am Strassenrand ist, keine Bedrohung ist. Die Muggel nicht. Sie schleichen. Sie haben Angst. Wissen es aber nicht. Früher regte ich mich immer auf. Bis ich erkannte, das alles anderes so sind. Nur ich nicht. Meine Sicht ist nicht die der Muggel. Meine Gedanken und meine Welt ist nicht die der Muggel. Mir bleibt aber nichts anderes übrig, als mich in dieser Welt zurecht zu finden. Ich muss mich in dem Chaos zurecht finden. Wieso? Weil ich nicht abhängig sein will. Weil ich mein Leben selbst bestimmen will und nicht von Muggel. Ich will arbeiten. Ich will eine Beziehung. Beides habe ich. Beides lebe ich.
Durch meine Frau habe ich wieder mehr Ordnung in meinem Leben. Sie gibt mir Halt. Ich kann mich dank ihr besser in der Welt orientieren. Kann mein Leben planen. Obwohl, das Leben planen, ergibt keinen Sinn. Aber dennoch bin ich angewiesen zu wissen, was ich an welchem Tag in der Woche tue. Einfach nur zu leben und nicht zu wissen, ist nicht meins. Ich brauche die Ordnung der Planung. Ich muss planen, damit ich Sicherheit habe. Damit ich mir vorstellen kann, was ich wann wie tue. Das nicht immer alles so eintrifft, wie ich mir das vorstelle, ist kein Problem. Wichtig ist nur, das ich darüber nachdenken konnte und kann. So schaffe ich Ordnung in meinem Kopf. In meinem Leben. So ist es nicht Chaos. So ist es so, wie ich es will.
Ordnung ist für mich wichtig. Denn sonst würde ich nicht mehr fähig sein, etwas zu tun. Würde nicht mehr fähig sein raus zu gehen. Zu arbeiten. Ich brauche die Ordnung damit ich leben kann.