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Samstag, 13. September 2014

Asperger und Chaos im Kopf

Verläuft ein Tag so, wie ich mir ihn vorstelle, ist alles in Ordnung. Das beginn schon am Morgen wenn ich aufstehe. Alles muss genauen Regeln folgen. Wir nur eine verletzt, kann ein Chaos entstehen. Der Tag ist für mich gelaufen. Das Chaos nimmt dann im Laufe des Tages zu. Obwohl es keinen Grund dafür gibt. Aber in meinem Kopf schon.
Es braucht dann nur nochmals etwas, das mich aus dem Konzept wirft und schon kann ich nichts mehr tun. Nur noch warten. Ich muss zuerst all das Chaos in meinem Kopf ordnen. Nun, das ist nicht so einfach, da die Bilder rasend schnell vor meinen Augen hin und her gehen. Ich kann sie nicht stoppen. Brauche sehr viel Konzentration. Deshalb kann ich nichts oder nicht viel tun. Auch verschwindet ein grosser Teil der Welt. Der Menschen. Ich bin dann mit dem Ordnen beschäftigt.
Dabei es es im Normalfall so, das Kleinigkeiten dafür sorgen, das ich nichts mehr tun kann. Für die Muggel wären das Dinge die keine Bedeutung haben. Zum Bespiel ich habe keinen Kaffee mehr und muss mir neuen besorgen. Oder ich finde meinen Füller gerade nicht. Unbedeutend. Aber für mich nicht. Ich muss mich dann beruhigen.
Nun, ich wusste lange nicht, das ich das habe. Was mich aus der Bahn wirft. Wusste nicht, das ich meinen Tagesablauf brauche. Auch wenn er in sich selbst nie klar ist, was passieren wird. So brauche ich doch bestimmte Dinge die mir Sicherheit geben. Dazu gehört die Zeit. Wobei die Zeit keine Rolle spielt. Sondern die Zahl der Zeit. Es gibt Zeiten, an denen kann ich nichts tun. An denen kann ich vieles tun. Es hängt von der Zahl ab. Das verstehen die Muggel nicht. Zeit ist Zeit. Nein, Zeit ist Zahl. Zahl ist Bedeutung. Bedeutung ist Handeln oder eben nicht.
Das Chaos in meinem Kopf wird durch eine scheinbare Unordnung ausgelöst. Eine Unordnung die meiner Ordnung folgt. Die ist für andere nicht nachvollziehbar. Sie verstehen nicht. Ich kann auch nicht immer alles begründen wieso ich mich wie verhalte. Die Muggel könne es ja auch nicht. Auch sie wissen nicht immer, wieso sie was wie tun. Nur, sie wirft so schnell nicht eine Kleinigkeit aus der Bahn. Sie sind viel flexibler. Sie können damit umgehen. Details spielen für sie keine grosser Rolle. Für mich schon. Details sind für mich das Wichtigste. Darauf basiert mein Tag. Alles was ich mir zum Tag vorstelle, sind Details. Abweichungen führen zum Chaos im Kopf. Damit umzugehen, ist nicht einfach.
Seit ich aber davon weiss, ist es einfach geworden. Ich sage mir, oder versuche es zu mindest, das es halt so sei, und ich mich nicht aufregen soll. Mal klappt es, mal eben nicht. Doch mit dem eben nicht, habe ich so meine Probleme. Denn dann kann ich nichts tun, auch wenn ich will. Etwas hindert mich daran. Was es ist, weiss ich nicht. Nur, ich bin immer noch am lernen, wie ich das besser in den Griff bekommen kann. Wie ich es schaffen kann, das mich nicht die kleinste Abweichung aus der Bahn wirft. Wie ich trotzdem weiter arbeiten kann. Weiter meinen Geschäften nachgehen kann und nicht einfach nur dasitzen muss und denken. Denn das bringt nichts. Aber es ist so. Ich tue das automatisch. Merke nicht einmal das ich es tue. Für mich es ist normal. Erst im nachhinein stelle ich fest, das ich nichts getan habe und wundere mich, wieso. Obwohl ich es weiss, wundere ich mich. Das Chaos in meinem Kopf sind wirre Bilder in rascher Abfolge. Erst wenn ich ruhig genug bin. Wenn ich genügend Konzertation habe kann ich mit dem Ordnen beginnen. Nur, dafür brauche ich Ruhe und kein Licht. Das ist aber an einem Arbeitsplatz nicht gegeben. Also brauche ich dafür viel länger. Zuhause kriege ich das rasch in den Griff. Denn da ist alles so, wie es sein muss. So kann ich das Chaos schnell beseitigen und wieder leben.