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Samstag, 15. November 2014

Asperger und die Hoffnung

Hoffen tun alle. Aus was auch immer. Sie wissen es manchmal selbst nicht. Aber ich denke, das die Hoffnung das ist, was uns antreibt. Hoffnung auf ein besseres Leben, einen Partner, Glück. Was auch immer.
Meine Hoffnung ist, das es eines Tages keine Rolle mehr spielt, ob jemand Autist ist oder nicht. Das er die selben Chancen hat, wie ein Muggel. Das die Muggel uns so akzeptieren, wie wir sind. Und nicht die Autisten sehen, sondern den Menschen. Ich denke aber, dass das noch ein weiter Weg sein wird. Denn wir sind noch nicht einmal richtig am Anfang.
Es ist mühsam, den Muggel klar zu machen, das auch wir was können. Das auch wir wollen. Sie aber haben Angst. Angst vor dem Unbekannten. Angst. Muggel haben immer Angst. Ich verstehe das nicht. Ich meine, wir haben auch keine Angst vor den Muggel. Sie sind einfach mühsam. Aber was solls. Wir müssen mit ihnen klar kommen, wenn wir was wollen. Damit habe ich auch keine Probleme.
Ich sehe die Hoffnung aber auch als mehr. Als etwas das die Welt verändern kann. Als Vision. Denn es kann nicht sein, dass viele von uns nicht arbeiten. Kein eigenes Leben haben. Fremdbestimmt sind. Für mich ist das schwierig zu verstehen. Denn ich lebe mein Leben. Bin auf niemanden angewiesen. Das ist nicht immer einfach. Aber ich denke, das geht allen so. Muss es immer einfach sein? Nein, ich denke nicht.
Hoffen hingegen ist für mich keine Option. Denn das bedeutet, dass man wartet. Wartet, das alles besser wird. Aber nichts dafür tut. Wartet, das die anderen was tun. Das kann es nicht sein. So wir man zum Nichtstun verdammt. Das kann es nicht sein. Ich tue was ich kann, damit ich selber bestimmen kann. Damit es für mich stimmt. Das ist für mich nicht hoffen, sondern Hoffnung. Spitzfindig, ich weiss. Aber für mich sind es zwei verschieden Worte. Auch wenn das eine das Verb des anderen Wortes ist. So ist es nicht das Selbe. Nicht für mich.
Ich arbeite und lebe. Aber ist das nicht das Selbe? Ich meine wenn ich arbeite bin ich ja nicht tot. Sondern ich lebe. Also, lebe ich nur. Ich sehe die Arbeite aber auch mein Privatleben als Eines an. Nicht wie viele als zwei Dinge. Ich trenne nicht. Sonst wird es mühsam. Ich kann so nichts tun. Wenn ich arbeite will ich frei haben. Wenn ich frei habe, will ich arbeiten. Das kommt auf Dauer nicht gut heraus. Desshalb ist für ich alles Eins.
Das ist auch eine der Hoffnung die ich habe. Das die Menschen erkennen, das alles Eins ist. Das es keinen Sinn ergibt, alles immer zu trennen. Leben. Das ist das Einzige, was wir alle gemeinsam haben. Das Leben. Was jeder daraus macht, ist ihm überlassen. Jedoch kann keiner ohne andere etwas bewirken. Das ist schwierig. Besonders für Autisten. Wir können nicht gut kommunizieren. Haben Mühe mit dem Verstehen, was die Muggel wollen und meinen. Aber dennoch gebe ich nicht auf. Ich meine, auf Dauer wird es sich lohnen. Nur, das der Lohn erst in einpaar Jahren sichtbar sein wird. Die Gesellschaft erkennt erst jetzt langsam, was wir sind. Was wir können.
Wir von Specialisterne und Autismuslink setzen und täglich dafür ein, das wir dem Ziel einer Integration von Autisten in den ersten Arbeitsmarkt näher kommen. Das wir es eines Tages erreichen werden, das die Menschen uns ernst nehmen. Dass sie mit uns arbeiten wollen. Das sie erkennen, das auch wir Fähigkeiten haben. Nicht die der Muggel, aber andere. Wir sind ein sehr wertvoller Rohstoff, den die Gesellschaft noch noch nicht gebraucht. Meine Hoffnung ist, das sich das eines Tages ändern wird.