Dieses Blog durchsuchen

Translate

Donnerstag, 29. Januar 2015

Asperger und die geistige Einengung

Die eigene Gedankenwelt kann manchmal sehr mühsam sein. Denn sie ist die Realität die nicht real ist. Die sich nicht mit dem deckt, was wirklich ist. Das kann so weit führen, das man alles was man denkt für real hält.
Es ist eine geistige Einengung. Diese kann dazu führen das man nichts mehr tun kann. Das alles sinnlos wird. Nichts geht mehr. Wenn man sich dessen bewusst ist, so gibt es auch eine Lösung wieder daraus heraus zu kommen. Nur, wie? Ich meine, wie ist es möglich aus so einem Gedankengebilde wieder raus zu kommen und wieder in die Realität zurückzukehren?
Ganz einfach. STOPP. Ich kann nicht mehr. Nichts geht mehr. So verstehen die anderen, das etwas nicht stimmt. Das es wirklich genug ist. Wie schon mal geschrieben, sie müssen es nachvollziehen können. Nur so verstehen sie.
Geistige Einengung kann aber auch die Zeit bedeuten. Alles muss immer exakt zur selben Zeit sein. Alles muss immer gleich ablaufen. Änderungen können verheerend sein. Das Umfeld muss immer das selbe sein. Wenn nicht, gibt es Probleme. Nur, wo findet man das? Ich meine, das Leben ist nicht immer gleich. Jeder Tag ist anders. Jeder Tag hat seine eigenen Herausforderungen. So ist es nicht einfach in einer Welt zu leben und zu arbeiten, die sich ständig ändert. Die immer anders ist. Auch wenn die Veränderungen scheinbar klein sind. Für NT's unbedeutend. So können sie für einen Autisten doch gross sein. So gross, dass nichts mehr geht.
Nun, das kann es geben. Ich denke es ist auch nicht schlimm. Nur, das Umfeld muss damit umgehen können. Muss wissen wie reagieren. Sonst klappt es nicht. Man wird abgeschoben. Entlassen. Landet bei den Ämtern. Ich denke, das ist etwas, das vielen Autisten passiert oder passiert ist.
Wie aber da wieder raus kommen? Ich meine wo ist dann der Platz welcher für einem stimmt. Oder so gut wie möglich passt.
Ich wie viele wissen, arbeite bei Specialisterne. Wie stellen immer mal wieder Autisten ein, die arbeiten wollen und können. Aber nur dann, wenn sie ein Umfeld haben, das zu ihnen passt. Das versuchen wir ihnen so gut es eben geht zu geben. Dass nicht immer alles perfekt ist, das weiss ich auch. Aber dennoch, ist es bei uns besser als an anderen Arbeitsplätzen. Ich weiss wovon ich schreiben.
Da spielt es nicht so eine Rolle wenn man mal wieder so weit in die eigenen Welt abdriftet, das nichts mehr geht. Das kann es bei Autisten leicht geben. Nur, die Mitarbeiter wissen wie einem wieder zurückholen. Das ist etwas was normale Arbeitgeber nicht können. Sie haben dieses Spezialwissen nicht. Für sie ist der Autist einfach komisch. Was komisch ist muss gehen. NT's haben vor allem Angst das sie nicht verstehen. Sie wollen nur solche um sich die so sind wie sie.
Bei uns ist es umgekehrt. Die NT's sind für uns da. Wir aber auch für sie. Es ist eine Symbiose. Dies gibt es so nirgends. Ausser bei uns.
Die geistige Einengung kann verschiedene Ursachen haben. Was genau zu ihr führt, weiss ich nicht. Ich weiss nur, das sie entstehen kann. Nicht sofort, aber über Wochen, Monate. Sich zu äussern ist wichtig. Doch genau da hackt es bei den Autisten. Kommunikation. Das ist etwas das wir nicht können. Oder nur begrenzt. Verglichen mit den NT's. Dennoch. Sie ist lernbar. Setzt aber voraus, das das Gegenüber versteht. Versteht was ein Autist ist. Und nicht nur so tut, als ob er ihn verstehen würde. Denn das ist das was ich auch erlebt habe. Muss nicht sein.
Geistige Einengung ist etwas das nicht angenehm ist. Denn es entstehen immer mehr Regeln. Verhalten die komisch sind. Vor einem selber. Sie führt dazu dass man nichts mehr tun kann. Nur mit dem geeigneten Umfeld gelingt das. Nur mit Verständnis und Toleranz.