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Dienstag, 13. Januar 2015

Asperger und die Selbstdefinition

Wer bin ich? Was bin ich? Nun, ich denke, diese Fragen stellt sich sicher jeder in seinem Leben mehrmals. Denn jeder Lebensabschnitt definiert einem neu. Doch die Frage bleibt für mich die, was will ich überhaupt? Anhand dieser Frage kann ich die ersten Beiden beantworten. Nur, dass ist nicht so einfach. Denn um sich selbst zu definieren muss man ja wissen was man will.
Genau das aber ist es was mir immer wieder Mühe bereitet. Was will ich überhaupt? Nun ich weiche dieser Frage einfach aus indem ich mir sage, das was ich tun muss, das definiert mich. Ich definiere mich einerseits über meine Beziehung zu meiner Frau. Definition, ich in Ehemann. Aber auch auf Arbeit. Was ich tu muss, wofür ich verantwortlich bin. Das definiert mich ebenfalls. Die Frage aber ist nun wieder, was soll das? Ich meine, es scheint ja so, als ob ich nichts zu sagen hätte. Also ob alles von Aussen gegeben sei oder sogar ist.
Nun, sicher, dem ist so. Aber auch ich kann meinen Beitrag leisten. Ehemann wurde ich ja nicht einfach so. Ist musste ja meine Frau fragen, ob sie diese sein wolle. Arbeit genau so. Ich arbeite ja freiwillig hier. Niemand hat mich gezwungen. Also habe ich mich im Grunde genommen selbst definiert. Nur ist aber so, dass ich nicht alles voraussehen kann. Also definiert mich das Äussere doch auch. Stärker als ich dachte. Dennoch zulassen muss ich es schon. Denn ich kann mich ja auch verweigern, indem ich sage, das es mich nichts angeht. Mich nicht interessiert. Nun, sicher, das tue ich auch ab und zu. Denn alles muss ich ja nicht sein.
Eine klare Definition von dem was man sein will oder ist kann nur ich mir selbst geben. Denn niemand kenn mich so gut wie ich mich selbst kenne. Damit meine ich, dass ich alles aus mir heraus definieren muss. Dass nur ich sagen kann, wer oder was ich bin. Denn sonst laufe ich Gefahr, dass ich nicht mehr ich selbst bin. Sondern so, wie die anderen mich haben wollen. Das muss nicht mehr sein.
Nun, dass ist nicht immer einfach so zu sein, wie ich sein will. Denn schlussendlich kann ich ja nicht machen was ich will. Kann nicht einfach individuell sein. Muss mich genau so wie viele auch, mich der Umwelt anpassen. Muss auf andere eingehen können. Auch wenn ich das fast nicht kann. Denn ich kann mich ja nicht in andere versetzen. Aber ich versuche wenigstens den Eindruck zu erwecken, als ob ich es könnte. Nun, das erleichtert so manches. Denn sonst würde ich arrogant wirken. Das bin ich ja nicht.
Aber entgegen allem habe ich auch manchmal meine schwachen Tage. Tage in denen ich nicht mehr weiss was ich will. Wer ich bin. Was das alles soll. Es sind Blockaden. Dies einfach deshalb, wen alles zu viel wird. Wenn ich nicht mehr weiss, was wichtig ist und was nicht. Wenn ich nicht sehen kann was passieren wird. Es sind dann zu viele Fragen offen. Zu viele Gedanken.
So nützt auch die beste Selbstdefinition nichts, wenn man nicht mehr weiss was oder wer man ist. Aber das gibt sich jeweils dann wieder. So kann ich zu meinem von mir definierten ICH zurückkehren und da weitermachen, wo ich aufgehört habe.